Albrecht II. (Österreich)

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Personenname Albrecht II. von Habsburg
Abweichende Namensform Albrecht II. von Österreich
Titel Herzog
Geschlecht männlich
GND 118848399
Geburtsdatum 12.12.1298
Geburtsort Habsburg (Schweiz)
Sterbedatum 20.07.1358
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Grablege Kartause Gaming; Pfarrkirche Gaming
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Herzog
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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NameVerwandtschaftsgrad
Rudolf IV.Sohn
Johanna von PfirtGattin
Albrecht I. (Österreich)Vater
Otto der FröhlicheBruder
Friedrich I. der SchöneBruder

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Albrecht II. von Habsburg, * 12. Dezember 1298 auf der Habsburg, Schweiz, † 20. Juli 1358 Wien (Grablege Kartause Gaming, 1797-1985 Pfarrkirche Gaming), Herzog von Österreich ("der Weise"), Sohn König Albrechts I. und Bruder Friedrichs des Schönen, Gattin (26. März 1324) Johanna Gräfin von Pfirt (Tochter des Graf Ulrich von Pfirt, Herrn von Rougemont). Albrecht, einer der klügsten und friedliebendsten Herrscher seiner Zeit, wirkte ab 1326 an der Regierung Österreichs mit, meist mit seinem Bruder Otto. Ab 13. Jänner 1330 war er teilweise gelähmt (daher auch zuweilen Beiname "der Lahme"); wie die 1985 anlässlich der Graböffnung vorgenommene anthropologische Untersuchung ergab, handelte es sich offenbar um Polyarthritis und nicht um eine Lähmung durch Vergiftung.

Albrecht gründete 1330 die Kartause Gaming (Niederösterreich), erwirkte 1335 für sich und seinen Bruder die Belehnung mit Kärnten und stellte friedliche Beziehungen zu König Johann von Böhmen († 1346), dessen Sohn Kaiser Karl IV. sowie zu Bayern her. Albrecht vermittelte die päpstliche Dispens für die zweite Ehe der Margarethe Maultasch von Tirol und wurde wiederholt als Schiedsrichter in Anspruch genommen. Notwendig war diese Intervention, da Margarethe Maultasch ihren ersten Mann, den Sohn des Königs Johann von Böhmen, aus Tirol hatte verjagen lassen. Im selben Jahr, in dem sein Bruder Otto starb (1339), wurde Albrechts Sohn Rudolf IV. († 1365) geboren. Albrecht vollendete mit dem Wien am 24. Juli 1340 verliehenen Stadtrecht die mittelalterliche Stadtrechtskodifikation; sie blieb in fast unveränderter Form bis zur Stadtordnung vom 12. März 1526 in Kraft. Am 23. April 1340 fanden die Feierlichkeiten anlässlich der Fertigstellung des "Albertinischen Chors" der Stephanskirche statt.

Unter Albrecht ist Wien generell Treffpunkt für diplomatische Gespräche: 1347 traf er sich mit König Ludwig dem Bayern, König Karl von Böhmen und König Ludwig von Ungarn in Österreich um über einen Frieden zu verhandeln, ebenfalls 1347 wurde in Wien durch die Augustiner ein großes Fest zu Ehren des Besuchs von König Ludwig der Große von Ungarn in Wien ausgerichtet. 1348 traf er sich mit König Karl von Böhmen in Begleitung ihrer jeweiligen Gemahlinnen in Laa an der Thaya, um die bereits bestehende Verlobung zwischen Rudolf IV. und Karls Tochter Katharina zu bekräftigen. Zusätzlich wurde die Prinzessin zur Erziehung an Albrechts Gemahlin Johanna übergeben. 1349 traf sich Albrecht gemeinsam mit König Ludwig von Ungarn mit dem päpstlichen Legaten Guido de Montfort. 1353 findet zwischen März und Mai in Wien ein Fürstenkongress statt, an dem König Karl IV, König Ludwig von Ungarn, Markgraf Ludwig von Brandenburg sowie weitere Bischöfe und Grafen von Albrecht und seinem ältesten Sohn Rudolf IV. empfangen wurden. Während des Kongresses wurden Geheimabkommen und Freundschaftsbündnisse erneuert sowie die letzen Vorbereitungen für die anstehende Hochzeit Rudolfs in Prag getroffen. Kurz darauf, zu Pfingsten, wurde im Stift Zwettl gemeinsam mit König Karl über die Situation im Konflikt mit den Zürchern beraten, ein Feldzug folgte, von dem Albrecht zu Weihnachten 1354 nach Wien zurückkehrte. Nach erneuten Konflikten mit den Eidgenossen vermittelte Albrecht zwischen König Ludwig dem Großen von Ungarn und Venedig, woraufhin die Österreicher im September Mähren plünderten. Als Reaktion darauf fiel Markgraf Johann Heinrich von Mähren in Österreich ein und verwüstete das Land, bis Albrecht sich zurück nach Wien begab und dies mit einem eigens aufgestellten Herr aus Wiener Bürgern und Edlen unterband. Die Aussöhnung mit den Mährern erfolgte 1357 um den 2. Februar herum, als König Ludwig von Ungarn mit seiner Gemahlin in Wien war um Verhandlungen durchzuführen und Markgraf Johann Heinrich ebenfalls nach Wien kam. Im Juli desselben Jahres machte Kaiser Karl mit 1.500 Berittenen in Wien auf dem Weg zum Kriegszug gegen Bayern zu beginnen halt. Albrecht verhinderte dies mit einer Intervention, in dem er den Frieden zwischen Karl IV. und den Herzog Stephan von Bayern wieder herstellte. IM Jahr darauf starb Albrecht am 20. Juli in Wien.

