Nikolaus Dumba

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Nikolaus Dumba
Personenname Dumba, Nikolaus
Abweichende Namensform
Titel Geheimer Rat
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 24.07.1830
Geburtsort Wien
Sterbedatum 23.03.1900
Sterbeort Budapest
Begräbnisdatum
Friedhof Zentralfriedhof Wien, Ehrengrab 32A, Nummer 25
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Industrieller, Politiker, Kunstmäzen
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Dumbastraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Nikolausdumba.jpg
Bildunterschrift  Nikolaus Dumba
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-002134
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Mitglied des Herrenhauses des Reichsrates18851900
Vizepräsident des Wiener Musikvereins
Mitglied des niederösterreichischen Landtags18701896
Abgeordneter zum Reichsrat1885
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens
Orden der Eisernen Krone zweiter Klasse
Ehrenbürger der Stadt Wien25 Juli 1890
Komturkreuz des Leopold-Ordens

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

NameVerwandtschaftsgrad
Konstantin Theodor DumbaSohn

Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Nikolaus Dumba, * 24. Juli 1830 Wien, † 23. März 1900 Budapest (Zentralfriedhof Wien, Ehrengrab Grab 32A, Nummer 25, Grabdenkmal von Edmund Hellmer), griechisch-österreichischer Industrieller, Politiker, Kunstmäzen.

Nach Besuch des Akademischen Gymnasiums schlug Dumba eine kaufmännische und politische Laufbahn ein. Er war nicht nur Besitzer von Herrschaften bei Bukarest und Bragadier (bei Giurgevo), sondern betrieb auch die stark exportorientierte k. k. private Baumwollgarn-Spinnerei in Tattendorf (Niederösterreich), welche 1873 rund 180 Arbeiter beschäftigte. Dumbas wirtschaftliche Lage war derart gefestigt, dass er sich in der Ringstraßenzone ein Palais erbauen lassen konnte (1, Parkring 4; Dumbapalais), dessen künstlerische Ausschmückung er Makart und Klimt übertrug. Dumba war 1870-1895 Mitglied des niederösterreichischen Landtags und 1873-1885 auch des Abgeordnetenhauses (Altliberaler im Klub der Linken); er verfügte über gute Beziehungen zum Kaiser und zu Kronprinz Rudolf. Sein großes Interesse galt der Organisation des gewerblichen Unterrichts. Besondere Bedeutung erlangte Dumba jedoch als Kunstmäzen und Kunstsammler (er sammelte Skulpturen von Kundmann, Weyr und Zumbusch), als Gönner und Freund schöner Künste und durch seine Tätigkeit in verschiedenen kulturellen Vereinigungen; so war er unter anderem wirkliches Mitglied (1870) beziehungsweise Ehrenmitglied (1880) der Akademie der bildenden Künste sowie der Genossenschaft bildender Künstler, wurde (nach Arthaber) Leiter des Kunstvereins und war Mitglied des Kunstrats des Ministeriums für Kultus und Unterricht, des Kuratoriums des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie sowie Vizepräsident des Musikvereins und Vorstandsmitglied des Männergesang-Vereins. Er war selbst ein engagierter Schubert-Sänger und sammelte konsequent "Schubertiana".

Dumba regte zahlreiche Denkmäler an und förderte deren Aufstellung (Beethoven, Brahms, Makart, Mozart, Radetzky, Raimund, Schiller, Schubert); gemeinsam mit C. Zumbusch setzte er die Aufstellung des Erzherzog-AIbrecht-Denkmals auf seinem heutigen Standort durch. Die Familie Dumba gehörte (mit den Sinas, Karajans und anderen) zu jenen griechisch-österreichischen Familien, die für griechische Einrichtungen hohe Mittel zur Verfügung stellten.

Die Stadt Wien ernannte ihn am 25. Juli 1890 zum Ehrenbürger.

Siehe auch

Literatur

  • Biographisches Jahrbuch für Altertumskunde (Nekrologe). Band 6. Leipzig: Reisland 1885
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 4. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1927
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Willibald M. Plöchl: Die Wiener orthodoxen Griechen. In: Willibald M. Plöchl: Kirche und Recht 16 (1983), S. 47 f.
  • Max Demeter Peyfuß: Der Weg der Familie Dumba von Mazedonien nach Wien. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Band 88. Wien/München: Oldenbourg / Wien/Graz/Köln: Böhlau / Innsbruck: Wagner 1980, S. 313 ff.
  • Elvira Konecny: Die Familie Dumba und ihre Bedeutung für Wien und Österreich. Diss. Univ. Wien. Wien 1970
  • Elvira Konecny: Die Familie Dumba und ihre Bedeutung für Wien und Österreich. Wien: VWGÖ 1986 (Dissertationen der Universität Wien, 179)
  • Heinrich Frauberger: Biographisches Lexikon der Wiener Weltausstellung. Heft 3. Wien: Selbstverlag 1873, S. 22 ff.
  • Rudolf von Granichstaedten-Cerva / Josef Mentschl / Gustav Otruba: Altösterreichische Unternehmer. 110 Lebensbilder. Wien: Bergland-Verlag 1969 (Österreich-Reihe, 365/367), S. 28
  • M. Klieba: Nikolaus Dumba. Nach einem Jahrhundert. Ein Gedenkblatt zur 100. Wiederkehr seines Geburtstags, 24. Juli 1930. Wien: Gerin 1930
  • Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Band 2: Geschichte der Malerei in Wien. Wien [u.a.]: Selbstverlag des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 1955 (Geschichte der Stadt Wien / Neue Reihe, 7/2), S. 154, 184
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 7. Wiesbaden: Steiner 1976, S. 225, 324, 345 f., 380
  • Walter Wagner: Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien: Rosenbaum 1967 (Veröffentlichungen der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Neue Folge 1), S. 228, 429, 444
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 115
  • Hans Pemmer / Franz Englisch: Landstraßer Häuserchronik. Manuskript (Wiener Stadt- und Landesarchiv). Band 6. Wien, S. 19 (Obere Weißgerberstraße 14)
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 89
  • John M. Tzafettas, Elvira Konecny: Nikolaus Dumba (1830-1900). A Dazzling figure in imperial Vienna: naecenas of music and fine arts: national benefactor of Austria and greece. London: 2015
  • Felix Czeike: VIII. Josefstadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 8), S. 3
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 88
  • Hans Havelka: Der Wiener Zentralfriedhof. Wien: Jugend und Volk 1989, S. 43
  • Morgenblatt der Neuen Freien Presse, 24.03.1900, 25.03.1900