Alsergrund

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Bezirkswappen Alsergrund
Art des Objekts Bezirk
Jahr von 1850
Jahr bis
Name seit 1044
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Als
Bezirk 9
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle
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Bildname Wappen09.jpg
Bildunterschrift  Bezirkswappen Alsergrund
Bildquelle WSTLA
Bildrechte CC BY 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Alsergrund (9. Bezirk), 2,99 Quadratkilometer, 39.549 Einwohner (1991). Die Gegend an der Als wird schon 1044 urkundlich erwähnt (Alser Straße, Alservorstadt). Auf dem Boden des Bezirks lagen alte Siedlungen; auch das Wegenetz weist auf eine frühe Besiedlung hin. Dennoch war der größte Teil des heutigen Bezirks im Mittelalter unverbaut. Donauseitig erstreckten sich weite Augebiete (Roßau, Schottenau, Spittelau, Oberer Werd, Seegasse [Hinweis auf Wasserflächen]); den Rand dieses überschwemmungsgefährdeten Gebiets markieren Liechtensteinstraße und Porzellangasse. Vom linken Alsbachufer bis Währing dehnte sich Ackerland (Michelbeuern- und Himmelpfortgrund). Zur Zeit der Eingemeindung (1850) umfasste der neu geschaffene (damals achte) Bezirk Alsergrund die früheren Vorstädte Althan (Althangrund), Himmelpfortgrund, Lichtental, Michelbeuern, Roßau, Am Thury und den nördlichen Teil der Alservorstadt. Nach der Abtrennung Margaretens von der Wieden als fünften Bezirk (1862) wurden die Bezirke neu numeriert, seither ist der Alsergrund neunter Bezirk. Die Bezirksgrenze gegenüber dem 8. Bezirk war ursprünglich die Florianigasse (Alservorstadt). Im Zuge der Wiederbesiedlung entstand ab 1646 die Vorstadt Thury (Brücke und Kapelle im Bereich östlich der Markthalle [bei Liechtensteinstraße 71, Alserbachstraße 11]). Im 17. Jahrhundert wurde die heutige Mariannengasse besiedelt, Siedlungsteile des 17. und 18. Jahrhunderts sind entlang der Alser Straße bis zur Skodagasse anzunehmen. 1691-1711 wurde im Augelände das Liechtensteinpalais erbaut. Im Anschluss an das Liechtensteinsche Brauhaus entstand im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts die Vorstadt Lichtental, die ein ähnliches Baublocksystem aufweist wie der Spittelberg. In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde der rechteckige Sobieskiplatz angelegt (Analogie zur Platzform des Albert-, Benno- oder Mozartplatzes). Nach der Eingemeindung entfaltete sich eine großstädtische Siedlungsentwicklung (am frühesten am Michelbeuerngrund beiderseits der Währinger Straße, entlang der Porzellangasse und bei der Türkenstraße [Errichtung von „Neu-Wien" 1854]). Heute bedeckt der Bezirk das Gebiet zwischen Alser Straße und Donaukanal, wobei ein Steilrand zwischen Währinger Straße und Liechtensteinstraße das tiefer gelegene einstige Augebiet von einem Höhenrücken trennt, der seinerseits wieder von Bachbetten (die inzwischen überwölbt wurden, jedoch in den Straßenzügen kenntlich geblieben sind) durchfurcht wird (Als [Überwölbung 1840-1846], Währinger Bach, Döblinger Bach). Alser Kaserne, Alser Straße, Bürgerversorgungshaus, Chemisches Institut, Franz-Josefs-Bahnhof, Gewehrfabrik, Josephinum, Konsularakademie, Allgemeines Krankenhaus (mit Neuen Kliniken und Allgemeinem Krankenhaus Wien-Neubau), Lazarett, Oesterreichische Nationalbank, Servitenkirche, St.-Anna-Kinderspital, Strudlhofstiege, Trinitarierkirche, Volksoper, Waisenhaus; Bezirksmuseum Alsergrund.

