Alfred Hirschenberger

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Personenname Hirschenberger, Alfred
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 1042284334
Geburtsdatum 11.07.1919
Geburtsort Wien
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Werkzeugmacher
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle
Letzte Änderung am  24.06.2016 durch WIEN1\lanm09hug
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Goldenes Verdienstzeichen des Landes wien16 Februar 201619 Mai 2016

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Alfred Hirschenberger, * 11. Juli 1919 Wien. Schriftsteller, Werkzeugmacher

Biographie

Alfred Hirschenberger, aufgewachsen in einem Gemeindebau auf der Brünner Straße in Floridsdorf, absolvierte nach Volks- und Hauptschule eine Lehre zum Werkzeugmacher und besuchte während seiner Gesellenzeit eine dreijährige Abendschule am Technischen Gewerbemuseum (TGM). 1939 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und geriet im Frühjahr 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Herbst 1945 nach Wien zurückkehrte. Hirschenberger arbeitete nach dem Krieg in der Metallwarenbranche, stieg zum Abteilungsleiter und schließlich zum Betriebsleiter auf.

In dem Text "Literarische Biografie" aus dem Band "Das Feigenblatt und andere Abwegigkeiten" (2013) datiert Hirschenberger den späten Beginn seines literarischen Schreibens auf Ende der 1970er Jahre: "Meine mir anvertraute Lebensgefährtin erkrankte unheilbar. Was in mir vorging, musste ich loswerden. Ich begann zu schreiben. Eine Art, sich mitzuteilen, dabei eine direkte Ansprechperson meidend." 1983 erschien dann sein erstes Buch mit dem Titel "Spiegelung", das dreizehn kurze Prosatexte enthält. Die Stimmung dieser Geschichten ist meist melancholisch, Alltagsimpressionen in poetischer Sprache wechseln mit pointiert vorgetragenen Gedanken. In "Um eine Hoffnung ärmer" begibt sich Hirschenberger ins proletarische Milieu der österreichischen Zwischenkriegszeit. Diese Erzählung aus "Spiegelung" wählten Erich Hackl und Evelyne Polt-Heinzl für ihre 2014 erschienene Anthologie "Im Kältefieber", in der Geschichten zum österreichischen Bürgerkrieg im Februar 1934 versammelt sind.

Die brutalen Ereignisse des Jahres 1934 sind auch Thema in Hirschenbergers autobiographisch grundiertem Buch "Eruption und Erosion. Ein Österreich-Roman", in dem eine direkte Linie vom Bürgerkrieg zum Dritten Reich gezogen wird: "Der Weg ist dem Faschismus freigeschossen. Das Stahlgewitter zieht auf." Der erste, erzählende Teil des Buches schildert den Aufstieg und Niedergang der österreichischen Arbeiterbewegung in der Zwischenkriegszeit, ein mit statistischem Material unterfütterter Essay über den Kapitalismus bildet den zweiten Teil. Bereits 2008 hatte Hirschenberger mit dem Buch "Die Welt, ein System von Annahmen" eine kritische Analyse oder, wie es im Untertitel heißt, eine "lustvolle Hinterfragung des Systems 'Kapitalismus'" vorgelegt. Darin beleuchtet er die scheinbar unantastbaren Prämissen des Kapitalismus, den Hirschenberger als "nicht wegzudenkende[s] Brauchtum" beschreibt. Das Buch endet mit der Frage: "Wäre es nicht an der Zeit, der Arbeit das Stigma zu nehmen, daß sie Kosten sei?"

Alfred Hirschenbergers schmales literarisches und essayistisches Werk weist ihn als belesenen und sprachgewandten Zeitzeugen aus, der sich einen kritischen Blick auf die österreichische Geschichte und Politik erarbeitet hat.

Werke

  • Alfred Hirschenberger: Spiegelung. Geschichten und Erzählungen. Wien: Uhlen 1983.
  • Liesing. Lainz. Langenzersdorf. Wien: Edition Maioli 1989.
  • Die Welt, ein System von Annahmen. Eine lustvolle Hinterfragung des Systems „Kapitalismus“. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag 2008 (edition wortmeldung 4).
  • Eruption und Erosion. Ein Österreich-Roman. Berlin: trafo Literaturverlag 2013 (Autobiographien 43).
  • Das Feigenblatt und andere Abwegigkeiten. Wien: gefco 2013.
  • Um eine Hoffnung ärmer. In: Erich Hackl und Evelyne Polt-Heinzl (Hg.): Im Kältefieber. Februargeschichten 1934. Wien: Picus 2014, S. 253–259.

Literatur