Max Fleischer (Architekt)

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Personenname Fleischer, Max
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 29.03.1841
Geburtsort Proßnitz, Mähren (Prostějov, Tschechische Republik)
Sterbedatum 18.12.1905
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Zentralfriedhof, Israelitische Abteilung, erstes Tor, Gruft 5b/35/85
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Architekt, k. k. Baurat
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal Steinbüste in der Turmhalle des Rathauses
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Silberne Medaille der Niederösterreichischen Gewerbeausstellung1880
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse7Neustiftgasse64

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Max Fleischer, * 29. März 1841 Proßnitz, Mähren (Prostějov, Tschechische Republik), † 18. Dezember 1905 Wien 7, Neustiftgasse 64 (Zentralfriedhof, Israelitische Abteilung, erstes Tor, Gruft 5b/35/85, neugotische Gruftkapelle [errichtet nach seinem eigenen Entwurf]), Architekt, k. k. Baurat. Studierte an der Technischen Hochschule und ab 1863 an der Akademie der bildenden Künste (bei van der Nüll, Sicard von Sicardsburg, Rösner und Schmidt) und war 1872-1887 im Architektenbüro Schmidts tätig (insbesondere als Bauführer beim Rathausbau). Nachdem er sich 1887 selbständig gemacht hatte, entwickelte er sich zu einem Spezialisten im Bau von Synagogen (in Wien baute er unter anderem die Synagogen 6, Schmalzhofgasse 3 (1883/1884), 8, Neudeggergasse 12 (1903), und 9, Müllnergasse 21 (1888/1889; alle 1938 zerstört), sowie weitere in Budweis, Pilgram und Lundenburg, wobei er (in Anlehnung an seinen Lehrer Schmidt) teilweise gotische Stilelemente wählte, um die Einordnung des zunehmend angefeindeten Judentums in die bürgerlichen Kulturgesellschaft zu betonen. Fleischer baute außerdem für den Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen der israelitischen Kultusgemeinde in Wien ein jüdisches Mädchenwaisenhaus in 19, Ruthgasse 21), Villen in Währing und den „Eisenhof" (1895/1896; 5, Margaretenstraße 70), erweiterte das Obdachlosenheim 3, Blattgasse 4, und schuf Grabanlagen (am Zentralfriedhof unter anderem Mausoleen für Wilhelm Ritter von Gutmann, Wiener von Welten, Hofrat von Hahn, Moritz Hirsch Engel und Moritz Bauer, Grüfte für Ritter von Guttmann, Ritter von Leon, von Pfeiffer, Max Freiherr von Springer und von Kallier, Grabdenkmäler für Fischhof, Sulzer und andere). Silberne Medaille der Niederösterreichischen Gewerbeausstellung (1880; für sein kunstgewerbliches Schaffen). Er arbeitete auch schriftstellerisch; unter anderem schrieb er im Werk von Kortz die Abschnitte über Synagogen, griechischer und russischer Kirchen. - Steinbüste in der Turmhalle des Rathauses.

Link

Literatur

  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. München: Oldenbourg 1974 - lfd.
  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Band 1. Wien: Daberkow 1889 ff.
  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Band 2. Wien: Daberkow 1892 ff.
  • Hermann Clemens Kosel: Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Band 1: Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller. Wien: Verlag der Gesellschaft für Graphische Industrie 1902
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Patricia Steines: Hunderttausend Steine. Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof, Tor I und Tor IV. Wien: Falter-Verlag 1993, S. 85 f.
  • Josef Fraenkel: The Jews of Austria. London: Vallentine 1967, S. 147 ff.
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 4. Wiesbaden: Steiner 1972, S. 496
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 11. Wiesbaden: Steiner 1979, S. 12
  • Géza Hajós / Walther Brauneis: Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirkes. Wien: Schroll 1980 (Österreichische Kunsttopographie, 44), S. 292, S. 484
  • Renate Wagner-Rieger: Wiens Architektur im 19. Jahrhundert. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1970, S. 158, S. 249, S. 257, S. 269
  • Pierre Genée: Wiener Synagogen 1825 - 1938. Wien: Löcker 1987, S. 63 ff.
  • Ernest Blaschek [Hg.]: Mariahilf einst und jetzt. Wien [u.a.]: Gerlach & Wiedling 1926 (Wiener Heimatbücher), S. 170
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 376
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Josefstadt. Beiseln, Bühnen, Beamte. Wien: Mohl 1991, S. 92
  • Wiener Kunsthefte 3/1988, S. 44 (Günther Berger: Die ehemalige Synagoge in der Neudeggergasse 12)
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Band 2. Wien: Gerlach & Wiedling 1906, Register
  • Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, Register
  • Hans Havelka: Zentralfriedhof. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 30), S. 58
  • Rudolf Schmidt: Das Wiener Künstlerhaus. Eine Chronik 1861-1951. Wien: Gesellschaft Bildender Künstler Wiens 1951, S. 55, S. 84