Emil Orlik

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Personenname Orlik, Emil
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 21.07.1870
Geburtsort Prag
Sterbedatum 28.09.1932
Sterbeort Berlin
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Maler, Graphiker, Designer
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Orlik Emil, * 21. Juli 1870 Prag, † 28. September 1932 Berlin) (Franziskus-Krankenhaus), Maler, Graphiker, Designer, Sohn des Schneidermeisters Moritz Orlik (* 30. November 1832 Wosredek/Beneschau [Tschechische Republik], † 9. Dezember. 1897 Prag) und dessen Gattin (1859) Anna Stein (* 26. Juli 1833 Modrovice [Tschechische Republik], † 6. Oktober 1913 Prag). Studierte 1889-1891 in der Privatmalschule Heinrich Knirr in München und 1891-1893 an der dortigen Akademie der bildenden Künste, wurde 1895 Mitglied des Vereins deutscher bildender Künstler in Böhmen und war 1896/1897 Mitarbeiter der "Jugend" in München. Ab 1897 lebte Orlik in Prag, 1898 bereiste er Westeuropa, 1899 wurde er Mitglied der Secession in Wien und Berlin. Von seiner ersten Japanreise (1900/1901) wurde sein Schaffen nachhaltig beeinflusst (Erlernung der Technik des Farbenholzschnitts, Übernahme ostasiatischer Bildkompositionsprinzipien). 1902 hatte er mit einer Ausstellung in Wien großen Erfolg, 1905 wurde er an der staatlichen Lehranstalt des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie berufen und zog nach Wien. Noch im selben Jahr trat er mit Klimt aus der Secession aus. Orlik hatte Kontakt mit der Wiener Werkstätte. 1905 wurde er als Nachfolger Otto Eckmanns zum Professor der Grafikklasse des staatlichen Berliner Kunstgewerbemuseums beziehungsweise der Vereinigten Staatsschulen Berlin ernannt. Hier entwickelte er sich zum Maler der Gesellschafts-, Konzert- und Theaterwelt. 1907 arbeitete er für das Wiener Kabarett "Fledermaus". 1911 unternahm er eine ausgedehnte Reise nach Afrika (Ägypten, Nubien), Indien, Ostasien (China, Korea, Japan) und Sibirien. 1914 schuf er die Wandmalereien für die Deutsche Werkbundausstellung in Köln, 1918 nahm er als Pressezeichner an der deutsch-russischen Friedenskonferenz in Brest-Litowsk teil. 1924 besuchte Orlik Nordamerika. In seinen frühen Arbeiten war Orlik vom Realismus geprägt, ehe er impressionistische Stimmungswerte einsetzte. Seine Porträtradierungen erregten Bewunderung. Orliks Bedeutung liegt in der Erneuerung des Farbholzschnitts. Hevesi bezeichnete Orliks graphisches Schaffen mit dem japanischen Wort „omoshiroi" (interessant, pikant, amüsant, genial). Orlik schuf auch Exlibris, Lithographien und Buchillustrationen, lieferte Entwürfe für Tapeten, Stoffe und Plakate und publizierte unter anderem „Anmerkungen über den Farbholzschnitt in Japan" (Graphische Künste, 1902).

Literatur

  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Hans Vollmer [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. 6 Bände. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 1953-1962
  • Heinz Schöny: Wiener Künstler-Ahnen. Genealogische Daten und Ahnenlisten. Wiener Maler. Band 3: Jugendstil (Symbolismus). Wien: Selbstverlag der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler" 1987, S. 82 ff.
  • Encyclopaedia Judaica. Band 12. Jerusalem: Keter 1971, S. 1470 f.
  • Hans Bisanz [Hg.]: Wiener Stilkunst um 1900. Zeichnungen und Aquarelle im Besitz des Historischen Museums der Stadt Wien. Wien: Eigenverlag 1979 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 61), S. 63
  • Karl Albrecht-Weinberger / Felicitas Heimann-Jelinek [Red.]: Judentum in Wien. Katalog. Wien: Eigenverlag 1987 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 108)
  • Wien um 1900. Ausstellung veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Wien, 5. Juni bis 30. August 1964. Wien: Selbstverlag 1964, S. 123