Am Hof 2

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seitzergasse 1, Kriegsministerium, um 1908
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1156
Jahr bis
Andere Bezeichnung Kriegsministerium, Armeeoberkommando, Reichskriegsministerium
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  30.06.2017 durch DYN\krabina
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Bildname HMW 034087 00001.jpg
Bildunterschrift  Seitzergasse 1, Kriegsministerium, um 1908
Bildquelle HMW 34087/1, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Am Hof2
1Bognergasse4
1Seitzergasse1-3

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Am Hof 21Am Hof17
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt42118211862
Stadt45417951821
Stadt23417701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Park Hyatt Vienna (1, Am Hof 2 [früher 17], Bognergasse 4, Seitzergasse 1-3).

Seit dem 12. Jahrhundert folgten auf diesem Grundstück mehrere Monumentalbauten aufeinander. Eine am heutigen Haus angebrachte Gedenktafel weist auf Folgendes hin: "An dieser Stelle stand ein Hof der Babenberger Markgrafen und Herzoge, später für die herzogliche Münze verwendet. Das Haus wurde 1386 den Karmelitern übergeben, kam 1554 in den Besitz des Jesuitenordens und ward zum Kriegsgebäude umgebaut, 1775-1913 Sitz der obersten Kriegsbehörde, zuletzt das Kriegsministerium." 2012-2014 wurde das 1913-1915 errichtete Gebäude der ehemaligen Länderbank zum Park Hyatt Hotel Vienna ausgebaut.

Römische Überreste

Überreste von römischen Kasernen wie Bruchstein- und Lehmziegelmauern, Fußböden sowie Verputz und Stuck mit Wandmalereien sind bei Grabungen auf dem Grundstück und in den benachbarten Straßen zum Vorschein gekommen. Darüber lag die so genannte schwarze Schicht, jene dunkle Bodenbildungsschicht, die immer wieder über und zwischen den Ruinen Vindobonas festgestellt wird. Aus den Jahren 2012 und 2013 stammen Funde, darunter Pferdegeschirranhänger, eine Schreibfeder, Münzen und Keramikfragmente.[1] Genau an der Oberkante der schwarzen Schicht wurde auch ein runder Pferdgeschirrbeschlag der Spätawarenzeit gefunden. Er datiert in das ausgehende 8. bis frühe 9. Jahrhundert und ist somit ein in Wien seltenes und wichtiges Zeugnis der Nutzung bzw. Begehung des Areals im Frühmittelalter.[2]

Herzogshof und Münzhof

Wie bereits auf der Gedenktafel erwähnt, gehörte das Areal im Hochmittelalter zum Herzogshof (Babenbergerpfalz). Die Pfalz bestand aus mehreren Gebäuden, die sich um den freien Platz gruppierten. Den Mittelpunkt bildete das Haus des Herzogs („domus ducis“, erwähnt 1243). Es erstreckte sich wohl im Bereich um die heutige Kirche „Zu den neun Chören der Engel" Am-Hof-Kirche und bis zum Grundstück Am Hof 2. Nachdem die Pfalz durch den Bau der Hofburg ihre Funktion verloren hatte, wurde spätestens ab 1280 ein Teil von ihr als landesfürstliches Münzhaus genutzt. Bereits 1294 ist auch die Schlagstube in der Landskrongasse belegt, doch blieb der Am Hof gelegene Münzhof mehr als achtzig Jahre in Verwendung. Seine genaue Ausdehnung ist unbekannt.

