Schrebergarten

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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1864 (drei Jahre nach Daniel Moritz Gottlieb Schrebers Tod) gründete Johann Hauschild einen Verein, der einen Tummelplatz für Leipziger Kinder einrichtete ("Schreberverein" beziehungsweise "Schreberplatz"). 1868 regte ein Oberlehrer namens Gesell an, die Kinder durch selbständige Gartenarbeit in nähere Verbindung zur Natur zu bringen und am Rand des Spielplatzes Beete anzulegen. Aus dem Spiel für Kinder entwickelte sich eine ernsthafte Beschäftigung der Erwachsenen; es entstanden kleine eingefriedete Familiengärten, aus denen sich bald Gartenkolonien entwickelten, die man Schrebergärten nannte. Die Kleingartenanlagen bilden, seit sie von Schreber als "Gesundheitsgärten" und zur Linderung der Not des Großstadtproletariats propagiert worden waren, einen festen Bestandteil großstädtischen Erholungsraums. Unter einem Schrebergarten verstand man bald einen Kleingarten, der von Vereinen, Siedlungsgemeinschaften oder der Stadtverwaltung an Private zur Bewirtschaftung verpachtet wird, für den es allerdings rigorose Baubeschränkungen gibt. Bieten die Gärten in Friedenszeiten bis in die Gegenwart Raum für eine bunte Mischung von Hobby, Erholung und Gartengestaltung, so bildeten sie während der beiden Weltkriege und in den Notzeiten danach sowie in den Arbeitslosenzeiten der dreißiger Jahre vielfach echte Überlebenshilfen. In Wien entstanden die ersten Schrebergärten am Ameisbach (14; 16). Die Verdichtung der Verbauung führte zwar in den sechziger bis achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts verschiedentlich zu flächenmäßigen Einbußen (beispielsweise Märzpark, Schmelz), die kleingärtnerisch genutzten Flächen nahmen dennoch in Wien am 30. Oktober 1995 eine Fläche von insgesamt 13,152.128 m2 (33.667 Kleingärten) ein, wovon auf die Stadt Wien 7,076.413 m2 (19.417 Kleingärten) und auf Private 4,417.874 m2 (9.455 Kleingärten) entfallen (31. Dezember 1991: 6,916 Millionen m2), die restlichen Flächen befanden sich im Besitz der Republik Österreich, der Österreichischen Bundesbahnen und von Privaten; die flächenmäßig größten Anteile an Schrebergärten entfallen auf den 22. Bezirk (2,596 Millionen m2, davon Stadt Wien 0,854 Millionen m2), 21. Bezirk (2,193 Millionen m2, davon Stadt Wien 1,343 Millionen m2), 14. Bezirk (1,366 Millionen m2, davon Stadt Wien 0,964 Millionen m2) und 10. Bezirk (1,342 Millionen m2, davon Stadt Wien 0,998 Millionen m2).

Literatur

  • Fritz C. Müller: Wer steckt dahinter? 1963, S. 363 f.