Tabula Peutingeriana

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Art der Karte
Originaltitel
Beschreibung
Erscheinungsjahr
Ausfertigung
Maßstab 1:
Ausrichtung
Kartenzeichner
Orte
Bezirk
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  27.07.2017 durch WIEN1\lanm08mic
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Österreichische Nationalbibliothek, Codex 324

Antike, zaiserzeitliche Straßenkarte des römischen Weltreichs von circa 335/366, in welcher die Entfernungen zwischen den namentlich bezeichneten Orten und Militärstationen angegeben sind (Quelle zur Identifizierung und topographischen Bestimmung vieler verschollener beziehungsweise umbenannter Siedlungen, wichtiges Hilfsmittel für die Archäologie).

Eingezeichnet sind unter anderem Vindobona (Wien), Carnuntum (Petronell), Aequinoctium (Fischamend), Cetium (St. Pölten), Comagenis (Tulln), Scarabantia (Ödenburg/Sopron), Savaria (Steinamanger/Szombathely) und Arrabona (Raab/ Györ).

Aus technischen Gründen wurde die tatsächliche geographische Ausdehnung auf einen langen Streifen umprojiziert. Das Original (im 9. Jahrhundert im Kloster Reichenau bei Konstanz) ist verschollen. Die im 12. (oder frühen) 13. Jahrhundert in Süddeutschland hergestellte Kopie (Pergament) wurde von Konrad Celtes 1507 in einer Klosterbibliothek (vielleicht Reichenbach, Bayern) entdeckt, dem Augsburger Humanisten Konrad Peutinger (1465-1547) überlassen und 1508 von diesem vererbt. Zu dieser Zeit fehlte schon das erste Teilstück (etwa ein Zwölftel); der Rest (674,5 x 34 cm) blieb erhalten. Die Karte wurde von Peutingers Nachkommen in der Familienbibliothek verwahrt (die Bezeichnung Tabula Peutingeriana seit 1618 nachweisbar) und wurde 1598 erstmals publiziert. Nach dem Aussterben der Familie Peutinger kaufte 1717 Prinz Eugen die Karte um 100 Dukaten; über seine Erbin gelangte sie 1738 in die Hofbibliothek. Die Rolle wurde 1863 in elf Teile zerlegt, die seit 1937 zwischen Glasplatten verwahrt werden.

Literatur

  • Abendländische Buchmalerei. Katalog Österreichische Nationalbibliothek 1952, Katalognummer 20
  • Große Bibliophile des 18. Jahrhunderts. Katalog 1969, Katalognummern 84-88)
  • Chronicon Austriae. Katalog 1976, Katalognummer 3
  • Bibliotheca Eugeniana. Katatalog 1986, Katalognummer 90
  • Austria picta - Österreich auf alten Karten und Ansichten. Katalog 1989, Katalognummer 1.4
  • Josef Stummvoll. Die Tabula Peutingeriana in der Österreichischen Nationalbibliothek. In: Unica Austriaca. Notring-Jahrbuch 1958, S. 129