Helmut Qualtinger

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Qualtinger, Helmut
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 08.08.1928
Geburtsort Wien
Sterbedatum 29.09.1986
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 07.10.1986
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Helmut-Qualtinger-Hof, Helmut-Qualtinger-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  17.10.2017 durch DYN\lanm08wae
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


Es wurden noch keine Funktionen zu dieser Person erfasst!

AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Karl-Valentin-Orden7 Januar 1983
Nestroy-Ring11 März 1977
Deutscher Schallplattenpreis14 November 1968
Goldener Rathausmann22 Mai 1969
Goldene Kamera
Josef-Kainz-Medaille27 Januar 1970

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Qualtinger Helmut, * 8. August 1928 Wien, † 29. September 1986 Wien 9 (Allgemeines Krankenhaus; Zentralfriedhof, Ehrengrab), Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller, erste Gattin Leomare Seidler, Journalistin, zweite Gattin Vera Borek, Schauspielerin.

Begann ein Medizinstudium, eröffnete nach dem Krieg die Laienbühne „Mozart-Bühne" mit dem Nestroy-Stück „Nur keck!", gründete jedoch 1946 mit Michael Kehlmann das „Studio der Hochschulen", das seine Spielzeit mit einem ersten, sehr erfolgreichen Kabarettprogramm begann. Außerdem arbeitete er bei der von der französischen Besatzungsmacht herausgegebenen „Welt am Abend" (deren Chefredakteur damals Johannes Mario Simmel war) als Theaterkritiker. Ab 1946/1947 trat er mit Carl Merz im „Lieben Augustin" auf, 1951 hatte er mit Merz, Kehlmann und Gerhard Bronner einen überwältigenden Erfolg mit einer in die damalige Zeit transponierten Neufassung von Schnitzlers „Reigen" im Kleinen Brettl (3, Konzerthaus), worauf das Quartett beschloss, weiterhin zusammenzuarbeiten. Im Herbst 1952 brachten sie in der „Kleinen Komödie" (1, Liliengasse 3) die Kabarettrevue „Brettl vor'm Kopf, der weitere folgten („Blattl vor'm Mund", „Glasl vor'm Aug", „Spiegel vor'm G'sicht"); das Team erweiterte sich unter anderem um Peter Wehle und Johann Sklenka. Nach Qualtingers Erfolgen mit Nummern wie „Der Papa wird's schon richten", „Der g'schupfte Ferdl" und „Der Wilde auf seiner Maschin'" kreierte er (mit Merz als Texter) 1957 den „Travnicek" (Partner Bronner). 1959 übersiedelte das Team mit dem Programm „Dachl über'm Kopf" ins eigene Haus, das „Neue Theater am Kärntnertor" (1, Walfischgasse 4), wo Qualtinger mit dem „Hackl im Kreuz" seine kabarettistische Karriere beendete, jedoch im selben Jahr mit dem „Herrn Karl" (von Carl Merz) für Begeisterungs- und Entrüstungsstürme sorgte. Nachdem er bereits 1949 „Jugend ohne Schranken" veröffentlicht hatte, widmete er sich ab 1960 stärker dem Schreiben (Der Herr Karl, 1961; Alles gerettet [mit Merz], 1963; Die Hinrichtung, 1964; An der lauen Donau, 1965; Der Mörder und andere Leut', 1975) sowie dem Schauspiel (Horváth, Wedekind, Dostojewski, Kleist, Raimund, Nestroy), Lesungen (Hitlers „Mein Kampf“; Kraus' „Die letzten Tage der Menschheit") und dem Film (unter anderem Hanussen, 1955; Kurzer Prozeß, 1967; Der Richter und sein Henker, 1975; Geschichten aus dem Wienerwald, 1979; Das falsche Gewicht; Das Bestiarium des Dr. Döblinger; Der Name der Rose). Mit Heimito von Doderer verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Goldene Kamera (1968), Deutscher Schallplattenpreis (1968), Goldener Rathausmann (1969), Josef-Kainz-Medaille (1969), Nestroy-Ring (1977), Kart-Valentin-Orden (1983) Wohnhaft 3, Nikolausplatz 13 (1928-1937), 3, Klopsteinplatz 3 (1937-1944), 3, Apostelgasse 39 (1944), 18, Hofstattgasse 25 (1946), 1, Kärntner Ring 17 (1945), 18, Hofstattgasse 25 (1946), 1, Heiligenkreuzer Hof. Helmut-Qualtinger-Hof; Helmut-Qualtinger-Gasse

Literatur

  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Reclams deutsches Filmlexikon. Filmkünstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stuttgart: Reclam 1984
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Michael Horowitz: Helmut Qualtinger. Wien: Orac 1987
  • Michael Kehlmann [u. a.]: Der Qualtinger. Ein Porträt. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Friedrich Weissensteiner: Publikumslieblinge. Von Hans Albers bis Paula Wessely. Wien: Kremayr & Scheriau 1993, S. 146 ff.
  • Wochenpresse, 03.10.1986
  • Profil, 06.10.1986, S. 96 f.,
  • Profil, 07.09.1987, S. 76 ff.
  • Die Presse, Schaufenster, 13.06.1990
  • Basta. Heft 5 (1985), S. 90 ff. J9W;
  • Basta. Heft 10. (1986), S. 135 ff.
  • Zeit-Magazin, 27.06.1986, S. 43 ff.
  • Rathaus-Korrespondenz. Wien: Presse- und Informationsdienst, 19.05.1988, 24.01.1989, 25.09.1989