Österreichischer Kunstverein

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Art der Organisation Verein
Datum von 1850
Datum bis 1918
Benannt nach
Prominente Personen Ferdinand Georg Waldmüller, Rudolf Arthaber
Quelle
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BezirkStraßeHausnummer
1Weihburggasse22

frühere Adressierung

BezirkStraßeHausnummerDatum vonDatum bis
1Tuchlauben81898
Es wurden noch keine Bezeichnungen zu dieser Organisation erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Österreichischer Kunstverein ("Neuer Kunstverein"), nach einer Idee von Ferdinand Georg Waldmüller durch den Kunstsammler und Industriellen Rudolf von Arthaber gemeinsam mit einigen anderen Kunstfreunden am 22. Juli 1850 gegründeter Verein der Kunstfreunde. Im Gegensatz zum älteren Verein zur Beförderung der bildenden Künste, der sich der heimischen Kunst annahm, sollte der Österreichische Kunstverein auch Werke fremder Kunstschulen nach Wien bringen. Der neue Verein konnte bald gute kommerzielle Erfolge erzielen; man begann sogar die importierte Kunst höher zu schätzen als die Wiener Kunst. Arthaber wollte 1851 den neuen mit dem älteren Kunstverein vereinigen, doch blieben seine Bemühungen erfolglos; man konnte sich weder bei der Statutenanpassung noch bei der Aufteilung der Funktionärsposten einigen. Als die Teilnahme Österreichs an der großen Kunst- und Industrieausstellung 1855 in Paris keinen Erfolg gebracht hatte, gründeten Conrad Grefe und seine Kollegen die Künstlervereinigung Eintracht. 1869 gab es Fusionierungsverhandlungen mit der Nachfolgeorganisation der Eintracht, der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus), die ebenfalls kein Ergebnis brachten. Anfang der 80er Jahre geriet der Österreichische Kunstverein in eine tiefe Krise, sodass ihm 1883 der Kaiser sein Protektorat entzog; man sprach bereits offen über eine Auflösung. Wohl konnte sich der Verein wieder konsolidieren, aber er erreichte nie mehr seine anfängliche Bedeutung. Sein Domizil war bis etwa 1898 im Haus 1, Tuchlauben 8. Um 1902 wurde der Österreichische Kunstverein reorganisiert, präsentierte noch einige interessante Ausstellungen (1, Weihburggasse 22), dürfte sich aber gegen Ende des Ersten Weltkriegs aufgelöst haben.


Literatur

  • Wilhelm von Weckbecker [Red.]: Handbuch der Kunstpflege in Österreich. Hg. vom K.K. Ministerium für Cultus und Unterricht. Wien: Schulbücher-Verl. ³1902, S. 234
  • Arthur Roessler / Gustav Pisko [Hg.]: Ferdinand Georg Waldmüller. Sein Leben, sein Werk und seine Schriften. Wien: Pisko 1907, S. 5
  • Fritz Feichtinger: 130 Jahre Oberösterreichischer Kunstverein - eine kritische Bilanz. In: Oberösterreichische Heimatblätter 3/4 (1981), S. 250-285