Richard Weiskirchner

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Personenname Weiskirchner, Richard
Abweichende Namensform
Titel Dr. iur.
Geschlecht männlich
GND 117278602
Geburtsdatum 24.03.1861
Geburtsort Wien
Sterbedatum 30.04.1926
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 04.05.1926
Friedhof Hietzinger Friedhof
Grabstelle Grab 5/286
Ehrengrab ja
Beruf Beamter, Politiker
Parteizugehörigkeit Christlichsoziale Partei
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Weiskirchnerstraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  1.03.2017 durch WIEN1\lanm09mer
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Handelsminister10 Februar 190924 Juni 1911
Mitglied des Herrenhauses19171918
Bürgermeister von Wien23 Dezember 191221 Mai 1919
Mitglied der Konstituierende Nationalversammlung4 März 19199 November 1920
Magistratsdirektor der Stadt Wien9 Januar 190311 Februar 1909
Abgeordneter zum Nationalrat10 November 192020 November 1923
Reichsratsabgeordneter18971911
Präsident des Nationalrats10 November 192020 November 1923
Abgeordneter zum Niederösterreichischen Landtag18981918

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Richard Weiskirchner, * 24. März 1861 Wien, † 30. April 1926 Schloss Schönbrunn, Magistratsdirektor, Bürgermeister, Gattin (1887) Berta Biberhofer (* 17. März 1865 Krakau, † 22. März 1934 Schloss Schönbrunn).

Biographie

Richard Weiskirchner wurde am 24. März 1861 als Sohn des Oberlehrers Georg Weiskirchner (* 20. Oktober 1819 Lengau, Niederösterreich, † 30. August 1869 Wien 4., Margaretenstraße 52), und dessen Gattin Franziska (Hausbesitzerin, * 4. Jänner 1824) geboren. Weiskirchner besuchte das Gymnasium 6., Mariahilfer Straße 73, studierte an der Universität Wien (Dr. iur.) und trat 1883 in den Dienst der Gemeinde Wien, wo er nach kurzer Zeit mit Agenden der Armenpflege betraut wurde.

Er wurde am 16. November 1898 Magistratssekretär, am 20. März 1901 Magistrats-Vizedirektor und am 9. März 1903 Magistratsdirektor. 1897-1911 war Weiskirchner für die Christlichsoziale Partei Reichsratsabgeordneter, 1898-1915 Mitglied des niederösterreichischen Landtags. Nach Versetzung in den Ruhestand (22. März 1910) wurde er am 25. April 1910 in den Gemeinderat gewählt. Nach dem Tod Luegers lehnte er (damals Handelsminister [10. Februar 1909 bis 24. Juni 1911]) die Berufung zum Bürgermeister ab, nahm jedoch nach dem Rücktritt Josef Neumayers am 23. Dezember 1912 die Wahl an (kaiserliche Bestätigung am 29. Dezember 1912, Vereidigung am 3. Jänner 1913). Von Kaiser Karl I. wurde er 1917 in das Herrenhaus des Reichsrats berufen.

Als Stadtoberhaupt konnte er kaum etwas von seinen ursprünglichen Plänen wie den Bau von U-Bahnen und zusätzlichen Straßenbahnen, die Schaffung von Freizeit- und Erholungsarealen oder den Bau neuer Brücken umsetzen. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachte Mangel und Not über Wien. Die Möglichkeiten der kommunalen Verwaltung, gestaltend in die Versorgung der Stadt einzugreifen, blieben durch Zentralbewirtschaftung und unbedingte Priorität militärischer Interessen äußerst beschränkt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wählte ihn der provisorische Gemeinderat am 3. Dezember 1918 neuerlich zum Bürgermeister. In der Demokratisierungsphase 1918/1919 (in Wien erstmals gleiches Wahlrecht auch für alle Frauen) musste der christlichsoziale Politiker die Wege der Kommunalpolitik vorsichtig zwischen Hardlinern in seiner eigenen Fraktion und den immer stärker auftretenden Sozialdemokraten ausbalancieren.

Nach der Gemeinderatswahl vom 4. Mai 1919, die den Sozialdemokraten die absolute Mehrheit brachte, übergab er am 21. Mai 1919 die Amtsgeschäfte an Jakob Reumann. Inzwischen war Weiskirchner am 16. Februar 1919 in die Konstituierende Nationalversammlung gewählt worden; Weiskirchner gehörte dem am 10. November 1920 auf sie folgenden Nationalrat bis 1923 als Nationalratspräsident an. Er starb 1926 an den Folgen einer Arteriosklerose.

Siehe auch Weiskirchnerstraße.

Literatur

  • Felix Czeike: Wien und seine Bürgermeister. Sieben Jahrhunderte Wiener Stadtgeschichte. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1974, S. 370
  • Christian Mertens: Richard Weiskirchner (1861-1926). Der unbekannte Wiener Bürgermeister. Wien: Verlag für Geschichte und Politik 2006
  • Oswald Knauer: Dr. Richard Weiskirchner. In: Wiener Geschichtsblätter 17 (1962), S. 65 ff.
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Handbuch der Stadt Wien. Band 99. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1984/1985, Heft II, S. 236
  • Karl Harrer: Dr. Richard Weiskirchner. Diss. Univ. Wien. Wien 1950
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23), S. 66 f.
  • Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 253
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 77
  • Wien aktuell, 10.12.1992, S.16

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