Schleifmühle

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Mühle in der Froschlacke
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Leopold Chimani
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
4Schleifmühlgasse23-25
4Rechte Wienzeile17

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Schleifmühle (4, Schleifmühlgasse 23-25, Rechte Wienzeile 17; im Volksmund zuvor „Mühle in der Froschlacke"), von einem Wienflussarm betriebene Mühle. Zu dieser ab 1417 nachweisbaren, sicherlich jedoch älteren Mühle, die anfangs zum Mehlmahlen bestimmt war, gehörten auch landwirtschaftliche Nutzflächen (nach heutigen Begriffen 4, Schleifmühlgasse 15-21, Mühlgasse 9-11, 18-20). Der erste nachweisbare Eigentümer war (ab 1417) Domherr Heinrich Verber; 1444 ging sie in den Besitz des Andre Hiltprant von Meran über. Der Müller Hans Grebl, dem sie ab 1570 gehörte, baute sie zu einer Waffen-, Schleif- und Poliermühle aus, die große kriegswirtschaftliche Bedeutung hatte. Rudolf II. gewährte dem Betrieb Steuerfreiheit und unterstellte den Besitzer der Gerichtsbarkeit der niederösterreichischen Regierung und Kammer. Unter dem Besitzer Hans Georg von Garnich (ab 1649) wurde die Liegenschaft von Leopold I. 1660 zu einem Adelsgut mit dem Namen Mühlfeld erhoben. 1683 wurde das Anwesen durch die Osmanen zerstört jedoch 1692 durch den kaiserlichen Stuckgießer (Geschützgießer) Hans Kippo aus Graz erworben und wiederaufgebaut (1696 Zukauf weiterer landwirtschaftlichen Nutzflächen (nach heutigen Begriffen 4, Mühlgasse 1-8, Schleifmühlgasse 9-13, Margaretenstraße 18-30). Nach Kippos Tod (1714) kam der Besitz an seine Nachkommen. 1744 und 1753 kam es zum Abverkauf der 1696 erworbenen Grundstücke; den Rest des Freiguts verkaufte Maria Josepha Kippo am 2. Mai 1786 der Gemeinde Wien. Das Gut hatte trotz seines Sonderstatus' schon bisher zur Vorstadt Wieden gehört. - Hier wohnte und starb Leopold Chimani, als er zum Schulbücherverlag nach Wien versetzt wurde (1817 Zensor). Schleifmühlgasse

Literatur

  • Carl Hofbauer: Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der Vorstädte Wiens. Wien: Gorischek 1864, S. 3203 f., S. 217 ff., S. 301 ff. (?)
  • Robert Messner: Die Wieden im Vormärz. Historisch-topographische Darstellung der südwestlichen Vorstädte und Vororte Wiens auf Grund der Katastralvermessung. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1982 (Topographie von Alt-Wien, 7), S. 216 ff.
  • Karl Krejci: Bürgermeister Andre Hiltprant von Meran als Mühlenbesitzer auf der Wieden. In: Wiener Geschichtsblätter 34 (1979), S. 138
  • Klaus Lohrmann: Die alten Mühlen an der Wien. In: Klaus Lohrmann: Die alten Mühlen an der Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 26), S. 26 f.
  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 157 f.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1895]). Cosenza: Brenner 1967, Band 3, S. 137 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 118