Karmelitenkloster

Bereits um 1361/1365 dürften die Karmeliten den Münzhof übernommen haben.[3] Am 26. März 1375 wird in einer Urkunde von einem Prior des Klosters im Münzhof gesprochen. Am 14. März 1384 wird bei einem Am Hof gelegenen Haus in einer Verkaufsurkunde erwähnt, dass es sich neben dem Kloster der Karmeliten befand. Die formelle Schenkung des Areals durch Herzog Albrecht III. erfolgte erst am 4. Februar 1386: Sie war nötig, so steht es in der Urkunde, weil das Karmelitenkloster Im Werd zuvor abgebrannt war. Die Münzstätte wurde in die Wollzeile (Wollzeile 6-8, Schulerstraße 1-3) verlegt. Nach 1386 wurde das Karmelitenkloster errichtet. Die Weihe des Neubaus fand 1418 statt. Im Jahr 1420 erwarben die Karmeliten das Eckhaus Am Hof/Bognergasse von den Herren von Ebersdorf. Damit gehörte das gesamte Areal südlich der Kirche zum Kloster. 1435 wurde dem Kloster ein Gebäude für die Vigil und das Seelenamt (Beten für die Spender) an der heutigen Wipplingerstraße überlassen (Haus Stadt 316, Wipplingerstraße 14). Das Kloster verödete im Zuge der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und fand schließlich keine neuen Mönche mehr. Eine Visitation im Jahr 1550, als hier nur mehr der Prior Hans Zink lebte, ergab, dass in den Klosterräumen Familien wohnten, ohne dafür eine Erlaubnis zu besitzen oder Miete zu zahlen. Wie aus späteren Quellen abzulesen ist, hatten die Karmeliten inzwischen wesentliche Teile der Anlage wieder veräußert. Der Stadtplan von Bonifaz Wolmuet aus dem Jahr 1547 bildet unmittelbar südlich der Kirche einen Vierflügelbau mit Innenhof ab. Diese Anlage war wohl der Kreuzgang des Klosters. Mauerreste des Klosters bzw. von Häusern, die später im Kloster aufgingen, wurden 2012-2103 unmittelbar neben dem heutigen Gebäude freigelegt.[4]

