Liesing

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Eine Straße in Liesing (1958)
Art des Objekts Bezirk
Jahr von
Jahr bis
Name seit 1945
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  17.03.2016 durch DYN\krabina
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Bildname Liesing.jpg
Bildunterschrift  Eine Straße in Liesing (1958)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 58366/18
Bildrechte Wiener Stadt- und Landesarchiv
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Liesing (23. Bezirk). Bis 1938 war Liesing eine selbständige Ortsgemeinde südlich von Wien (ursprünglich Gassengruppendorf, Stadterhebung 1905), 1938-1945 war es namengebender Teil des 25. Bezirks (Liesing, ehemaliger 25. Bezirk), seit 1945 ist es namengebender Teil des 23. Bezirks, dem die (bis 1938) selbständige niederösterreichische Gemeinden Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf (ausgenommen der nördliche Teil [Inzersdorf-Stadt, 10]), Kalksburg, Liesing, Mauer, Rodaun und Siebenhirten sowie die ursprünglich niederösterreichischen Gemeinden Auhof und Hadersdorf-Weidlingau, der südliche Teil von Weidlingbach und der Exelberg angehören. Der Bezirk Liesing erstreckt sich vom Wienerwald beiderseits des Liesingbachs ins Wiener Becken, wo zwischen den alten Ortskernen ausgedehnte Wohnsiedlungen entstanden sind.

Aus dem Liesinger Schloß wurde ein Altersheim. Die Pfarrkirche "Zum heiligen Servatius" (Liesinger Kirche) wurde 1945 zerstört und 1953 durch einen Neubau ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man mit dem Aufbau einer ausgedehnten Industriezone. Da das städtebauliche Grundkonzept für Wien unter anderem auch eine sinnvolle Entflechtung von Wohn- und Betriebsstätten vorsieht, erwarb die Stadt Wien, um die Absiedlung von Unternehmen aus dichtverbauten Stadtteilen zu ermöglichen, unverbaute Flächen in Liesing, die als Industriegebiet gewidmet wurden. Das Areal (an der Perfektastraße) ist rund 76.000 m2 groß und liegt verkehrstechnisch günstig.

Liesing ist durch Südbahn, Südautobahn, Badner Lokalbahn, Straßenbahn (Linie 64, seit 15. April 1995 U 6) und Buslinien mit Wien verbunden. In Inzersdorf, wo auch das Ende der Südautobahn liegt, entstanden eine Kläranlage und der Gemüsegroßmarkt, in Alterlaa große Wohnhausanlagen.

Häuser (Vororte [auf Bezirksboden] beziehungsweise Bezirk)

  • 1951: 4.440
  • 1961: 5.538
  • 1971: 8.145
  • 1981: 11.960
  • 1991: 14.279
  • 2001: 15.450
  • 2011: 15.575

Einwohner (heutiges Gebiet)

  • 1783: 4.368
  • 1794: 4.103
  • 1830: 6.773
  • 1846: 8.002
  • 1851: 9.182
  • 1857: 12.441
  • 1869: 13.945
  • 1880: 17.940
  • 1890: 22.298
  • 1900: 29.619
  • 1910: 38.047
  • 1923: 36.064
  • 1934: 39.739
  • 1939: 39.125
  • 1951: 36.947
  • 1961: 41.762
  • 1971: 65.164
  • 1981: 72.998
  • 1991: 81.853
  • 2001: 84.716
  • 2011: 94.456

Bezirksvorsteher

  • Dr. Karl Altmann (Kommunistische Partei Österreichs; April 1945 - 16. April 1946; * 8. Jänner 1904, † 29. Dezember 1960)
  • Johann Radfux (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 16. April 1946 - 28. September 1962; bis 1954 25., seither 23. Bezirk; * 29. Juli 1902, † 5. August 1984)
  • Reinhold Suitner (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 28. September 1962- 28. März 1968; * 31. Oktober 1927)
  • Hans Lackner (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 28. März 1968 - 1. Juni 1983; * 29. Mai 1928)
  • Heinrich Haberl (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 1. Juni 1983 - 15. Dezember 1988; * 7. August 1938)
  • Johann Wimmer (Sozialdemokratische Partei Österreichs; 15. Dezember 1988 - 21. September 1995; * 30. Dezember 1937)
  • Manfred Wurm (Sozialdemokratische Partei Österreichs; seit 21. September 1995; * 24. Dezember 1949).

