Akademische Legion

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Art der Organisation Verein
Datum von 1848
Datum bis
Benannt nach
Prominente Personen Josef Matthäus Aigner, Ferdinand Colloredo, Anton Füster
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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frühere Adressierung

BezirkStraßeHausnummerDatum vonDatum bis
1Universitätsstraße1
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Akademische Legion.

1) 1848 nach Ausbruch der Revolution in der Nacht vom 13. auf den 14. März gebildete bewaffnete Vereinigung von Studenten und graduierten Mitgliedern der Universität Wien. Die Akademische Legion war Teil der Nationalgarde und bestand aus fünf Korps (Juristen, Mediziner, Philosophen, Polytechniker, Kunstakademiker), die jeweils mehrere Kompanien umfaßten, deren Anführer gewählt wurden. Der Legionskommandant (zuerst Ferdinand Graf Colloredo-Mannsfeld, ab Mai Oberst Anton Pannasch, ab Oktober der Maler Josef Aigner) wurde vom Oberkommandierenden der Nationalgarde ernannt. Die Gesamtstärke der Akademischen Legion betrug im Mai 40 Kompanien mit insgesamt rund 6.000 Mann, im Juli 31 Kompanien mit insgesamt 4.665 Mann. Hauptquartier der Akademischen Legion war die Universitätsaula (Aula). Die „Sturmpetition" vom 15. Mai 1848, die sich gegen den ersten Verfassungsentwurf richtete, führte zur Auflösung der Akademische Legion am 25. Mai, Barrikadenbau und Mobilisierung von Vorstadtgarden erzwangen die Zurücknahme des Beschlusses. Im Oktober stand die Akademische Legion neuerlich in den Reihen der Revolutionäre, ihr Ausschuß betrieb die Mitwirkung an der Verteidigung Wiens gegen die Truppen des Fürsten Alfred Windisch-Graetz; nach dem Fall der Stadt streckten am 30. und 31. Oktober die letzten Legionäre die Waffen. Die Aula wurde vom Militär besetzt und erst 1856 geräumt. Feldkaplan der Akademische Legion war Anton Füster.

2) Während des Ersten Weltkriegs bestand von 5. August 1914 bis 1915 an der Universität eine Akademische Legion für den freiwilligen Frontdienst; zur Ausbildung wurden Chargenschulen eingerichtet.

3) Während der Zwischenkriegszeit gab es Akademische Legionen in der Heimwehr, im Republikanischen Schutzbund, in der Frontkämpfervereinigung und in den Ostmärkischen Sturmscharen.

Literatur

  • Franz Gall: Alma Mater Rudolphina. 1365 - 1965. Die Wiener Universität und ihre Studenten. Wien: Verlag Austria Press 1965, S. 154 ff.
  • Paul Molisch: Die Wiener akademische Legion im Jahr 1848. In: Monatsblatt des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 36 (1919), S. 25 ff.