Jesuitenkollegium und Profeßhaus der Jesuiten

Ferdinand I. schenkte das Gebäude 1554 den Jesuiten. Alsbald begannen umfangreiche Bautätigkeiten, um genügend Raum für die Unterbringung des Kollegiums, der Schüler, für die Schule und die Bibliothek zu schaffen. Hintergrund der Schenkung war die wichtige Rolle der Jesuiten in dem Kampf gegen die Reformation. Durch den Reichtum des Jesuitenordens, der durch viele Schenkungen, Vermächtnisse und Handelsunternehmen gefördert wurde, war es den Jesuiten möglich, große Kollegien zu errichten und junge Menschen unentgeltlich zu unterrichten. Bereits am 11. Dezember 1550 hatte Kaiser Ferdinand einen Brief an den Ordensgründer Ignatius von Loyola gerichtet, in dem er diesen bat, in Wien eine Niederlassung zu errichten. Diesem Wunsch wurde schnell nachgekommen und bereits Ende 1551 zählte das Kloster 22 Mitglieder, von denen allerdings nur zwei deutschsprachig waren. Auf die Bitte Ferdinands, mehr deutschsprachige Mitglieder nach Wien zu entsenden, schickte Ignatius von Loyola die beiden Ingolstädter Professoren Petrus Canisius und Nikolaus Goudanus nach Wien. Gegen Ende des Jahres 1553 bestand die Schule bereits aus drei Klassen und zählte hundert Schüler, wodurch die Eröffnung einer vierten Klasse notwendig wurde. Nachdem es zu Konflikten zwischen Jesuiten und Dominikanern gekommen war (diese fürchteten, von den Jesuiten verdrängt zu werden, da die Jesuiten kein Schulgeld nahmen), schenkte Ferdinand I. den Jesuiten das ehemalige Karmelitenkloster Am Hof. Der letzte verbliebene Karmelitermönch wurde mit einer Pfarre bei Korneuburg entschädigt. Nach der Schenkung wurde das Gebäude adaptiert. Der Kern der Anlage war wohl der Vierflügelbau der Karmeliter. Dieser Hof blieb bis zum Abbruch des Kriegsministeriums bestehen. In weiterer Folge wurden Objekte an der Seitzergasse erworben oder den Orden verschenkt. Das Eckhaus Am Hof/Bognergasse, das die Karmeliten 1540 verkauft hatten, wurde erneut angekauft. Der Kaiser leistete für den Bau finanzielle und personelle Unterstützung. In der Zeit um 1562 wurde der Architekt oder Baumeister des Projekts genannt: Joannes Ochoa. 1569 dürfte der Ausbau kurz vor dem Abschluss gewesen sein: Es wurden nämlich 60.000 Dachziegel bestellt. Die formale Übereignung des Karmelitenklosters vollzog sich allerdings erst 1568, auch das Archiv der Karmeliten wurde übernommen und gehört heute zu den Beständen des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Da die Anzahl der Schüler bald auf 180 angewachsen war, wurden eine fünfte und eine sechste Klasse geschaffen. Am Unterricht der Jesuiten nahmen vereinzelt sogar Erwachsene teil. Der geistliche Leiter der Jesuiten in Wien, Petrus Canisius, gab sich mit dem Erfolg der Schule nicht zufrieden und forderte einen weiterführenden geistlichen Unterricht, da Eltern und Freunde den guten Einfluss der Schule wieder vernichten würden. 1558 gründete er daher ein Armenseminar, das dem großen Priestermangel entgegenwirken sollte. Im September 1555 fand in Wien die erste Aufführung eines Jesuitendramas (Tragödie "Euripides") statt, welcher der Hof, die Universität und die Bürgerschaft beiwohnten. Am 22. April 1607 brannten Kirche, Schule und auch das Kollegium bis auf die Mauern ab. Noch in den Ruinen wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Der 1625 vollendete Wiederaufbau diente fortan als Profeßhaus des Ordens (Unterkunft für Priester und Missionare), wogegen das Kollegium in den 1623 bis 1625 entstandenen Neubau der Universität (Alte Universität) übersiedelte. Weitere Ausbauten waren in den folgenden Jahren nötig. Das Profeßhaus hatte gegen den Platz Am Hof vier Geschosse, der Flügel an der Bognergasse war niedriger. Der Eingang befand sich in der Seitzergasse, die Fassaden waren einfach gestaltet. Der an die Kirche (Alte Jesuitenkirche) grenzende größere Hof war vom Kreuzgang umschlossen, ein kleinerer Hof lag gegen die Bognergasse. An der Ecke Bognergasse/Seitzergasse befand sich eine Maria Schnee und dem heiligen Rochus geweihte (1635 vollendete) Kapelle, die für die italienische Landsmannschaft in Wien bestimmt war und deshalb "Welsche Kapelle" genannt wurde. Die Jesuiten erwarben noch mehrere Häuser und "Häuseln", bei denen unklar ist, ob sie mit dem Kloster verbaut wurden. Der Einfluss der Jesuiten auf das Schulwesen nahm weiter zu. Nur der Elementarunterricht wurde anderen überlassen, aber vom Orden überwacht. Canisius verfasste auch einen leicht verständlichen Katechismus. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts fanden "katechetische Prozessionen" vom Profeßhaus zum Stephansdom statt. Dabei wurden Fahnen und Symbole, welche die Sakramente, die neun Chöre der Engel oder Ähnliches darstellten, den Schülern vorangetragen. Die Prozessionen wurden von kostümierten Fackelträgern begleitet. Unterwegs wurden geistliche Lieder gesungen. An solchen Veranstaltungen nahmen etwa 2.000 Kinder teil. 1650 wurde ein Haus an der Ostseite der Seitzergasse erworben. Im Stadtplan von Werner Arnold Steinhausen (Stadtplan, Steinhausen (1710)) sind der Klosterhof und zwei weitere Höfe zu sehen. 1756–1760 wurde der Bognergassentrakt aufgestockt. Baureste des Jesuitenkollegiums bzw. des Professhauses sind 1913/1914 und 2012/2013 während Bau- und Kanalarbeiten archäologisch dokumentiert worden.[5]