Bezirksplan Alsergrund (1862)
Gasbeleuchtung Alsergrund (1851)
Plan des Himmelpfortgrunds 1825
Situationsplan der Nussdorfer Linie (1837)
Bezirksplan vom Alsergrund mit Einzeichnung der Überschwemmungsgebiete (1865)


Häuser (Vorstädte [auf Bezirksboden] beziehungsweise Bezirk)

  • 1857: 861
  • 1864: 892
  • 1869: 930 +
  • 1880: 1.119
  • 1890: 1.307
  • 1900: 1.434
  • 1910: 1.643
  • 1923: 1.689
  • 1934: 1.664
  • 1951: 1.440
  • 1961: 1.545
  • 1971: 1.691
  • 1981: 2.016
  • 1991: 2.073
  • 2001: 2.083
  • 2011: 1.910


+ Bis 1869 Summe Alservorstadt, Michelbairengrund, Himmelpfortgrund, Thury, Lichtental, Althan, Rossau (soweit bereits existierend).

Einwohner (heutiges Gebiet)

  • 1777: 22.308
  • 1783: 23.649
  • 1796: 23.532
  • 1830: 32.483
  • 1840: 37.929
  • 1851: 42.738
  • 1857: 47.559
  • 1869 alt: 59.262
  • 1869: 65.910
  • 1880: 73.740
  • 1890: 87.150
  • 1900: 101.382
  • 1910: 112.042
  • 1923: 94.623
  • 1934: 83.407
  • 1939: 72.109
  • 1951: 74.731
  • 1961: 64.929
  • 1971: 54.788
  • 1981: 45.314
  • 1991: 40.416
  • 2001: 37.821
  • 2011: 39.291


+ Bis 1869 alt Summe Alservorstadt (Teile), Michelbairengrund, Himmelpfortgrund, Thury, Lichtental, Althan, Rossau (soweit bereits existierend).


Bezirksvorsteher

  • Ignaz Gerstle (1862-1889);
  • Franz Löblich (1889-1897);
  • Josef Schwanzar (Christlichsozialer, 1897-1902);
  • Josef Stary (Christlichsozialer, 1902-1919);
  • Josef Schober (Sozialdemokrat, 1919-1934; *5. Mai 1874, † 25. Jänner 1960; Josef-Schober-Hof);
  • Franz Erban (Christlichsozialer, 1934-1938);
  • Heinrich Hart (Kommunistische Partei Österreichs; April beziehungsweise 24. Juli 1945- 16. April 1946; * 21. November 1875 Datschitz, † 2. November 1952 Wien);
  • Johann Rajnoha (Sozialistische Partei Österreich 16. April 1946- 27. April 1950 und 20. Dezember 1954- 18. Dezember 1959; *27. März 1898 Wien, † 21. Dezember 1963 Wien);
  • Rudolf Wohlmuth (Österreichische Volkspartei; 27. April 1950- 20. Dezember 1954; * 15. Dezember 1898 Wien, † 11. Februar 1964 Wien);
  • Roman Köchl (Österreichische Volkspartei; 18. Dezember 1959- 26. Februar 1964 und 23. November 1964- 29. Mai 1969; * 6. Oktober 1920);
  • Dr. Franz Bauer (Österreichische Volkspartei; 4. März- 23. November 1964; * 16. März 1927 Wien, † 1. März 1988 Wien);
  • Karl Schmiedbauer (Sozialistische Partei Österreich 29. Mai 1969- 13. Dezember 1978; * 19. August 1922);
  • Wolfgang Schmied (Österreichische Volkspartei; 13. Dezember 1978- 19. Dezember 1991; * 31. März 1942);
  • Hans Benke (Sozialidemokratische Partei Österreich; seit 19. Dezember 1991; * 3. Februar 1945).

Bezirkswappen:

  • Flügel des Erzengels Michael (Michelbeuerngrund),
  • Lamm mit Kreuzfahne (Himmelpfortgrund),
  • heiliger Johannes der Täufer mit Lamm (Thury),
  • Elster (Alsergrund),
  • von der Sonne überhöhtes Tal (Lichtental),
  • Hubertushirsch (Althan),
  • Baumgruppe (Roßau).

