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Hadersdorfer Schloss

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Schloss Hadersdorf
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  4.06.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Schloss Hadersdorf.jpg
Bildunterschrift  Schloss Hadersdorf
Bildquelle Zeitschrift "Über Land und Meer
Bildrechte CC BY 4.0
BezirkStraßeHausnummer
14Mauerbachstraße43

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Derzeit wurden noch keine Konskriptionsnummer zu diesem Bauwerk erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Hadersdorfer Schloss (14, Mauerbachstraße 43). Im 12. und 13. Jahrhundert Sitz der Herren von Hadersdorf, vom 14. bis zum 16. Jahrhundert landesfürstlicher Amtssitz des Forstmeisters (Waldmeisters) für den Wienerwald (nach 1529 nach Purkersdorf verlegt). Ab 1528 im Besitz des Florentiners Niccolò Pitti, der hier eine Fabrik für Corduanleder einrichten wollte. Nach 1556 kam es zu häufigem Besitzwechsel. 1654-1678 gehörte das Schloss Eleonore von Gonzaga, der dritten Gattin Ferdinands III. (bekannt als Stifterin des Sternkreuzordens 1668 und des Wiener Ursulinenklosters 1663). Sie ließ das Schloss vor 1672 (Abbildung bei G. M. Vischer) umgestalten und einen Park mit Teich anlegen. 1678-1766 waren der Pfalz-Neuburg-Gesandte und Reichshofrat Andreas Scheuerer und seine Erben Besitzer des Schlosses. 1776 gewährte Maria Theresia dem berühmten Feldherrn Ernst Gideon Freiherr von Loudon (volkstümlich Laudon) zum Kauf eine finanzielle Unterstützung. Er ließ den Besitz zeitgemäß ausgestalten und kurz vor seinem Tod (1790) mit einem beachtlichen Landschaftsgarten (Hadersdorfer Schlosspark) versehen. Er beabsichtigte auch, sich hier aus türkischen Spolien, die er vom Feldzug 1789 (Eroberung von Belgrad) mitgebracht hatte, ein Grabmal nach türkischer Art errichten zu lassen. Nach seinem Tod ließ jedoch seine Witwe nach Plänen von H. Füger und F. A. Zauner einen klassizistischen Grabtempel errichten, der 1791 vollendet wurde. Die Spolien wurden Ende des 19. Jahrhunderts gesondert aufgestellt. Von der Familie Loudon gingen Schloss und Park 1925 an Dr. Otto Pollack Edler von Parnegg über. Seine Söhne veräußerten das Besitztum 1960 an die Erzdiözese Wien, die es im selben Jahr an Konsul Alfred Weiß (Inhaber der Kaffee- und Tee-Importfirma Arabia) weiterverkaufte.

Anlässlich der Wiedereroberung von Belgrad durch Feldmarschall Loudon 1789 wurden die Grabtafeln des türkischen Befehlshabers Elhadsch Ibrahim Pascha, der Belgrad 1739 von den Österreichern zurückerobert hatte, vom Konstantinopler Tor abgenommen und im Wald oberhalb von Schloss Loudon als Siegesdenkmal aufgestellt.

Dieser sorgte für eine großzügige Renovierung, in deren Verlauf im Festsaal Fresken von Johann Bergl aus der Zeit um 1760, die im Schloss Donaudorf (das 1955 dem Bau des Kraftwerks Ybbs-Persenbeug hatte weichen müssen) abgenommen worden waren, adaptiert wurden. Das Schloss wurde bis 1976 als Luxushotel und Restaurant geführt, dann jedoch an die Republik Österreich vermietet, die darin die Verwaltungsakademie des Bundes unterbrachte.

Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich.

Literatur

  • Hanns Jäger-Sunstenau: Schloß Hadersdorf, heute Schloß Laudon, und seine Besitzer, in: Penzinger Museums Blätter 14/1967, S. 229 ff.
  • Waltraud Blauensteiner: Die Instandsetzung des Laudon-Schlosses in Hadersdorf, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 16/1962, S. 116
  • Waltraud Blauensteiner: Umbau des Laudonschlosses in Hadersdorf bei Wien zu einem Hotel, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 20/1966, S.120
  • Schloß Laudon wurde Luxushotel, in: Wien aktuell 3/1964, 39 ff.
  • Karl Teply: Die Hadersdorfer Türkensteine, in: Wiener Geschichtsblätter. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1979, 34, S. 149 ff.
  • Felix Czeike: XIV. Penzing. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 14), S. 49 ff.
  • Hertha Wohlrab: Wien in alten Ansichtskarten 14/15, S. 53
  • Schloß Laudon Vienna (Hotelprospekt, um 1965)
  • ustus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 169