Mirko Jelusich

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Mirko Jelusich (Portraitmedaille, 1930)
Personenname Jelusich, Mirko
Abweichende Namensform Jelosić, Vojmir, Jelusich, Vojmir
Titel Dr. phil.
Geschlecht männlich
GND 118746901
Geburtsdatum 12.12.1886
Geburtsort Semil, Böhmen
Sterbedatum 22.06.1969
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Sieveringer Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Theaterkritiker, Journalist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  18.12.2017 durch DYN\rabus
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Bildname Mirkojelusich.jpg
Bildunterschrift  Mirko Jelusich (Portraitmedaille, 1930)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-004712
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Preis der Stadt Wien für Literatur1941
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse9Pelikangasse15

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Mirko Jelusich, * 12. Dezember 1886 Semil, Böhmen (Semily, Tschechische Republik), † 22. Juni 1969 Wien, Schriftsteller, Theaterkritiker.

Biographie

Mirko Jelusich (eigentlich Vojmir Jelosić) studierte ab 1906 an der Universität Wien Jus, dann Geschichte und Philosophie (Dr. phil. 1912). 1914 als Freiwilliger in den Krieg gezogen, kehrte er 1916 invalid zurück und wurde Journalist, Übersetzer und Schriftsteller.

Jelusisch hatte antisemitisch-rassistische Kontakte und arbeitete ab 1923 als Theaterkritiker bei der rechtsextremen "Deutsch-österreichischen Tageszeitung". 1923 bis 1933 war er Mitglied des nationalen Schriftsteller-"Kampfbunds", ab 1933 betätigte er sich als illegaler nationalsozialistischer "Gauleiter" und als Kurier zwischen den österreichischen und deutschen Nationalsozialisten. 1936 gründete er den illegalen nationalsozialistischen Schriftstellerbund, der es sich unter anderem zur Aufgabe gesetzt hatte, eine Monopolstellung zu erlangen und "unbotmäßige Schriftsteller" auszuschalten. Aufgrund dieser Tätigkeit war er 1938 von März bis Juni kommissarischer Leiter des Burgtheaters. Während des "Zweiten Weltkriegs wurden seine Werke als Frontlektüre empfohlen.

Als Schriftsteller begann Jelusich mit Lyrik und Prosa ("Das große Spiel", 1912; "Der gläserne Berg", 1917), wandte sich dann aber mit großem Erfolg historisch-biographischen Romanen zu, wobei er die Charaktere mancher Hauptpersonen bewusst mit den Zügen autoritärer Politiker ausstattete ("Caesar", 1929 [Mussolini]; "Oliver Cromwell", 1933 [Hitler]). Außerdem erschienen unter anderem "Hannibal" (1934), "Der Löwe" (1936), "Der Soldat" (1939; Scharnhorst) und "Der Traum vom Reich" (1940).

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er 1945 bis 1950 inhaftiert, veröffentlichte aber weitere erfolgreiche Bücher seines Genres ("Die Wahrheit und das Leben", 1949 [Jesus]; "Bastion Europas", 1951; "Talleyrand", 1954; "Der Stein der Macht", 1958; "Schatten und Sterne", 1961; "Asa von Agder", 1965). Preis der Stadt Wien (1941). Bis zu seinem Tod pflegte er Kontakte zu rechtsextremen Kreisen.

Literatur

  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur)
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, Wien: Ueberreuter 1992
  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Johannes Sachslehner: Führerwort und Führerblick. Mirko Jelusich. Zur Strategie eines Bestsellerautors in den 30er Jahren. Königstein/Taunus 1984
  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. München: Oldenbourg 1974−lfd.
  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951
  • Johannes Sachslehner: Literatur in der Geschichte − Geschichte in der Literatur, S. 11

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