Siehe auch

Literatur

  • Hans Mück: Quellen zur Geschichte des Bezirks Alsergrund. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1978 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 3)
  • Alfred Wolf: Alsergrund-Chronik. Von der Römerzeit bis zum Ende der Monarchie. 1981
  • Alfred Wolf: Der Alsergrund zur Römerzeit. In: Wiener Geschichtsblätter. Band 31 Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1976, S. 239 ff.
  • Helga Maria und Alfred Wolf: Alsergrund-Album. 1982
  • Robert Messner: Der Alsergrund im Vormärz. 1970
  • Robert Messner: Die Josefstadt im Vormärz. Historisch-Topographische Darstellung der westlichen Vorstädte (nördliche Hälfte) und westlichen Vororte Wiens auf Grund der Katastralvermessung. Wien: Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs 1973 (Topographie von Alt-Wien, 3), S. 30 f., S. 78 ff., S. 169ff., S. 255, S. 266 f.
  • Felix Czeike: IX. Alsergrund. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 9) 1981
  • Brigitta Psarakis: Wien in alten Ansichtskarten: Josefstadt und Alsergrund. 1989
  • Karl Hofbauer: Die Alservorstadt mit den ursprünglichen Besitzungen der Benediktinerabtei Michelbeuern am Wildbache Als. 1861
  • Leopold Donatin: Der Alsergrund einst und jetzt. Für die Jugend und das Volk geschildert. Wien 1904
  • Bezirksnachrichten vom Alsergrund 1 (1905) - 10 (1915)
  • Beiträge zur Heimatkunde, des IX. Wiener Gemeindebezirks 1 ff. (l966 ff.)
  • Das Heimatmuseum Alsergrund (Zeitschrift des Bezirksmuseums; seit 1960)
  • Band 1 (Naturverhältnisse, Gebiet, Bevölkerung, Gesundheits- und Wohlfahrtswesen) 1956 (Statistische Mitteilungen der Stadt Wien, Jg. 1956, Sonderh. 1), S. 59
  • Adalbert Klaar: Die Siedlungsformen Wiens. Wien: Zsolnay 1971, S. 60
  • Band 1 (Naturverhältnisse, Gebiet, Bevölkerung, Gesundheits- und Wohlfahrtswesen) 1956 (Statistische Mitteilungen der Stadt Wien, Jg. 1956, Sonderh. 1), S. 24 f., S. 59, S. 62
  • Kurt Stimmer [Herausgeber]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [unter anderem]: Jugend & Volk 1988, S. 178 ff.
  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 186 ff.
  • Helmut Weihsmann: Das Rote Wien. Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934. Wien: Promedia 1985, S. 289 ff.
  • Hans Hautmann / Rudolf Hautmann: Die Gemeindebauten des Roten Wien 1919-1934. Wien: Schönbrunn-Verlag 1980, S. 298 ff.
  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. Jänner-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 233 ff.
  • Wolfgang J. Bandion: Steinerne Zeugen des Glaubens. Die Heiligen Stätten der Stadt Wien. Wien: Herold 1989, S. 184 ff.
  • Alfred Missong: Heiliges Wien. Ein Führer durch Wiens Kirchen und Kapellen. Wien: Wiener Dom-Verlag ³1970, S. 161 ff.
  • Norbert Rodt: Kirchenbauten in Wien 1945-1975. Auftrag, Aufbau und Aufwand der Kirche in Wien. Wien: Wiener Dom-Verlag 1976 (Veröffentlichungen des Kirchenhistorischen Instituts der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, 19), S. 125
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990
  • Leopold Hochberger / Joseph Noggler: Geschichte der Wiener Apotheken. Wien: Verlag des Wiener Apotheker-Hauptgremiums 1917-1919, S. 172 ff.
  • Helmut Kretschmer: Wiener Musikergedenkstätten. Wien: Jugend & Volk ²1990
  • Andreas Lehne: Jugendstil in Wien. Architekturführer. Wien: J & V Ed. ²1990, S. 97 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 269 ff.
  • Saskia Blatakes: Freudsche Dissonanzen. In: Wiener Zeitung, 31.01.2015, S. 19


Bevölkerungsgeschichte

  • Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Wien: http://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Wien.pdf
  • Andreas Weigl: Eine Neuberechnung der Bevölkerungsentwicklung Wiens nach Bezirken 1777-1869. In: Wiener Geschichtsblätter 50 (1995), S. 219-238.
  • Statistik Austria, Volkszählung 2001. Wohnbevölkerung nach Gemeinden (mit der Bevölkerungsentwicklung seit 1869). Wien 2002, S. 98 f.
  • Statstik Austria: Census 2011 Wien. Ergebnisse zur Bevölkerung aus der Registerzählung. Wien 2013, S. 32.
  • Statstik Austria: Census 2011 Gebäude- und Wohnungszählung. Ergebnisse zu Gebäuden und Wohnungen aus der Registerzählung. Wien 2013, S.152.
  • Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 2004. Wien 2004, S. 178.