Adam-und-Eva-Haus

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1., Am Hof 3-5, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1391
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Militärstöckel
Benannt nach Adam-und-Eva-Spiel
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  20.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Am_Hof3-5.jpg
Bildunterschrift  1., Am Hof 3-5, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtAm Hof3
Innere StadtIrisgasse2
Innere StadtNaglergasse22

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Adam-und-Eva-HausInnere StadtHundsfottgässel (1)
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt31918211862
Stadt34717951821
Stadt21617701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Adam-und-Eva-Haus ("Zum Adam und zur Eva"; 1, Am Hof 3 [Teil], Naglergasse 22 [Teil], Irisgasse 2; Konskriptionsnummer 319).

Die Geschichte dieses Hauses an der Ecke Am Hof/ Hundsfottgässel (heute Irisgasse) reicht bis in die Zeit der ersten Habsburger zurück. Es stand im Besitz von Ulrich II. von Kapellen (1250-1301), der ein Vertrauter Rudolfs I. von Habsburg war. Ob er das Gebäude, das am Herzogshof neben der Pankrazkapelle lag, erbauen ließ oder erwarb, ist unklar. Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses stammt erst aus dem Jahr 1391. Im Jahr 1403 gab es einen Nachbarschaftsstreit wegen einer zu errichtenden Mauer. Daher fand am 3. Juli 1403 (vor Baubeginn) und am 5. März 1405 (nach Fertigstellung) eine Beschau durch zwei Ratsherren statt. Für die nächsten 150 Jahre fehlen alle Daten zu diesem Haus.

Spätestens zu Beginn des 17. Jahrhunderts trug das Haus das Schild "Zum Adam und zur Eva". Der Name leitet sich vom seinerzeit beliebten Adam-und-Eva-Spiel ab, das im Fasching besonders im Hundsfottgässel abgehalten, jedoch unter Maria Theresia wegen Sittengefährdung verboten wurde.

1764 bis 1775 stand das Haus im Besitz des Buchdruckers Josef Lorenz Edler von Kurzböck (1736-1792). Zu dieser Zeit hatte das Gebäude zwei Stockwerke, ein hohes Spitzdach mit zwei Mansarden und einen im ersten Stockwerk über die ganze Hausbreite führenden Balkon. Im ersten Stock war eine Militäragentur untergebracht, die sich mit der gerichtlichen Vertretung von Heeresangehörigen beschäftigte. Wegen dieser Agentur wurde das Haus im 18. Jahrhundert auch "Militärstöckel" genannt. Entgegen anders lautender Vermutungen war es jedoch nie im Besitz des Hofes. Gegen Ende dieses Jahrhunderts wird das Haus bereits vierstöckig und mit einem Erkervorsprung, jedoch ohne Balkon dargestellt.

1878 wurde das Haus mit dem benachbarten Hallweilschen Haus (Haus Stadt 320) zu einem vierstöckigen Prachtbau damaliger Prägung vereinigt. 1913 entstand an seiner Stelle (unter Einbeziehung der Nuntiatur) ein Neubau mit moderner Fassade.

siehe auch Am Hof 3-4.


Literatur

  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 309
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 250-252