Gabriel von Salamanca

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Personenname Salamanca, Gabriel von
Abweichende Namensform Ortenburg, Gabriel Salamanca von
Titel Graf
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 1489
Geburtsort Burgos, Spanien
Sterbedatum 12.12.1539
Sterbeort Ensisheim, Elsass
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Finanzpolitiker, Staatsmann, Generalschatzmeister
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  24.07.2014 durch WIEN1\lanm09bel
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Gabriel von Salamanca, * um 1489 Burgos, Spanien, † 12. Dezember 1539 Ensisheim, Elsass (Spitalskirche Spittal an der Drau, Kärnten [Grab verschollen]), Finanzpolitiker, Staatsmann, Erste Gattin (1523 Innsbruck) Gräfin Elisabeth von Eberstein aus Schwaben († 1532; Pfarrkirche Spittal an der Drau), Zweite Gattin (1533) Elisabeth Markgräfin von Baden, Sohn des Gonzalo Rodriguez de Salamanca und dessen Gattin lsabel des Ayala (Gerüchte, er entstammte einer getauften Judenfamilie und sei ein unehelicher Sohn Maximilians I., sind unbewiesen); seine Schwester Ines heiratete Juan Hoyos (Ahnherr der nachmals österreichischen Freiherrn- bzw. Grafenfamilie Hoyos). Salamanca war ab 1519 Sekretär, ab 1521 Kanzleivorstand Ferdinands I. Als Generalschatzmeister der deutschen Erblande der Habsburger (1522-1526) war er mit dem Abbau der von Maximilian I. hinterlassenen Schulden (rund sechs Millionen Gulden) und der Finanzierung von Ferdinands Politik betraut, was ihm durch rücksichtslose Maßnahmen sowie Vorstrecken von Eigenmitteln gelang. Er erwarb zahlreiche Herrschaften, darunter Freienstein (Bezirk Amstetten) und Karlsbach (Bezirk Melk) in Niederösterreich (1522), Ehrenberg bei Lienz (1523) und die Grafschaft Ortenburg (1524; Hauptort Spittal an der Drau), wo ab 1533 ein prachtvolles Palais entstand ("Schloss Porcia"), außerdem ein Haus in Innsbruck (1525; "Zum Burgriesen", Hofgasse 12) und ein Haus in Wien (1, Herrengasse 23). Salamanca wurde 1523 in den Freiherrnstand und 1524 in den Grafenstand (Prädikat "von Ortenburg") erhoben. Er übte bis zu seiner Entlassung als Generalschatzmeister (3. Mai 1526) maßgebenden Einfluss auf Ferdinand I. aus (es ist jedoch unbewiesen, dass er 1522 auf das Wiener Neustädter Blutgericht hingearbeitet habe), wurde danach jedoch mit anderen Funktionen entschädigt. Den Söhnen Gabriels verpfändete Ferdinand 1543-1562 für rund 68.000 Gulden die Güter des aufgelassenen Martinspitals in Wien. Die Familie starb 1639 aus.

Literatur

  • Johann Siebmacher: J. Siebmacher's großes Wappenbuch. Band 4, Abteilung 4: Niederösterreichischer Adel, Teil 2: S-Z. Nürnberg: Bauer und Raspe 1918, S. 9 ff.
  • Albert E. J. Hollaender: Gabriel Salamanca Graf von Ortenburg und die tirolerische Erhebung 1525. In: Alexander Novotny / Berthold Sutter [Hg.]: Innerösterreich 1564-1619. Graz: o.V. 1967 (Joannea, 3), S. 9 ff.
  • Therese Meyer: Gabriel Salamanca und seine Nachkommen als Grafen von Ortenburg 1524-1639. In: Barbara Grünwald [Red.]: Spittal 800. 1191-1991. Ausstellung im Schloß Porcia. Spittal an der Drau: Eigenverlag der Stadtgemeinde 1991, S. 111 ff.
  • Richard Perger: Das Sankt Martinspital vor dem Widmertor zu Wien (1339-1529). In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 44/45 (1989), S. 7 ff.
  • Gerhard Rill: Fürst und Hof in Österreich von den habsburgischen Teilungsverträgen bis zur Schlacht von Mohács (1521/22-1526). Band 2: Gabriel von Salamanca, Zentralverwaltung und Finanzen. Wien: Böhlau 2003 (Forschungen zur europäischen und vergleichenden Rechtsgeschichte, 7), S. 2