Hofkriegsratsgebäude

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens (1773) fiel das Gebäude mit dem benachbarten Schulhaus an den Staat und wurde zum Sitz des Hofkriegsrats bestimmt. Der Umbau (1774/1776 nach Entwürfen von Franz Anton Hillebrand) behielt die Substanz des einstigen Profeßhauses bei. Die wichtigsten Änderungen waren die Erhöhung auf vier Stockwerke (nur der Trakt gegen die Kirche blieb dreistöckig), und der Bau von vier neuen Eingängen/Portalen (zum Platz Am Hof, zur Bognergasse und zwei zur Seitzergasse), mit einem zusätzlichen Portikus auf fünf Pfeilern Am Hof. An der Fassade wurden militärische Embleme abgebracht. Im Kriegsarchiv werden Bestandspläne aus dem Jahr 1802 aufbewahrt, die diesen Ausbau im Nachhinein dokumentieren. Auch der Vogelschauplan von Joseph Daniel von Huber (1778) zeigt den nun vereinheitlichten Gebäudekomplex. 1857 wurde auch der kirchenseitige Trakt auf vier Stockwerke erhöht. 1913 wurde das Gebäude abgebrochen. Drei Portale wurden vom Möbelhändler Max Schmidt erworben und in sein Schloß Kleinzell (Kiscelli kastely; Budapest 3) eingebaut. Das Hofkriegsratsgebäude war 1776-1912 Sitz der obersten Militärbehörde der Monarchie. Es nahm 1776-1848 den Hofkriegsrat, 1848-1853 das Kriegsministerium, 1853-1860 das Armeeoberkommando und 1860-1867 neuerlich das Kriegsministerium beziehungsweise 1867-1912 das Reichskriegsministerium auf. Am 6. Oktober 1848 war es Schauplatz der Ermordung des Kriegsministers Theodor Graf Baillet de Latour. Seine Leiche wurde auf einem Gaskandelaber im Platzbereich aufgehängt. 1913 übersiedelte das Kriegsministerium in einen Neubau am Stubenring (Regierungsgebäude). Das Kriegskanzleihaus wurde abgebrochen und durch ein Bankgebäude ersetzt (heute: Wien 1, Am Hof 2, Bognergasse 4, Seitzergasse 1-3). Auch die Innenausstattung der Repräsentationsräume wurde teilweise dorthin transferiert.[6] Die Abbrucharbeiten 1913/14 wurden durch den Archäologen Josef Hilarius Nowalski de Lilia begleitet. Mauerzüge verschiedener Epochen sowie eine römische Fußbodenheizung und römische Estrichböden kamen ans Licht. Eines von vierzig Fotos in den Beständen des Wien Museums zeigt eine mächtige, quaderartige Mauer hochmittelalterlicher Zeitstellung, die wohl zur Pfalz der Babenberger gehörte, jedoch heute nicht mehr genau lokalisiert werden kann. Gefunden wurde auch ein Stein mit dem Zunftzeichen der Messerer (Messerschmiede): Drei Schwerter in einer Krone steckend sowie die Jahreszahl 1466, der nun in der Virgilkapelle ausgestellt ist. Die Innung der Messerer hatte nämlich im späten Mittelalter die Karmeliterkirche für ihre Andachten erwählt. Sie hatten darin einen Altar und hielten dort Gebete und Zusammenkünfte ab.

Österreichische Länderbank

1., Bognergasse 4, Seitzergasse, um 1940

Anstelle des Hofkriegsratsgebäudes entstand für die Niederösterreichische Eskompte-Gesellschaft ein Bank- und Geschäftshaus. Die Pläne des neuen Gebäudes stammten von Ernst Gotthilf-Miskolczy und Alexander Neumann, die größtmögliche Funktionalität und eindrucksvolle Repräsentation zu kombinieren wussten.[7] Das Ergebnis war ein neoklassizistisches Gebäude mit einer bemerkenswerten Enfilade (Raumflucht) für die Generaldirektion in der Beletage. In den Innenhof wurde ein Baukörper bestehend aus Festsaal im Ober- und Kassensaal im Erdgeschoss gestellt. Man betrat (und betritt) das Gebäude vom Platz Am Hof durch ein marmorverkleidetes Vestibül. Eine kurze Treppe flankiert von Skulpturen von in der Hocke sitzenden Jünglingen führte in den Verteilersaal und von dort in den Kassensaal. Links lag die zweiarmige Feststiege, rechts die so genannte Haupttreppe.[8] 1938 wurde das Gebäude von der Österreichischen Länderbank erworben. Mit Vertrag vom 4. Oktober 1991 wurde die Länderbank mit der Zentralsparkasse und Kommerzialbank AG fusioniert und zur Bank Austria AG). In den Jahren 1944 und 1945 erlitt das Gebäude erhebliche Kriegsschäden. Am 10. September 1944 wurde der an der Bognergasse liegende Trakt von einer 1.000-Kilogramm-Bombe getroffen, die Dach, Speiseraum und Küchenanlagen vollkommen zerstörte. Weitere zwei Luftminen trafen den gegenüber liegenden Flügeltakt und zerstörten Wände, Fenster und Türen und bauchten Zwischenböden hoch auf. Alleine für den 10. September 1944 wurden 3.000 Quadratmeter Glasbruch verzeichnet. Darunter befanden sich auch wertvolle Bleigläser und kunstvolle Glasmalereien. Auch das Sanitätszimmer wurde verwüstet. Im Kassensaal wurde die Eisenkonstruktion samt Zierlichte gänzlich zerstört. Bei den folgenden Kampfhandlungen ging das aufgestellte Notdach zu Bruch. Vor dem Gebäude war nämlich eine russischen Batterie aufgestellt, die von den deutschen Truppen beschossen wurde, doch verfehlten viele Geschoße ihr Ziel und trafen die umliegenden Gebäude. Nach Kriegsende drang bei schweren Regenfällen das Wasser bis in die Tresorräume ein. Trotz der schweren Schäden wurde das Gebäude wieder instand gesetzt. Im Kassensaal entstand eine hochziehbare Tapisserie von Ceno Kosak, die vermeintliche Bezüge zur Geschichte des Standorts (Marc Aurel, Karl der Große, Walter von der Vogelweide…) aufzeigte. 1950 wurde an der Hauptfassade zum Platz Am Hof eine Tafel für Henri Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, angebracht. Bildhauer Oskar Thiede (1879-1961) schuf das Porträtrelief. 1995-1997 wurden Kassensaal und Beletage umgebaut.[9]

