Joseph von Hammer-Purgstall

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Personenname Hammer-Purgstall, Joseph von
Abweichende Namensform Hammer, Joseph
Titel Freiherr, Hofrat, Dr. h.c.
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 09.06.1774
Geburtsort Graz
Sterbedatum 23.11.1856
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Friedhof Weidling
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Orientalist, Geograph, Dichter, Diplomat, Bibliothekar
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Hammer-Purgstall-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  4.06.2016 durch WIEN1\lanm08wuc
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Präsident der Akademie der Wissenschaften18471849
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden (Komtur)
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse1Kärntner Straße19
NameVerwandtschaftsgrad
Karoline von HeniksteinGattin

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Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall , * 9. Juni 1774 Graz, † 23. November 1856 Stadt 943 (1, Kärntner Straße 19; Weidlinger Friedhof; sein Grabmal [eine nach türkischer Art gestaltete „Türbe" mit Inschriften in zehn Sprachen] ließ er bereits 1844 errichten), Orientalist, Geograph, Dichter, Diplomat, Gattin (1816 Döbling) Karoline von Henikstein (* 1797,† 15. Mai 1844; Bankierstochter).

Gehörte ab 1807 der Staatskanzlei an und betätigte sich auch als Hofdolmetsch und Diplomat im Orient. Kam 1787 nach Wien, wurde an der Orientalischen Akademie ausgebildet und wurde 1799 „Sprachknabe" bei der österreichischen Internuntiatur in Konstantinopel (1801 Teilnahme am britischen Feldzug in Ägypten, 1802 Legationssekretär für Konstantinopel). 1807 kam er an die Hofkanzlei in Wien (1811 Hofkanzleirat, 1817 Hofrat).

1835 erbte er von der kinderlosen Gräfin Purgstall die Herrschaft Hainfeld, nannte sich daraufhin Hammer-Purgstall und wurde in den erblichen Freiherrenstand erhoben. Er erwarb sich große Verdienste um die Kenntnis des islamischen Orients, übersetzte zahlreiche orientalische Dichtungen (darunter erstmals „Tausendundeine Nacht") und gab die Zeitschrift „Fundgruben des Orients" heraus (sechs Bände, 1809-1818). Seinen Ruhm begründete er mit seiner „Geschichte des Osmanischen Reiches" (zehn Bände, 1827-1833), der unter anderem eine „Geschichte der osmanischen Literatur" (vier Bände, 1838) und das Werk „Gemäldesaal der Lebensbeschreibung großer moslimischer Herrscher" (sechs Bände, 1837-1839) folgten.

Nachdem er sich mit anderen für die Gründung der Akademie der Wissenschaften eingesetzt hatte, wurde er deren erster Präsident (1847-1849). „Erinnerungen aus meinem Leben 1774-1852" (1940).

Hammer-Purgstall-Gasse (1894), Hammer-Purgstall-Gesellschaft (gegründet 1959)


Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Karl A. Erhard: Hammer-Purgstall und Döbling, in: Museums Blätter 42-43/1975, 1 ff.
  • Kulturreferat Klosterneuburg (Hg.): Hammer-Purgstall in Klosterneuburg, Wien 1959
  • Charlotte Bucher: Joseph von Hammer-Purgstall, Diss. Universität Wien, Wien 1949
  • Selma Krasa: Josef Kriehuber 1800-1876. Porträtist einer Epoche. Wien: Brandstätter 1987, S. 84
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken, 12. 11. 1981
  • Peter Csendes [Hg.]: Österreich 1790 – 1848. Kriege gegen Frankreich, Wiener Kongreß, Ära Metternich, Zeit des Biedermeier, Revolution von 1848. Das Tagebuch einer Epoche. Wien: Brandstätter 1987, S. 293