Andreas Scheu

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Personenname Scheu, Andreas
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 119556677
Geburtsdatum 27.01.1844
Geburtsort Wien
Sterbedatum 29.08.1927
Sterbeort Rapperswil, Schweiz
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Politiker, Dichter (Lyriker)
Parteizugehörigkeit Sozialdemokratische Arbeiterpartei
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Archiv des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung.
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  31.03.2015 durch WIEN1\lanm08gat
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Andreas Scheu, * 27. Jänner 1844 Margareten, † 29. August 1927 Rapperswil, Schweiz, Politiker, Arbeiterführer, Schriftsteller. Entstammte einer Handwerkerfamilie, in der einige Verwandte auch Schriftsteller oder Musiker waren.

1860 wurde Scheu Vergolder- und Modellierergeselle, hielt sich 1861 in Prag auf, besuchte (nach inzwischen erfolgter Rückkehr) im Auftrag der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer 1867 die Pariser Weltausstellung und schloss sich im selben Jahr in Wien dem Arbeiterbildungsverein an, in dem er bald eine führende Stellung als Redner und Agitator innehatte. 1868 wurde Scheu Sekretär der Arbeiter-Industrie-Ausstellung, 1869 Mitglied der Internationalen Arbeiterassociation und Delegierter zum sozialdemokratischen Parteitag in Eisenach und 1870 Redakteur und Herausgeber der sozialdemokratischen Wochenzeitung "Volkswille". Noch 1870 wurde er (im ersten politischen Prozess dieser Art) wegen Hochverrats angeklagt und zu fünf Jahren Kerker verurteilt, jedoch 1871 amnestiert. In Budapest neuerlich verhaftet, schloss er sich danach 1872 dem radikalen Flügel der Sozialdemokraten an, schrieb für die Zeitschrift "Gleichheit" und war 1874 an der Vorbereitung des Neudörfler Einigungsparteitags beteiligt. In Prag wiederum verhaftet, wanderte er nach seiner Entlassung nach Großbritannien aus, wo er sich der Arbeiterbewegung anschloss, seinen Lebensunterhalt jedoch als Vertreter erwarb. Als Vertreter Englands nahm er 1889 am ersten internationalen Sozialistenkongress in Paris, 1893 an jenem in Zürich und 1907 an jenem in Stuttgart teil. Scheu war Mitbegründer der Socialdemocratic Federation und Korrespondent der "Gleichheit" sowie der Arbeiterzeitung in England; mit G. B. Shaw war er befreundet. 1912 übersiedelte Scheu nach Weimar, 1914 (als Pazifist) in die Schweiz. Er verfasste die Texte zu zahlreichen Arbeiterliedern sowie politische Schriften. Nachlass im Archiv des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung.

Literatur

  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Jean Maitron / Georges Haupt [Hg.]: Dictionnaire biographique du mouvement ouvrier international. Band 1: Autriche. Paris: Éditions Ouvrières 1971
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 3. Bern: Francke 1956
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd. (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Alfred Magaziner: Die Wegbereiter. Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung. Wien: Volksbuchverlag 1975, S. 24 ff.
  • Ludwig Brügel: Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie. Band: 1-3. Wien: Verl. der Wiener Volksbuchverl. 1922
  • Wolfgang Maderthaner [Hg.]: Sozialdemokratie und Habsburgerstaat. Wien: Löcker 1988, Register
  • Herbert Steiner: Die Arbeiterbewegung Österreichs 1867-1889. Beiträge zu ihrer Geschichte von der Gründung des Wiener Arbeiterbildungsvereines bis zum Einigungsparteitag in Hainfeld. Wien: Europa-Vlg. 1964, Register
  • Herbert Steiner: Die Gebrüder Scheu. Eine Biographie. Wien: Europa-Verl. 1968
  • Karl R. Stadler [Hg.]: Sozialistenprozesse. Politische Justiz in Österreich. 1870-1936. Wien [u.a.]: Europa-Verl 1986, S. 20 ff.
  • Rathaus-Korrespondenz, 26.08.1952, 22.08.1977

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