Erste Wiener Medizinische Schule

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Wiener Medizinische Schule, Erste. Gerhard (Gerard) van Swieten, 1745 von Maria Theresia aus der Schule von Herman Boerhaave in Leiden nach Wien berufen, beendete die mittelalterliche Struktur der Universität und schuf eine neue Medizinische Fakultät. Anton de Haen, sein Mitschüler, begann den Unterricht am Krankenbett. Sein Schüler Maximilian Stoll war noch Anhänger der hippokratischen "Vier-Säfte-Lehre", übernahm aber die 1761 von Leopold Auenbrugger entdeckte Methode des Beklopfens ("Perkussion") des Brustraums, womit er der Vorläufer der Zweiten Wiener Medizinischen Schule wurde. Mangels Narkose und antiseptischer Wundbehandlung beschränkte sich die Chirurgie auf Unfallversorgung, Starstich (Joseph Barth) und Blasensteinschnitt (Vinzenz Kern).

1812 begründete Barths Schüler Georg Joseph Beer im Allgemeinen Krankenhaus Wien die erste Augenklinik der Welt. Die Geburtshilfe wurde hier von Johann Lukas Boër begründet, der die konservativen den operativen Methoden vorzog.

Geisteskranke wurden im josephinischen "Irrenturm" (im seit 1784 bestehenden Allgemeinen Krankenhaus) gepflegt; Johann Peter Frank erleichterte als Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Wien deren Schicksal, trug selbst immer Medizin vor und wurde zum Begründer der Fächer Hygiene und Gerichtsmedizin.

Literatur

Siehe Zweite Wiener Medizinische Schule.