Franz Jauner

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Jauner, Franz
Abweichende Namensform Jauner, Franz von
Titel Ritter
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 14.11.1831
Geburtsort Wien
Sterbedatum 23.02.1900
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Ober-St.-Veiter Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schauspieler, Theaterdirektor
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Jaunerstraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  31.03.2015 durch WIEN1\lanm08gan
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


Es wurden noch keine Funktionen zu dieser Person erfasst!

Es wurden noch keine Auszeichnungen zu dieser Person erfasst!

Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse2Praterstraße31

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Franz Jauner (1889 Ritter von), * 14. November 1831 Wien (nicht gesichert), † 23. Februar 1900 (Selbstmord) Wien 2, Praterstraße 31 (Ober-St.-Veiter Friedhof), Schauspieler, Theaterdirektor, Gattin (1895) Emilie Krall, Hofopernsängerin (* 12.August 1875 Wien, † 22. Juni 1900 [Selbstmord] Wien), Sohn des Hofgraveurs und Inhabers einer Medaillenfirma, Franz Jauner senior (* 15. August 1808 Nußdorf, † 15. Dezember 1889 Wien), Bruder des Medailleurs Heinrich Jauner, des Verwaltungsbeamten und Hofrats August Jauner (ab 1886 von Schroffenegg * 10. Februar 1835 Wien, 12. Juni 1907 Wien) und des Direktors der Niederösterreichischen Landesbuchhaltung Theodor Jauner (* 29. Juli 1844 Wien, † 25. Mai 1913 Neulengbach, Niederösterreich, Gattin Olga Blum, Schauspielerin; in ihrem Haus verkehrten Alexander Girardi und Viktor Tilgner). Jauner lernte bei Preyer und J. von Seyfried Musiktheorie, seine Liebe galt jedoch dem Theater. Am 16. Dezember 1848 debütierte er am Pasqualatitheater, dem er lange Zeit angehörte. 1854/1855 engagierte ihn Heinrich Laube für kleinere Rollen ans Burgtheater, 1855/1856 absolvierte er das Kunststudium in Paris, 1856-1858 spielte er in Hamburg, 1858 einige Monate am Wiener Kärntnertortheater. Danach war er bis 1871 in Dresden engagiert, von wo ihn Anton Ascher im April 1871 ans Carltheater verpflichtete (Ascher war 1866-1872 Direktor). Im Juni 1872 übernahm er die Direktion, führte die Bühne durch seine Inszenierungen einer Glanzzeit entgegen und wurde dadurch als Theaterfachmann berühmt. Am 1. Mai 1875 bestellte man ihn provisorisch,1878 definitiv zum Direktor der Hofoper (bei gleichzeitiger Weiterführung des Carltheaters); seine Bedingung seiner direkten Unterstellung unter das Obersthofmeisteramt (Auflösung der dazwischengeschalteten Generalintendanz der Hoftheater) wurde bewilligt. Die wichtigste künstlerische Leistung seiner Ära war die geschlossene Erstaufführung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen" zwischen 24. Jänner 1878 und 24. Februar 1879 (Herbeck hatte sich vergeblich bemüht, den Ring für die Hofoper zu erhalten, doch konnte er das schlechte Verhältnis Wagners zur Oper nicht überwinden); zuvor war am 5. März 1877 lediglich „Die Walküre" ins Programm aufgenommen worden. Auch die Erstaufführung der Pariser Tannhäuser-Bearbeitung (1875), das Engagement von Hans Richter und einiger berühmter Sänger gehört zu Jauners Verdiensten; Verdi dirigierte unter seiner Direktion persönlich sein „Requiem", Bizet die deutschsprachige Erstaufführung seiner „Carmen". Jauner führte 1877 die öffentliche „Opernsoiree" an der Hofoper ein und veranstaltete 1878 erstmals eine „Opernredoute" (die sich Jahrzehnte hielt). Er konnte jedoch das Defizit nicht verringern. Am 19. Juni 1880 übernahm er die Direktion des Ringtheaters, in dem es am 8. Dezember 1881 zu jener tragischen Brandkatastrophe kam, für die man Jauner zur Verantwortung zog und verurteilte. 1884 inszenierte er als künstlerischer Leiter des Theaters an der Wien glänzende Strauß- und Millöcker-Aufführungen; nach der Erstaufführung des „Zigeunerbarons" am 24. Oktober 1885 gab er in seiner Theaterwohnung ein „Siegessouper". 1892 führte er die hervorragende Internationale Musik- und Theaterausstellung der Stadt Wien durch und leitete das Ausstellungstheater. 1894 wurde Jauner Codirektor in Hamburg, 1895 Regisseur am Carltheater, dann als Nachfolger von Carl Blasel Direktor. Wegen ständiger finanzieller Mißerfolge deprimiert, schied er freiwillig aus dem Leben.

Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954 - 1957
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. In drei Bänden. Personenteil A-K. Mainz: Schott 1959
  • Franz Hadamowsky: Wien – Theatergeschichte. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1988, Register
  • Franz Hadamowsky / Alexander Witeschnik: Hundert Jahre Wiener Oper am Ring [Jubiläumsausstellung]. Wien: Aktionskomitee 100 Jahr-Feier d. Wiener Staatsoper 1969, S. 59 ff.
  • Theodor Jauner: Fünf Jahre Wiener Operntheater 1875-1880. Franz Jauner und seine Zeit. Wien: Selbstverlag 1963
  • Elisabeth Knipel: K. k. Hofoperntheater unter der Leitung Franz Jauners 1875-1880. 1969
  • Hans Pemmer: Die Familie Jauner. In: Unsere Heimat. Zeitschrift für Landeskunde von Niederösterreich 39 (1968), S. 153 ff.
  • Franz Hadamowsky / Alexander Witeschnik: Hundert Jahre Wiener Oper am Ring [Jubiläumsausstellung]. Wien: Aktionskomitee 100 Jahr-Feier d. Wiener Staatsoper 1969, 44, S. 60 f.
  • Marcel Prawy: Geschichte und Geschichten der Wiener Staatsoper. Wien [u.a.]: Molden 1969, S. 39 ff. und Register
  • Franz Englisch: Die Programmgestaltung des Wiener Ringtheaters unter Direktor Franz von Jauner. In: Wiener Geschichtsblätter 18 (1963), S. 161 ff.
  • Rudolf Holzer: Die Wiener Vorstadtbühnen. Alexander Girardi und das Theater an der Wien. Wien: Österreichische Staatsdruckerei 1951, S. 486 ff., S. 495 ff.
  • Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 193
  • Hietzing. Ein Heimatbuch für den 13. Wiener Gemeindebezirkes. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Hietzing. Wien: Österr. Bundesverlag 1925, S. 360 f.
  • Karl Glossy: Theatergeschichtliche Ausstellung der Stadt Wien 1892. Wien: Verlag der Bibliothek und des historischen Museums der Stadt Wien 1892, S. 192 f.
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, S. 330