Jura Soyfer

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Personenname Soyfer, Jura
Abweichende Namensform Soyfer, Jurij
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 08.12.1912
Geburtsort Charkow, Ukraine
Sterbedatum 16.02.1939
Sterbeort Konzentrationslager Buchenwald
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Dichter
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Jura-Soyfer-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
7Lindengasse41
3Gärtnergasse4
3Ölzelgasse1

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Soyfer Jura (eigentlich Jurij), * 8. Dezember 1912 Charkow, Ukraine, † 16. 2. 1939 (Typhus) Konzentrationslager Buchenwald, Dichter (Lyriker, Dramatiker).

Kam als Kind einer jüdisch-aristokratischen Familie, die 1921 emigrierte, nach Wien und besuchte hier das Gymnasium in der Hagenmüllergasse. Schon frühzeitig begann er Sketches und Gedichte zu schreiben. Die Ereignisse des Jahres 1927 veranlassten ihn, sich den sozialdemokratischen Mittelschülern anzuschließen; 1929-1933 schrieb er Texte für das sozialdemokratische Parteikabarett, 1931 maturierte er. Während er an der Universität Wien Germanistik und Geschichte studierte, war er (ab 1932) ständiger Mitarbeiter der Arbeiter Zeitung, in der er vor allem Gedichte veröffentlichte. Nach den Februarereignissen 1934 schloss er sich den Kommunisten an, arbeitete aber auch an einem (unvollendet gebliebenen) Roman über die Sozialdemokratische Arbeiterpartei („So starb eine Partei"). Unter verschiedenen Pseudonymen schrieb er für die Wochenendbeilage des „Wiener Tag". Damals entstandene Theaterstücke sind stilistisch zwischen Volksstück und Kabarett einzuordnen: „Der Lechner-Edi schaut ins Paradies" (1936), „Weltuntergang" (1936) und „Astoria" (1937); er zählte zu den meistgespielten Autoren der Kleinkunstszene (Aufführungen insbesondere in der „Literatur am Naschmarkt" und im „ABC", wo Soyfer Hans Weigel als Hausdichter nachfolgte). Von 17. November 1937 bis 17. Februar 1938 befand er sich in politischer Haft; als er am 13. März 1938 in die Schweiz gelangen wollte, wurde er an der Grenze verhaftet und ins Konzentrationslager eingeliefert (zunächst Dachau, ab 23. September 1938 Buchenwald; als seine in die Vereinigten Staaten von Amerika emigrierten Eltern bereits ein Affidavit geschickt hatten und seine Entlassungspapiere unterzeichnet waren, starb er). Er lebte 3, Gärtnergasse 4 (Gymnasialzeit) beziehungsweise Ölzeltgasse 1, 1934 7, Lindengasse 41; Gedenktafeln am Wohnhaus 9, Kinderspitalgasse 10 (1931/1932; enthüllt 2. März 1989, siehe auch hier) und am Haus 2, Heinestraße 4 (enthüllt 1990). Jura-Soyfer-Gasse

Literatur

  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Wendelin Schmidt-Dengler: „Nun ist er frei, aber auf eine andere Art...". Die Briefe Jura Soyfers. In: Zeitschrift der Theodor-Kramer-Gesellschaft 9 (1992), S. 15 f.
  • Kurt Stimmer [Hg.]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1988, S. 66 f., S. 183, S. 204 f.
  • Rathaus-Korrespondenz. Wien: Presse- und Informationsdienst, 03.03.1989