Innere Stadt

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Bezirkswappen Innere Stadt
Art des Objekts Bezirk
Jahr von
Jahr bis
Name seit 1850
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 1
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  6.02.2017 durch WIEN1\lanm08wei
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Bildname Wappen01.jpg
Bildunterschrift  Bezirkswappen Innere Stadt
Bildquelle WSTLA
Bildrechte CC BY 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Innere Stadt (1. Bezirk), 2,88 Quadratkilometer.

Der erste Bezirk wurde 1850 als Innere Stadt geschaffen, als das Provisorische Gemeindegesetz für Cisleithanien von 1849 festlegte, dass Vorstädte mit der Stadt selbst jeweils eine gemeinsame Ortsgemeinde zu bilden haben.[1]

1850 wurden in der von der k.k. Statthalterei kundgemachten Provisorischen Gemeindeordnung für die Stadt Wien[2] das Areal der ummauerten Stadt, das Glacis und die Vorstädte bis zum Linienwall in zunächst acht Bezirke (ab 1861 neun) gegliedert. Eine kleine Grenzkorrektur zugunsten des 1. Bezirks, die Erweiterung um das bis dahin zum heutigen neunten Bezirk gerechnete Gebiet zwischen Schottenring und Maria-Theresien-Straße, ergab sich 1862.

Der Bezirk umfasste zunächst das Areal der ummauerten Stadt und einen Teil des Glacis. Die Bezirksgrenze verlief vor dem Bau von Ringstraße und Lastenstraße etwa in der Mitte des damals Esplanade genannten Glacis, dann den Wienfluss entlang; siehe Esplanade mit Fortifikationsrayon (1817). In der Kundmachung der Statthalterei vom 20. März 1850 wurde dies so beschrieben:

"... von der Augartenbrücke längs der Spalier am Fußwege der Esplanade-Hauptstraße um die Stadt herum bis an die gemauerte Wienbrücke vor dem Kärnthnerthore, vor hier den untern Rand des linken Ufers der Wien abwärts, bis zu ihrer Mündung in den Donaukanal und von da den untern Rand des rechten Ufers des Donaukanals aufwärts bis wieder zur Augartenbrücke."[3]

Nach der mit kaiserlichem Handschreiben vom 20. Dezember 1857 eingeleiteten Schleifung der aus der Renaissancezeit stammenden Basteibefestigung und der Verbauung des die Festung umgebenden Glacis wurde der Bezirk bis an dessen äußeren Rand (innerer Vorstädterand) erweitert; so entstand die Ringstraßenzone. Die damals festgelegte Bezirksgrenze gilt bis heute.

1., Gasse in der Inneren Stadt, um 1940

Während die Verbauung der Ringstraßenzone vor dem ehemaligen Kärntnertor bereits 1858 begann und die Ringstraße in ihrem ersten Teilstück 1865 offiziell eröffnet wurde, wurde das Josefstädter Glacis (1) (siehe Rathaus) erst ab 1870 (Auflassung des Exerzier- und Paradeplatzes) und das Stubenviertel (siehe u. a. Regierungsgebäude, Postsparkassenamt) erst nach dem Abbruch der Franz-Joseph-Kaserne (1900/1901) verbaut.

Im 1945-1955 besetzten Nachkriegsösterreich hatte der 1. Bezirk eine besondere Funktion. Er war als so genannte Interalliierte Zone gemeinsames Besatzungsgebiet aller vier alliierten Mächte in Österreich. Sie wechselten einander in der Verwaltung der Inneren Stadt von 1. September 1945 bis Juli 1955 im monatlichen Wechsel ab.[4]

Von 1971 an wurden in der Inneren Stadt die ersten Fußgängerzonen Wiens eingerichtet.


Häusernummerierung

Übersicht über die Phasen der Nummerierung der Häuser (Konskriptionsnummern) in der Vorstadt siehe: Häusernummerierung

