Oswald Wiener

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Personenname Wiener, Oswald
Abweichende Namensform
Titel Dr. h. c.
Geschlecht männlich
GND 118807234
Geburtsdatum 05.10.1935
Geburtsort Wien
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Gastronom
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage
Letzte Änderung am  27.10.2015 durch WIEN1\lanm09bur
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Mitglied der sogenannten "Wiener Gruppe
Datenverarbeitungsexperte in der Wiener Niederlassung von Olivetti19591967
Professor für Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf19922004
Gastronom in Berlin19691986
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Manuskripte-Preis des Landes Steiermark2006
Ehrendoktor der Universität Klagenfurt1995
Preis der Stadt Wien für Literatur3 November 1987
Großer österreichischer Staatspreis für Literatur1989
Grillparzer-Preis1992

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Oswald Wiener * 5.Oktober 1935 Wien, Schriftsteller, Kybernetiker 

Biographie

Oswald Wiener studierte nach der Matura 1953 – in dieser Reihenfolge – einige Semester Rechtswissenschaften, Musikwissenschaften, Afrikanische Sprachen und Mathematik. Seine Bemühungen blieben jedoch ohne Abschluss. Ab 1956 beschäftigte er sich mit Fragen der theoretischen Kybernetik, seit 1960 mit praktischer Kybernetik. Sein großes Wissen über Elektronengehirne ließ ihn auch für einschlägige Firmen interessant werden: 1958 wurde er von der Wiener Niederlassung des Olivetti-Konzerns für den Bereich Organisation angestellt, zuletzt leitete er die Abteilung Datenverarbeitung (bis 1967).

Einen weithin bekannten Namen hatte sich Wiener bis dahin allerdings nicht als Experte für Computer, sondern neben Friedrich Achleitner, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Gerhard Rühm als Mitglied der sogenannten Wiener Gruppe gemacht – er galt als deren theoretischer Kopf. Seine im Gruppenrahmen entstandenen Texte (etwa das "coole manifest" von 1954) vernichtete Wiener jedoch 1958 in einem Autodafé. Trotzdem legte er mit dem Roman "die verbesserung von mitteleuropa", der 1969 bei Rowohlt erschien (ein Verlag, der auch den Kollegen Konrad Bayer und Gerhard Rühm eine mehr als willkommene Plattform für Veröffentlichungen bot), eines der Grundbücher der österreichischen Avantgarde vor, das auch international größten Einfluss hatte. Darüber hinaus konnte man das Multitalent zwischen 1954 und 1959 als Musiker, etwa mit der "Wirklichen Jazzband", auf der Bühne bewundern: Wiener blies die Trompete.

Neben Günter Brus und Hermann Nitsch galt Oswald Wiener als Initiator der Aktion "Kunst und Revolution" (berühmt als "Uni-Ferkelei"), die am 7. Juni 1968 im Hörsaal Eins des NIG der Wiener Universität stattfand. Wiener wurde festgenommen und saß zwei Monate in Untersuchungshaft. Er wurde zwar freigesprochen, freilich drohten bald andere Anklagen, die Wiener veranlassten, seine Heimatstadt 1969 Hals über Kopf zu verlassen und nach Berlin zu übersiedeln, wo er bis 1986 die Gaststätte "Exil" als Wirt betrieb. Zudem nahm er zwischen 1980 und 1985 ein Mathematik- und Informatik-Studium an der TU Berlin auf, das er mit der Promotion abschloss. 1986 wanderte Wiener nach Kanada aus, wo er sich mit den Problemen Künstlicher Intelligenz beschäftigte. In Österreich freilich hatte man die nunmehr zwanzig Jahre zurückliegenden Ereignisse noch nicht vergessen: Der Vorschlag, ihm 1987 den nach Manes Sperber benannten Literaturpreis zu verleihen, wurde gekippt. Von 1992 bis 2004 hatte er eine Professur für Ästhetik an der Düsseldorfer Kunstakademie inne.

Der Vorlass Oswald Wieners, der auch eigenhändige Bücher mit Kochrezepten sowie handgeschriebene Speisekarten enthält, befindet sich am Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.

Literatur


Links