Jugend & Volk

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Plakat von Ernst Trauner für den Jugend & Volk-Verlag (1955)
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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildunterschrift  Plakat von Ernst Trauner für den Jugend & Volk-Verlag (1955)
Bildquelle Wienbibliothek, Plakatsammlung, P-28190, Ernst Trauner, Atelier Harnisch
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

Jugend & Volk (J & V), Verlag, 1921 in Wien mit dem Ziel gegründet, die sozialdemokratische Schulreform von Otto Glöckel mit entsprechenden Lehrbüchern zu unterstützen und insbesondere für Wien (das bereits damals den Schülern die Unterrichtsmittel kostenlos zur Verfügung stellte) Schulbücher nach modernen pädagogischen Gesichtspunkten zu produzieren.

Der erste wissenschaftliche Leiter des Verlags war Glöckels enger Mitarbeiter Viktor Fadrus. Der Verlag Gerlach & Wiedling, seit der Jahrhundertwende durch künstlerisch ausgestattete Jugendbücher bekannt, übertrug die Volksschatz- und die Gerlach-Jugendbücher-Reihe an Jugend & Volk. Bis 1934 erschienen bei Jugend & Volk insbesondere Lehrbücher für Volksschulen und die Mittelstufe (darunter die "Wiener Klassenlektüre") sowie pädagogische Publikationen; außerdem zur Unterstützung des Heimatkundeunterrichts Bezirksheimatkunden, die meist von Lehrerarbeitsgemeinschaften erarbeitet wurden und zum Teil noch heute Aktualität besitzen. Nach 1945 konnte der Verlag sein Programm wieder eigenständig gestalten und dehnte dieses im Bereich des Kinder- und Jugendbuchs aus, auf dem er im Weiteren seine größten Erfolge erzielte. Zu den bekanntesten Autoren des Verlags zählten Karl Bruckner, Fritz Habeck, Mira Lobe und Christine Nöstlinger. Besonders starke Verbreitung fanden das Kinderlexikon "Die Kinderwelt von A bis Z" und die "Welt von A bis Z" für Jugendliche. 1952 bis 1966 wirkte Jakob Bindel als Verlagsleiter. In den 1960er und 1970er Jahren versuchte Jugend & Volk sein Programm auf anspruchsvolle literarische und künstlerische Publikationen zu erweitern; längerfristig blieben diese Sparten jedoch nur in geringerem Umfang bestehen. 1967 bis 1979 war Kurt Biak Leiter des Verlages.

In den 1970er und 1980er Jahren erschien auf dem Viennensia-Sektor die erfolgreiche Reihe der "Wiener Bezirkskulturführer", außerdem wurde mit der Herausgabe der Reihe "Wiener Heimatkunden" sowie einer mehrbändigen wissenschaftlich fundierten "Geschichte der Stadt Wien" und dem "Historischen Atlas Wien" begonnen. 1992 erfuhr Jugend & Volk seine bisher größte Strukturveränderung: im Zuge einer kontinuierlichen Privatisierung des Verlags wurde einerseits die Jugend & Volk-Schulbuch-Verlag GmbH. gegründet (die den Bereich Unterrichts- und pädagogische Bücher abdeckt), andererseits wurden jene Sparten, die sich im Buchhandel als die tragfähigsten Programmteile erwiesen hatten (Kinder-, Jugend- und Sachbücher sowie Viennensia und Austriaca), mit dem Dachs-Verlag zur Jugend & Volk-Edition W.-Dachs Verlag GmbH, vereinigt. Für sein Kinder- und Jugendbuchprogramm wurde Jugend & Volk mit einer Vielzahl von österreichischen und internationalen Preisen ausgezeichnet; viele Bücher sind auch in fremdsprachigen Ausgaben erschienen.

Das Archiv des Verlages befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus.

Literatur

  • Festschrift Jugend & Volk. 1921-1971. 1971, darin unter anderem Czeike: Viennensia-Literatur bei J&V, S. 87 ff.

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