Bezirksvorsteher

  • (erstmals 1890 eingesetzt): Anton Picker (Christlichsozial; 1890-1903)
  • Josef Wieninger (Christlichsozial; 1903-1925)
  • Otto Urbach (Sozialdemokratische Arbeiterpartei; 1932-1934)
  • Dr. Eduard Siegmeth (Diktatur, 1934-1938)
  • Theodor Köpl (Kommunistische Partei Österreichs; April - 24. Juli 1945; * 3. August 1901, † 9. Juni 1978)
  • Fritz Schukeld (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 24. Juli - 3. Oktober 1945; * 29. Juni 1900)
  • Adolf Planck (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 3. Oktober 1945 - 16. April 1946; * 21. März 1903, † 22. November 1990)
  • August Altmutter (Österreichische Volkspartei; 16. April 1946 - 31. August 1948; * 19. April 1898, † 6. Oktober 1978)
  • Franz Eichberger (Österreichische Volkspartei; 1. September 1948 - 15. März 1951; * 6. September 1890, † 15. März 1951)
  • Dr. Otto Friesinger (Österreichische Volkspartei; 28. Juni 1951- 31. August 1968; * 12. November 1913, † 26. November 1980)
  • Ing. Heinrich Heinz (Österreichische Volkspartei; 9. September 1968 - 16. Dezember 1987; * 19. Oktober 1920)
  • Dr. Richard Schmitz (Österreichische Volkspartei; 16. Dezember 1987 - 19. April 2001; * 29. Jänner 1940)
  • Franz Grundwalt (Österreichische Volkspartei; 19. April 2001 - 22. Dezenber 2005; * 18. Oktober 1940)
  • Ursula Stenzel (Österreichische Volkspartei; seit 22. Dezember 2005 * 22. September 1945)

Bezirkswappen

Kreuzschild (identisch mit dem Wappen der Stadt Wien).

Siehe auch

Römerzeit

Mittelalter

Neuzeit

Quellen

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur, Wien ²1951 ff (Manuskript im WStLA)
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. 11 Bände. Wiesbaden: Steiner 1969-1981
  • Felix Czeike: Die Entwicklung der Inneren Stadt bis zum Fall der Basteien. In: Handbuch der Stadt Wien. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1973 (87), III / S. 3 ff.
  • Felix Czeike: Das Wiener Stadtbild in Gesamtansichten. Die Darstellungen der gotischen Stadt. In: Handbuch der Stadt Wien. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1974 (88), II / S. 13 ff.
  • Felix Czeike: Von der Gotik zur Barockstadt. In: Handbuch der Stadt Wien. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1975 (89), II / S. 17 ff.
  • Felix Czeike: Wien in alten Ansichtskarten. Innere Stadt. 1992
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1)
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22);
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993
  • Robert Mucnjak: Führer durch Alt-Wien. Innere Stadt. Wien: Der Museumsverein Innere Stadt 1980 (Schriftenreihe des Bezirksmuseums, 3);
  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 41 ff.
  • Robert Messner: Wien vordem Fall der Basteien. 1957
  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20)
  • Eugen Meßner: Die Innere Stadt Wien. Ein Beitrag zur Heimatkunde des 1. Wiener Gemeindebezirkes. 1928
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1973 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs)
  • Friedrich Brunner: Bezirksvertretungen in Wien. Historische Entwicklung, Rechtsgrundlagen, Aufgaben, Dezentralisierung, Wahlergebnisse, Personenindex, Rückblick und Zukunft. Hg. von Josef Rauchenberger. Wien: PR-Verlag 1990
  • Josef Rauchenberger [Hg.]: Stichwort Demokratie. 50 Jahre Zeitgeschehen. Politisches Handbuch. Wien: PR-Verlag 1994
  • Kurt Stimmer [Hg.]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1988, S. 37 ff.
  • Wolfgang J. Bandion: Steinerne Zeugen des Glaubens. Die Heiligen Stätten der Stadt Wien. Wien: Herold 1989, S. 28 ff.
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990
  • Helmut Kretschmer: Wiener Musikergedenkstätten. Wien: Jugend & Volk ²1990
  • Andreas Lehne: Jugendstil in Wien. Architekturführer. Wien: J & V Ed. ²1990, S. 11 ff.
  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 9 ff.
  • Leopold Hochberger / Joseph Noggler: Geschichte der Wiener Apotheken. Wien: Verlag des Wiener Apotheker-Hauptgremiums 1917-1919, S. 3 ff.
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, S. 5 ff.
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 4 ff.
  • Emmerich Siegris: Alte Wiener Hauszeichen und Ladenschilder. Wien: Burgverlag 1924, S. 74 ff.
  • Thomas Martinek, S. 3 ff.
  • Kaffeehäuser in Wien. 1990, S. 20 ff.
  • Berndt Anwander: Beisln und Altwiener Gaststätten. 1991, S. 22 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 121 ff., S. 309 ff.

Einzelnachweise

  1. Kaiserliches Patent vom 17. März 1849, RGBl. Nr. 170 / 1849, § 2 (= S. 203 ff.)
  2. Landesgesetzblatt Nummer 21 / 1850 vom 20. März 1850
  3. Landesgesetzblatt Nummer 21 / 1850 vom 20. März 1850, § 2
  4. siehe Wikipedia: Besetztes Nachkriegsösterreich#Besatzungssektoren in Wien