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Viktor Matejka

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Viktor Matejka
Personenname Matejka, Viktor
Abweichende Namensform
Titel Dr. phil.
Geschlecht männlich
GND 119176920
Geburtsdatum 04.12.1901
Geburtsort Korneuburg
Sterbedatum 02.04.1993
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 12.08.1994
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 40, Nr. 123
Ehrengrab
Beruf Politiker
Parteizugehörigkeit Kommunistische Partei Österreichs
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
Verkehrsfläche Viktor-Matejka-Stiege
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.07.2017 durch DYN\wolfgang j kraus
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Bildname Viktor Matejka.jpg
Bildunterschrift  Viktor Matejka
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 4626/4
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Bildungsreferent der ArbeiterkammerFebruar 1934März 1938
Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats13 Dezember 194510 Dezember 1954
Stadtrat für Kultur und Volksbildung der Stadt Wien17 April 19455 Dezember 1949
Mitglied des Zentralkomitees der Wiener KPÖ1957
Mitglied der „Weltvereinigung für den Frieden“
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Bürger der Stadt Wien13 Dezember 199126 März 1992
Dr.Karl Renner-Preis10 März 1981
Joseph-Hoffmann-Ehrung18 Dezember 1981
Preis der Stadt Wien für Volksbildung18 Oktober 1977

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Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst!

NameBeziehung
Ludo Moritz HartmannLehrer

Viktor Matejka, * 4. Dezember 1901 Korneuburg, Niederösterreich, † 2. April 1993 Wien, Kulturpolitiker.

Biographie

Matejka wuchs in Stockerau in ärmlichen Verhältnissen auf, studierte Geschichte an der Universität Wien (Schüler Ludo Hartmanns; Dr. phil. 1925) und arbeitete danach als Journalist, Filmtheoretiker und Volksbildner. 1934-1936 war er in der Arbeiterkammer und an Volkshochschulen tätig und bemühte sich, diese Institutionen für die Arbeiterschaft zu erhalten. 1938-1944 wurde er von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Dachau interniert.

1945-1949 wirkte er als kommunistischer Stadtrat für Kultur und Volksbildung (Mitglied des Gemeinderats bis 1954), baute in dieser Funktion das Kulturleben wieder auf und brachte mit originellen Ideen Schwung in das Wiener Kunstleben (Unterstützung von Malern durch Porträtaufträge). Sein Versuch, die von den Nationalsozialisten Vertriebenen wieder nach Wien zurückzubringen, wurde von den anderen Gemeinderatsparteien nicht unterstützt und war daher nicht erfolgreich.[1] In seiner Partei hielt er Distanz zu Ernst Fischer; er galt als "Kommunist mit bürgerlichem Kulturverständnis".

1949 wurde er Mitherausgeber der KP-Zeitschrift "Wiener Tagebuch", brach jedoch 1966 mit der Kommunistischen Partei Österreichs. Er galt als unorthodoxer Denker und war für seinen Widerspruchsgeist bekannt; er schrieb "Widerstand ist alles. Anregungen eines Unorthodoxen" (1983) und "Anregung ist alles. Das Buch Nummer 2" (1991); "Buch Nummer 3" erschien postum.

Nachlass in der Wienbibliothek im Rathaus, Teilnachlass im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW; rund 650 Briefe); zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderem Bürger der Stadt Wien (13. Dezember 1991).

Die Viktor-Matejka-Stiege wurde nach ihm benannt.

Einzelnachweise

  1. Siehe Gespräch Matejkas mit Ronald Leopoldi, dem Sohn von Hermann Leopoldi.

Literatur

  • Jean Maitron / Georges Haupt [Hg.]: Dictionnaire biographique du mouvement ouvrier international. Band 1: Autriche. Paris: Éditions Ouvrières 1971
  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik. Wien: Ueberreuter 1992
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23), S. 87
  • Preise und Preisträger der Stadt Wien. Kunst, Wissenschaft, Volksbildung. Wien [u.a.]: Jugend und Volk 1980 (Wiener Schriften, 48), S. 80 ff. (Laudatio)
  • Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich. Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus. [Zusammenstellung der Ausstellung: Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Katalog: Gabriele Koller ... Für den Inhalt verantwortlich: Oswald Oberhuber]. Wien: Zentralsparkasse 1982
  • F. R. Reiter [Hg.]: Wer war Viktor Matejka? [Vierzig Autoren legen Zeugnis ab, berichten und analysieren]. Wien: Ephelant-Verlag 1994 (Dokumente, Berichte, Analysen, 7)
  • Wienbibliothek im Rathaus/Tagblattarchiv: Matejka, Viktor. 8 Bände [Sign.: TP-031856]
  • Die Presse, 01.02.1984, 04.12.1992
  • Arbeiter-Zeitung. Zentralorgan der Sozialistischen Partei Österreichs, 04.12.1981, 26.01.1984
  • Standard, 03.04.1993 und 04.04.1993
  • Wiener Zeitung, Die Presse, Kurier, 03.04.1993
  • Profil, 11.01.1982
  • Rathauskorrespondenz, 21.12.1981, 24.11.1986

Links