Park Hyatt Hotel

In der Nacht vom 17. auf den 18. November 2011, als die Renovierung des Gebäudes (federführender Investor René Benko, Generalplaner Architekt Heinz Neumann) längst begonnen hatte, zog ein Brand das Gebäude schwer in Mitleidenschaft. Die wandfesten, hochwertigen Ausstattungen im 1. Obergeschoß wurden weitgehend zerstört. Aufwendige Rekonstruktionsarbeiten und Restaurierungen folgten. Glücklicherweise hatte man vor dem Brand eine systematische Bestandsaufnahme durchgeführt.[10] Seit der Fertigstellung im Sommer 2014 befindet sich in diesem Gebäude das Park Hyatt Hotel (Park Hyatt Vienna) mit 143 Luxuszimmern und -suiten. Dabei wurden Büros zu Zimmer und Veranstaltungsräumen und der Kassensaal zu einem Restaurant. Im Tresorraum der ehemaligen Bank wurde ein Schwimmbad eingerichtet.[11] In den Jahren 2012 und 2013 führte die archäologische Betreuung von Aushubarbeiten für Wasserrohrauswechslungen und Hauskanalanschlüsse rund um das Gebäude durch die Stadtarchäologie Wien zur Freilegung von Bauresten aus verschiedenen Epochen.[12]

Einzelnachweise

  1. Krause / Mosser 2014, S. 224-227
  2. Mosser 2013, S. 185-187
  3. Perger 1991, S. 474
  4. Krause / Mosser 2014, S. 227-230
  5. Krause / Mosser 2014, S. 230-232
  6. Dehio 2003, S. 476
  7. Hudritsch 2014
  8. Dehio 2003, S. 492-496
  9. Dehio 2003, S. 494
  10. Hudritsch 2014
  11. Hudritsch 2014
  12. Krause / Mosser 2014

Literatur

• Dehio-Handbuch Wien. 1. Bezirk – Innere Stadt. Hg. von Bundesdenkmalamt. Horn-Wien: Berger 2003, S. 476 und 492-496 • Ludwig Eberle: Das Kriegsgebäude und der Platz Am Hof. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Alterthumsverein zu Wien 1884-1918. Jg. 30,1913, S. 149-151 • Ludwig Eberle: Die Demolierung des Kriegsgebäudes Am Hof. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Alterthumsverein zu Wien 1884-1918. Jg. 31.1914, S. 13-26 • Elisabeth Hudritsch: Phönix aus der Asche. Ehemalige Eskompte Bank wird Park Hyatt Vienna. Wien: Bundesdenkmalamt 2014 (wieder hergestellt, 38) • Heike Krause / Martin Mosser: Wien 1, Am Hof 1–2/Bognergasse 4/Seitzergasse 1–3. In: Fundort Wien 17 (2014), S. 224-232 • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 225-228 (Herzogshof und Münzstätte sowie Schenkung an die Karmeliten) und 229-239 • Martin Mosser: Wien 1, Bognergasse/Seitzergasse/Am Hof/Heidenschuß/Naglergasse, In: Fundort Wien 16 (2013), S. 182-188 • Richard Perger: Die Portale vom ehemaligen Kriegsministerium Am Hof. In: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1946 - lfd. Band 29,1974, S. 294-295 • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Franz Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22) • Othmar Pickl [Hg.]: Österreichisches Städtebuch. Band 7: Die Stadt Wien. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1999, S. 205


Links