Karl Bednarik

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Karl Bednarik
Personenname Bednarik, Karl
Abweichende Namensform Bednarik, Karl Josef Franz
Titel Prof.
Geschlecht männlich
GND 12362908X
Geburtsdatum 18.07.1915
Geburtsort Wien
Sterbedatum 14.01.2001
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 24.01.2001
Friedhof Urnenhain der Feuerhalle Simmering
Grabstelle Abteilung MR, Gruppe 76, Nummer 5
Ehrengrab
Beruf Maler, Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Stadt Wien – MUSA
Verkehrsfläche Karl-Bednarik-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  20.06.2017 durch WIEN1\lanm09mer
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Bildname BednarikPorträt.jpg
Bildunterschrift  Karl Bednarik
Bildquelle Herbert Bednarik
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Theodor-Körner-Preis1962
Förderungsbeitrag des Wiener Kunstfond der Zentralsparkasse für Literatur1961
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien22 Dezember 19803 April 1981
Förderungsbeitrag des Wiener Kunstfond der Zentralsparkasse für Literatur1974
Theodor-Körner-Preis1965

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NameVerwandtschaftsgrad
Herbert BednarikSohn
Susanne JungniklTochter
Friederike KlugerTochter
Margarethe MaiselGattin
Rosa Maria Grieder-BednarikTochter
Anton BednarikSohn

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Bednarik Karl, * 18. Juli 1915 Wien, † 14. Jänner 2001 Wien, Maler, Schriftsteller, Gattin Margarethe Maisel (fünf Kinder, zwölf Enkelkinder).

Biographie

Karl Bednarik wurde am 18. Juli 1915 in Wien in bescheidenen sozialen Verhältnissen geboren. Er lernte den Beruf des Buchdruckers, sein Lebensplan jedoch war als freischaffender Künstler tätig zu sein. 1934 begann er als Autodidakt mit Malstudien und besuchte in den Jahren 1945/1946 die Akademie der bildenden Künste in Wien. Ab 1949 nahm er an Ausstellungen im In- und Ausland teil. In den 1950er Jahren schuf er im Auftrag der Gemeinde Wien Mosaike und Sgraffiti – die Österreichische Galerie Belvedere, die Graphische Sammlung Albertina und die Stadt Wien kauften einige seiner bildkünstlerischen Werke. Daneben übte er verschiedene Berufe aus, um den Lebensunterhalt für seine wachsende Familie zu sichern, und begann regelmäßig für Zeitschriften zu schreiben. 1940 hatte er Margarethe Maisel geheiratet, ab 1944 kamen fünf Kinder zur Welt. 1949 übersiedelte die Familie von Wien-Landstraße nach Stadlau, in die dort neu errichtete "Künstlersiedlung" der Gemeinde Wien.

Im Laufe der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt von Bednariks Arbeiten von der Bildenden Kunst zur Schriftstellerei. 1951 bis 1953 erschienen die beiden ersten Romane "Zwischenfall in Wien" und "Der Tugendfall" sowie der großes Aufsehen erregende sozialwissenschaftliche Essay "Der junge Arbeiter von heute - ein neuer Typ". Von 1953 bis 1955 gestaltete Bednarik im sogenannten Script-Departement des Senders Rot-Weiß-Rot und für die RAVAG zahlreiche Radiosendungen. Ab 1957 verfasste er Drehbücher zu Themen der bildenden Kunst und Literatur für das österreichische Fernsehen, ua. die ORF-Serie "Schwarz auf Weiß - Abenteuer der Zeichenkunst" mit über 30 Folgen, mehrere Beiträge für die Sendung "Der Fenstergucker" und zahlreiche Künstler-Biografien.

Es folgten weitere erfolgreiche Bücher zu gesellschaftlichen Themen, in denen sich Karl Bednarik mit den soziologischen Aspekten der durch die Technisierung der Arbeitswelt ausgelösten Umwälzungen auseinander setzte. Der Fritz Molden Verlag gab "Die Programmierer. Eliten der Automation", "Die Lerngesellschaft. Das Kind von heute - der Mensch von morgen" und "Die Krise des Mannes" heraus, der Verlag Jugend & Volk veröffentlichte 1969: "Die Unheimliche Jugend". Von allen Büchern erschienen Übersetzungen in viele Sprachen. Obwohl die Bücher heute nur mehr antiquarisch erhältlich sind, haben viele von Bednarik aufgegriffenen Themen und seine Statements dazu heute noch Gültigkeit.

Von 1968 bis 1975 war Bednarik Herausgeber der Reihe "Antworten" im Verlag Jugend & Volk. Von 1975 bis 1980 leitete er die Galerie "Alte Schmiede" in Wien.

Es gibt zwei unveröffentlichte Manuskripte, den Roman "Die Aplatas", der – aufbauend auf autobiographischen Kindheitserlebnissen – vom Entwicklungsprozess einer Wiener Arbeiterfamilie im Jahr des Justizpalastbrandes, 1927, handelt, und Lebenserinnerungen unter dem Titel "W.I.W.". Bis zuletzt widmete sich Karl Bednarik neben seiner schriftstellerischen Arbeit der Malerei.

Karl Bednarik lebte bis zu seinem Tod im Jänner 2001 in Stadlau. Seine Frau Grete verstarb 2012. Er erhielt verschiedene Ehrungen, unter anderem zweimal den Theodor-Körner-Preis, 1973 den Titel Professor und 1980 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. 2006 wurde die Karl-Bednarik-Gasse im 22. Bezirk nach ihm benannt.

Die Österreichische Nationalbibliothek erwarb auf Vorschlag von Wendelin Schmidt-Dengler den literarischen Nachlass. Bedeutende Teile des künstlerischen Nachlasses von Karl Bednarik gingen 2016/2017 aufgrund einer Schenkung der Familie an die Stadt Wien (MUSA).

Quellen

Literatur

Links