Carl Auer-Welsbach

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Personenname Auer-Welsbach, Carl
Abweichende Namensform Auer-Welsbach, Karl Freiherr von
Titel Freiherr, Dr. phil.
Geschlecht männlich
GND 118651013
Geburtsdatum 01.09.1858
Geburtsort Wien
Sterbedatum 04.08.1929
Sterbeort Meiselding
Begräbnisdatum
Friedhof FriedhofHietzing;
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Chemiker, Erfinder
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Auer-Welsbach-Straße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Geburtsadresse1Seilerstätte8
Wohnadresse4Theresianumgasse25
Wohnadresse4Wiedner Hauptstraße69
Wohnadresse4Wiedner Hauptstraße57

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Auer-Welsbach Carl (1901 Freiherr von), * 1. September 1858 Wien 1, Seilerstätte 8, 14. August 1929 Schloss Welsbach bei Meiselding, Kärnten (Hietzinger Friedhof). Sohn des Direktors und Reorganisators der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, Alois Auer-Welsbach; maturierte 1877 an der Josefstädter Realschule, studierte 1878-1880 an der Universität Wien Chemie (Dr. phil. 1882 in Heidelberg, wo er bei Robert Wilhelm Bunsen Vorlesungen hörte). An der Universität Wien war er anschließend als Assistent bei Professor Adolf Lieben tätig und setzte die in Heidelberg aufgenommenen Untersuchungen seltener Erden fort. 1885 entdeckte er neue Elemente und erfand das Gasglühlicht, das er 1891 mit Ludwig Haitinger durch Einführung des Thorium-Cer-Glühkörpers, der rein weißes Licht gab, verbesserte. Der "Auerstrumpf" konnte ab 1892 in Atzgersdorf fabriksmäßig hergestellt werden. Schon 1891 belieferte er das Wiener Operncafé als erstes öffentliches Lokal mit seinen Auer-Brennern für Gaslaternen, in der Folge bestellte auch die Stadtverwaltung seine Brenner, und in den meisten europäischen Ländern entstanden Gasglühlichtgesellschaften. Auers eigenes Unternehmen erzeugte für diese die Imprägnierungsflüssigkeit. 1898 konstruierte Auer die Osmium-Fadenlampe und revolutionierte mit dieser neuerlich das Beleuchtungswesen, als es ihm gelang, das teure Metall Osmium durch Wolfram zu ersetzen. Im Zuge von Experimenten der Abfallprodukte bei der Herstellung von Glühstrümpfen mit Legierungen der seltenen Erden entdeckte er deren leichte Entzündbarkeit, die ihn zur Erfindung des Cer-Eisens führte; 1903 ließ er sich dieses "Auermetall" patentieren, das als Feuerstein in Taschenfeuerzeugen seine wichtigste Verwendung finden sollte. 1907 ließ er die Treibacher Chemischen Werke erstehen, die automatische Feuerzeuge herstellten. Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaft; Ehrendoktor auf Hochschulen (Wien, Graz, Karlsruhe) und Universitäten (Freiburg, Graz). Er wohnte 4, Theresianumgasse 25 (1868-1898), 4, Wiedner Hauptstraße 69 (1899-1902) und 4, Wiedner Hauptstraße 57 (1903-1925), dann zog er sich auf sein Schloß in Kärnten zurück (in dem er sich ein Forschungslaboratorium eingerichtet hatte). Auer-Welsbach-Denkmal, Auer-Welsbach-Gasse, Auer-Welsbach-Park, Auer-Welsbach-Straße.

Quellen


Literatur

  • Josef Mayerhöfer: Lexikon der Geschichte der Naturwissenschaften. Biographien, Sachwörter und Bibliographien. Wien: Hollinek 1959-1972
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 7. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1929
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954 - lfd.
  • Österreichische Naturforscher und Techniker. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Gesellschaft für Natur und Technik 1951, S. 122 ff.
  • Josef Mentschl: Österreichische Wirtschaftspioniere. Wien: Birken Verlag 1959, S. 130 ff.
  • Maria Habacher: Österreichische Erfinder. Werk und Schicksal. Wien: Bergland-Verlag 1964 (Österreich-Reihe, 226/228), S. 87 ff.
  • Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, S. 179
  • Rudolf Schmidt: Das Wiener Künstlerhaus. Eine Chronik 1861-1951. Wien: Gesellschaft Bildender Künstler Wiens 1951, S. 89
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 337 f.
  • Eugen Schmahl: Carl Auer von Welsbach. Ein Abschnitt aus der Geschichte der Textiltechnik. München: Oldenbourg 1952
  • Franz Sedlacek: Carl Auer Freiherr von Welsbach. Wien: Springer 1934 (Blätter für Geschichte der Technik 2/1934)
  • Rudolf Elmayer: Mehr Licht! Ein Auer von Welsbach-Roman. Hamburg / Wien: Zsolnay 1958
  • Wiener Zeitung, 01.08.1949