Bezirkswappen

Hinter einer Mauer stehender Maurer in altertümlicher Tracht (Mauer), drei aus einem Herz wachsende Ähren über einer mit zwei schräggekreuzten Sensenklingen belegten Arabeske, von Löwe und Pferd beseitet (Inzersdorf), offenes Burgtor mit teilweise herabgelassenem Fallgitter in zinnenbekrönter Mauer (Kalksburg), Hirte mit Schaf vor der Zahl sieben (Siebenhirten), Winzerkorb und Kammrad sowie in einer Spitze Haselnußzweig mit vier Früchten über einem lodernden Feuer und der Jahreszahl 1683 (Liesing), heilige Katharina (Atzgersdorf), Erlenblatt mit Balken (Erlaa), bewehrtes Schloß mit Kirche auf baumbestandenem Berg (Rodaun).

Siehe auch

Literatur

  • Ferdinand Opll: Liesing. Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirkes und seiner alten Orte. Wien: Jugend & Volk 1982 (Wiener Heimatkunde, 23)
  • Ferdinand Opll: XXIII. Liesing. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1981 (Wiener Bezirkskulturführer, 23)
  • Ferdinand Opll: Liesing. In: Die Stadt Wien (Österreichisches Städtebuch, 7 [Hgg. Peter Csendes / Ferdinand Opll], 1999), S. 435 ff.
  • Ferdinand Opll / Heide Liebhart: Bach-Dorf-Stadt-Bezirk. 1000 Jahre Liesing. In: Veröffentlichungen des WStLAs, Reihe B, Heft 66 (2002)
  • Rudolf Spitzer: Liesing. Altes erhalten/Neues gestalten. 1994
  • Josef Roskosny: Liesing. Ein junger Bezirk mit Vergangenheit. 1979
  • Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hg. von Wilhelm Rausch. Bearb. durch Hermann Rafetseder. Linz: Landesverlag 1989 (Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, 2), S. 323
  • Topographie von Niederösterreich. Band 5. Wien: Verlag des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich 1877-1929, S. 836 ff.
  • Primo Calvi: Der Gerichtsbezirk Liesing. 1904
  • Liesing. Eine Heimatkunde-Zeitschrift für den 23. Bezirk
  • Ferdinand Lettmayer [Hg.]: Wien um die Mitte des XX. Jahrhunderts - ein Querschnitt durch Landschaft, Geschichte, soziale und technische Einrichtungen, wirtschaftliche und politische Stellung und durch das kulturelle Leben. Wien: 1958
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 195 ff.
  • Wien baut in Liesing. In: Die Stadt Wien gibt Auskunft. Folge 11
  • R. Breit: Untersuchung Liesing. Hg. vom Institut für Raumplanung.1962
  • Gertrud Moßler: Das awarenzeitliche Gräberfeld von Wien-Liesing. In: Mitteilung der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 105. 1975, S. 79 ff.


Bevölkerungsgeschichte

  • Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Wien: http://www.oeaw.ac.at/vid/download/histortslexikon/Ortslexikon_Wien.pdf
  • Statistik Austria, Volkszählung 2001. Wohnbevölkerung nach Gemeinden (mit der Bevölkerungsentwicklung seit 1869). Wien 2002, S. 98 f.
  • Statstik Austria: Census 2011 Wien. Ergebnisse zur Bevölkerung aus der Registerzählung. Wien

2013, S. 32.

  • Statstik Austria: Census 2011 Gebäude- und Wohnungszählung. Ergebnisse zu Gebäuden und Wohnungen aus der Registerzählung. Wien 2013, S. 152.
  • Statistisches Jahrbuch der Stadt Wien 2004. Wien 2004, S. 178.