Am scharfen Eck

Aus Wien Geschichte Wiki
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1., Wollzeile 27, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1475
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Kreuzung Riemergasse/Wollzeile
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  3.06.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Wollzeile27.jpg
Bildunterschrift  1., Wollzeile 27, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtWollzeile27

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt87318211862
Stadt83017951821
Stadt80217701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Am scharfen Eck (1, Wollzeile 27; Konskriptionsnummer 783).

Die erste urkundliche Erwähnung dieses "mit Schindeln gedeckten" Hauses stammt aus dem Jahr 1475. 1570 kam es in den Besitz der Erben des Bausuperintendanten Hermes Schallautzer. Hier querte die Riemergasse die Wollzeile, wodurch eine stark frequentierte Kreuzung entstand. Als im Zuge großer Baubewegungen (Universitätsviertel) die Riemergasse 1624-1627 abgebunden wurde (es blieb nur der noch heute erkennbare Stumpf als Sackgasse übrig), entschärfte sich die Verkehrssituation. Auch andere Eckhäuser dieser Kreuzung (1, Wollzeile 28, Wo der Hahn den Hühnern predigt; 1, Wollzeile 29) führten zeitweise diese Bezeichnung.

Nach 1579 kam es gemeinsam mit dem Nachbarhaus Stadt 782 (Wollzeile 25) in den Besitz der Jesuiten, die hier ein Seminar einrichteten (siehe Dipaulisches Stiftungshaus). Nach Aufhebung des Ordens im Jahr 1773 wurde das Gebäude im Jahr 1782 an den Meistbietenden versteigert.

1854 wurde das alte Haus abgetragen und durch einen vier Stockwerke hohen Neubau ersetzt, der auf einer Grundfläche von 538 Quadratmetern errichtet wurde. Mit Kaufvertrag vom 19. Dezember 1938 wurde dieser von der Gemeinde Wien angekauft, die ihn daraufhin abbrechen ließ. Wegen des Krieges konnte das heutige Haus erst im Jahr 1942 fertiggestellt werden. Bei den schweren Bombardements vom 5. November 1944, bei denen die ganze Umgebung schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, erlitt das Gebäude keinen direkten Treffer, durch die Druckwellen der Explosionen kam es jedoch zu unterschiedlich schweren Schäden an den einzelnen Wohnungen. Außerdem schlugen im April 1945 im Zuge der Kampfhandlungen drei Granaten in Mauern und Dach ein.


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 501 f.