Adele Sandrock

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Personenname Sandrock, Adele
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht weiblich
GND 118605429
Geburtsdatum 19.08.1864
Geburtsort Rotterdam, Niederlande
Sterbedatum 30.08.1937
Sterbeort Berlin
Begräbnisdatum
Friedhof Matzleinsdorfer evangelischer Friedhof, Ehrengrab
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schauspielerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Sandrockgasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  27.10.2017 durch WIEN1\lanm09egg
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
1Rotenturmstraße20
1Getreidemarkt5

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Adele Sandrock, * 19. August 1864 Rotterdam, Niederlande, † 30. August 1937 Berlin (Wiener Matzleinsdorfer evangelischer Friedhof, Ehrengrab, Grabdenkmal von Carl Anselm Zinsler), Schauspielerin.

Übersiedelte mit der Familie 1874 nach Berlin und erlernte ab diesem Zeitpunkt die deutsche Sprache. Sie debütierte 1880 in Rotterdam, spielte kurz darauf in Berlin und war in den folgenden Jahren in der Provinz, aber auch am Hoftheater Meiningen tätig, bis sie 1883 am Deutschen Theater Berlin als "Minna von Barnhelm" den Durchbruch schaffte. 1884 holte sie Heinrich Laube ans Wiener Stadttheater; schlagartig berühmt wurde sie mit der Rolle der Iza in Dumas' "Der Fall Clemençeau". In den folgenden Jahren entwickelte sie sich am Deutschen Volkstheater von der jugendlichen Liebhaberin zur kraftvollen Tragödin. Ab 1895 spielte sie am Burgtheater klassische Frauengestalten (Debüt als Maria Stuart) und Rollen in Gesellschaftsstücken (nach dem Erfolg als Christine in Schnitzlers "Liebelei" folgten weitere Schnitzler-Rollen), die sie durch dämonische Leidenschaftlichkeit zur Wirkung brachte. Wegen Unstimmigkeiten (ihr aufwendiger, von großem Temperament geprägter Lebensstil stand in krassem Gegensatz zu den Ansichten der konservativen Direktion) ging sie wieder ans Volkstheater (1904) beziehungsweise zu Max Reinhardt ans Deutsche Theater in Berlin (1905-1910), gastierte aber auch an anderen Berliner Bühnen und kehrte immer wieder auch ans Volkstheater zurück. Als sie 1911 engagementlos in Wien lebte, wechselte sie zum Film, in dem sie als skurrile Dame (später als komische Alte) brillierte und einem breiten Publikum bekannt wurde. Sie wirkte an 77 Stumm- und 83 Tonfilmen mit (darunter Die Waise von Lowood, 1926; Der Kongreß tanzt, 1931; Alles hört auf mein Kommando, 1934; Die englische Heirat, 1934; Amphytrion, 1935; Der Favorit der Kaiserin, 1936). Verewigt hat sie sich als herrschsüchtige Schwiegermutter und geniale Komikerin, wobei ihre dunkle, bedrohliche Stimme die Rollen prägte. Die Memoiren "Mein Leben" erschienen postum (1940). Sie wohnte 1, Getreidemarkt 5, und 1, Rotenturmstraße 20; ihre Liebe zu Wien fand auch in ihrem letzten Wunsch Ausdruck, in Wien begraben zu werden. Sandrockgasse (später Sambeckgasse).

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Wien: Daberkow 1889 ff.
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954 - lfd. (Rollen- und Literaturverzeichnis)
  • Richard Bamberger [Hg.]: Österreich-Lexikon in zwei Bänden. Wien: Verlags-Gemeinschaft Österreich-Lexikon 1995
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, Wien: Ueberreuter 1992
  • Herbert Holba / Günter Knorr / Peter Spiegel: Reclams Deutsches Filmlexikon. Filmkünstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stuttgart: Reclam 1984
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008) (Register)
  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949, S. 39
  • Walburga Renger: Adele Sandrock. Diss. Univ. München. München 1950
  • Wiener Zeitung, 03.08.1987
  • Rathaus-Korrespondenz, 28.08.1962; 17.09.1964; 27.08.1987