Elise Richter

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Elise Richter
Personenname Richter, Elise
Abweichende Namensform
Titel Dr. phil., Univ.Prof.
Geschlecht weiblich
GND 118600389
Geburtsdatum 02.03.1865
Geburtsort Wien
Sterbedatum 21.06.1943
Sterbeort Konzentrationslager Theresienstadt
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Romanistin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche Elise-Richter-Weg
Denkmal Universität Wien (Hauptgebäude)
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Eliserichter.jpg
Bildunterschrift  Elise Richter
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-008670
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Professur für Romanistik an der Universität Wien19051938

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NameVerwandtschaftsgrad
Helene RichterSchwester
Maximilian RichterVater

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Elise Richter, * 2. März 1865 Wien, † 21. Juni 1943 Konzentrationslager Theresienstadt, Romanistin. Erhielt Unterricht von Privatlehrern, besuchte nach dem Tod der Eltern (Mutter 1889, Vater 1890) mit Hilfe ihres Erbes nach Externistenmatura am Akademischen Gymnasium 1897-1901 die Universität Wien (Romanistik, Indogermanistik, Klassische Philologie, Germanistik; Dr. phil. 1901), stieß jedoch mit ihrer Absichtserklärung, sie wolle wissenschaftlich arbeiten, auf scharfen Widerstand der Universität. Erst nach dreijährigem Kampf wurde sie als erste Frau "von Ministergnaden" zur Habilitation zugelassen (1907); der damalige Dekan sprach sich dennoch grundsätzlich gegen die Erteilung einer Venia legendi aus, weil er es für "unmöglich" hielt, dass sich Männer von einer Frau unterrichten lassen sollten. 1921 wurde Richter ao. Prof. (50% Gegenstimmen), ein Ordinariat erhielt sie nie; 1922-1930 war sie Vorsitzende des von ihr gegründeten "Verbands der akademischen Frauen Österreichs". Ab 1928: Leitung des phonetischen Instituts der Uiversität Wien; Entdeckung des Einflusses psychologischer Vorgänge auf die Sprache. Sie arbeitete besonders auf sprachwissenschaftlichem Gebiet (Semantik, Syntax, Phonetik, Phonologie, Einbeziehung psychologischer Komponenten), stand zwar in der Tradition der Wiener romanistischen Schule, bezog aber in ihre Publikationen auch kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe mit ein. Sie veröffentlichte circa 300 Publikationen.

Von den Nationalsozialisten wurde sie aus rassistischen Gründen entlassen. 1940 bis 1942 konnte sie nur noch in den Niederlanden und in Italien publizieren. Elise Richter wurde 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb dort an den Folgen der Deportation.

Elise-Richter-Weg (2008)

Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien

Literatur

  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Renate Seebauer: Frauen, die Schule machten. Wien: LIT 2007, S. 96-111
  • Mary Steinhauser [Hgin.]: Totenbuch Theresienstadt. Damit Sie nicht vergessen werden. Wien: Junius 1987, S. 36
  • Frauenblatt, 01.06.1991, S. 8 f.
  • Salzburger Nachrichten, Österreich Ausgabe, 31.07.1993, S. 27
  • Christiane Hoffrath: Bücherspuren. Das Schicksal von Elise und Helene Richter und ihrer Bibliothek im "Dritten Reich". 2., durchges. und erg. Aufl. Köln / Wien: Böhlau 2010 (Schriften der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, 19)

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