Hermine Kunz-Hutterstrasser

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Personenname Kunz-Hutterstrasser, Hermine
Abweichende Namensform Hutterstrasser, Hermine
Titel
Geschlecht weiblich
GND 1017672970
Geburtsdatum 18.05.1873
Geburtsort
Sterbedatum 08.08.1948
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle
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NameVerwandtschaftsgrad
Lili Hutterstrasser-ScheidlCousine
Alfred KunzSohn
Heinrich KunzGatte
Charles VernayBruder

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Hermine Kunz-Hutterstrasser, * 18. Mai 1873, † 8. August 1948, Wiener Sammlerin von Porträtphotographien berühmter Persönlichkeiten zwischen 1860 und 1940


Biographie

Hermine Kunz-Hutterstrasser, Tochter des Bankiers Leopold Hutterstrasser (1837–1905) und dessen Ehefrau Karoline (1838–1922), geb. Vernay, wurde in eine erfolgreiche Unternehmersfamilie hineingeboren. Ihr Großvater Johann Michael Hutterstrasser (1809–1866) besaß seit 1835 ein kleines Kunstblumengeschäft am "Strohplatzl" (heute: Augustinerplatz) in Wien Schottenfeld, das sich zu einer Schmuckfedernfabrik auswuchs und unter der Führung seines Sohnes Eduard (1839–1910) einen Personalstand von bis zu vierhundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichte. Die prämierten Produkte konnte man auf den Weltausstellungen in Wien (1873) und Paris (1900) sowie bei Präsentationen in Melbourne (1888) und St. Petersburg (1902) bewundern. Karriere machte auch Hermines Bruder Carl (1863–1942), der zunächst gemeinsam mit dem Vater das Bankhaus "J. H. Stamez & Co." führte und 1909 die Klavierfabrik Ludwig Bösendorfer übernahm, die bis in die 1960er Jahre in Familienbesitz blieb.

Hermine Kunz-Hutterstrasser heiratete 1891 den ungarischen Kommerzialrat Heinrich Kunz (1860–1931), der ein Fachmann auf dem Gebiet der Wäscheerzeugung war. Laut Wiener Adressbuch war er im Jahr 1900 Gesellschafter der Leinen-, Baumwoll- und Damastfabrik "Firma Norbert Langer & Söhne", eines mährischen Unternehmens, von dem es seit 1822 auch in der Wiener Innenstadt eine Niederlassung gab. Aus der Ehe Kunz-Hutterstrassers gingen zwei Söhne hervor: Alfred Kunz (1894–1961) betrieb einen Modesalon und war als Bühnenbildner tätig, bevor er Direktor der Modeschule Hetzendorf wurde. Sein jüngerer Bruder Robert (1896–1919) starb vermutlich an der Spanischen Grippe, kurz nachdem er eine Kapellmeisterstelle am Stadttheater Bautzen angetreten hatte.

Hermine Kunz-Hutterstrasser trat 1912 und 1913 im alten Bösendorfer-Konzertsaal im ehemaligen Palais Liechtenstein als Sängerin auf, worüber auch die "Wiener Zeitung" berichtete. Über mehrere Jahrzehnte hinweg war sie eine passionierte Sammlerin von Widmungsphotographien und stand dank dieser Leidenschaft in Kontakt mit Künstlerinnen und Künstlern auf der ganzen Welt. Es entstand eine Sammlung von über 1600 Objekten, die rückseitig meist mit einer Widmung versehen waren und mit Zeitungsausschnitten beklebt wurden.

Alexander Demetrius Goltz (1857–1944) porträtierte die Sammlerin und entwarf zudem ein Exlibris für die Freundin. Das Gemälde befindet sich heute im Besitz des Wienmuseums. Die Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus beherbergt rund 250 Briefe und Karten, insbesondere die Antwortschreiben der Künstlerinnen und Künstler auf Kunz-Hutterstrassers Anfragen. Die umfangreiche Sammlung von Widmungsphotographien wird im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrt.


Literatur

  • Wienbibliothek im Rathaus: "Zum Konterfei das Autogramm!" Widmungsphotographien der Wiener Sammlerin Hermine Kunz-Hutterstrasser (1873–1948). Hg. von Marcel Atze und Michael Davidis. Unter Mitarbeit von Kyra Waldner. Wien: Metroverlag 2012