In Albrechts Regierungszeit fallen Missernten (durch Heuschrecken, 1338), Überschwemmungen (1340, 1342), Erdbeben (1348) und eine ganz Europa heimsuchende Pestepidemie (1348/1349), die mit einer Wirtschaftskrise verbunden war. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es Albrecht, durch zweckmäßige Maßnahmen die landesfürstlichen Einkünfte zu steigern. Durch ein von Karl IV. erlangtes "Privilegium de non evocando" (zirka 1348/1354, bestätigt 1361) gelang ihm außerdem eine wesentliche Festigung des Landesfürstentums. 1349 gründete Albrecht ein "Seelhaus" zu St. Theobald (6), das schon ein Jahrzehnt später in ein Kloster des Dritten Ordens und 1451 in ein Franziskanerkloster umgewandelt wurde. 1355 erließ Albrecht eine Hausordnung, in der er verfügte, dass seine Söhne die Länder ungeteilt und gemeinsam verwalten sollten. Als Albrecht starb, war nur der älteste seiner vier Söhne, Rudolf IV., alt genug für eine aktive Regierung. Auf einem der "Fürstenfenster" der Bartholomäuskapelle des Stephansdoms ist Albrecht bildlich festgehalten (heute Historisches Museum der Stadt Wien). Die Grabstelle Albrechts in Gaming wurde 1782 ausgeraubt, die Gebeine Albrechts II., seiner Gattin Johanna sowie der Gattin Albrechts III. wurden daraufhin in der Pfarrkirche von Gaming bestattet; erst 1985 wurden sie rückgeführt.

In den Jahren 1347 und 1348 kommt es zu einem Eklat um den Küchenmeister Albrechts, der zu Unrecht von einem Geistlichen beschuldigt wird, Albrecht vergiftet zu haben. Zur Strafe für seine falsche Anschuldigung wird der Geistliche am Friedhof bei St. Stephan lebendig eingemauert.

Literatur

  • Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Begründet von Hellmuth Rössler und Günther Franz, bearbeitet von Karl Bosl [u.a.]. Band 1: A-H. München: A. Francke 1973
  • Brigitte Hamann [Hg.]: Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Wien: Ueberreuter 1988
  • Alphons Lhotsky: Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jahrhunderts (1281 - 1358). Graz / Wien / Köln: Böhlau in Kommission 1967, S. 310 ff.
  • Alphons Lhotsky: Die Baugeschichte der Museen und der neuen Burg. Wien: F. Berger 1941 (Festschrift des Kunsthistorischen Museums zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes, 1) Band 2/1, S. 15 f., S, 19 ff., S. 32
  • Erich Zöllner: Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien / München: Österreichischer Bundesverlag [u.a.], Register
  • Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Band 1: Plastik in Wien. Wien [u.a.]: Selbstverlag des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 1970 (Geschichte der Stadt Wien / Neue Reihe, 7/1), Register
  • Erika Eloga: Albert II., Herzog von Österreich, Diss. Univ. Wien. Wien 1952
  • Die Zeit der frühen Habsburger. Dome und Klöster 1279 - 1379. Niederösterreichische Landesausstellung, Wiener Neustadt 12. Mai bis 28. Oktober 1979. Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abt. III/2 - Kulturabteilung 1979 (Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Neue Folge 85), S. 163, 366
  • Winfried Stelzer: Gründung und Grablege Herzog Alberts II. von Österreich. In: Kunst des Heilens. Aus der Geschichte der Medizin und Pharmazie. Niederösterreichische Landesausstellung, Kartause Gaming, 4. Mai - 27. Oktober 1991. Wien: Niederösterreichische Landesregierung 1991 (Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Neue Folge 276), S. 29 ff.
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach bei München: Verlag Dokumentation 1972
  • Ferdinand Opll: Nachrichten aus dem mittelalterlichen Wien. Zeitgenossen berichten. 1995

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