Berthold Viertel

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Personenname Viertel, Berthold
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 118768395
Geburtsdatum 28.06.1885
Geburtsort Wien
Sterbedatum 24.09.1953
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 29.09.1953
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 0/1/104
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Lyriker, Dramatiker, Schriftsteller, Regisseur
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Berthold-Viertel-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  2.11.2017 durch WIEN1\lanm09bum
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Dramaturg an der Wiener Volksbühne19121914

Es wurden noch keine Auszeichnungen zu dieser Person erfasst!

Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse9Pelikangasse15
NameVerwandtschaftsgrad
Elisabeth NeumannGattin

Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Viertel Berthold, * 28. Juni 1885 Wien, † 24. September 1953 Wien 9, Pelikangasse 15 (Neue Wiener Privatklinik; Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 0/1/104), Lyriker, Dramatiker, Schriftsteller, Burgtheaterregisseur, Gattin Elisabeth Neumann (* 1900).

Besuchte das Mariahilfer Gymnasium und kam in freundschaftliche Verbindung zu Karl Kraus (seine ersten Gedichte und Essays erschienen 1910/1911 in der "Fackel") und Peter Altenberg. 1911 gehörte Viertel zu den Begründern der Wiener Volksbühne (später Renaissancetheater), an der er bis 1914 als Dramaturg arbeitete. Nach Kriegsdienst (1914-1918 an der galizischen Front) war Viertel als Theaterregisseur in Dresden und Berlin tätig; ab 1922 auch Filmregie (1928 erstmals in Hollywood). 1932-1934 lebte und arbeitete er in Großbritannien, 1934-1938 in Frankreich, von wo er in die USA emigrierte. 1947 kehrte er nach Wien zurück und inszenierte am Burg- und Akademietheater (besonders erfolgreich Tennessee Williams' "Glasmenagerie" und "Endstation Sehnsucht" [beide von ihm übersetzt]).

Viertel machte das Wiener Theaterpublikum mit modernen Dichtern (wie Cocteau, Anouilh, Rattigan) bekannt, betätigte sich aber auch als Nachdichter von griechischen Klassikern und als Übersetzer Arthur Millers. Zu Viertels Werken gehören Gedichtbände, Essays (Karl Kraus. Ein Charakter und die Zeit, 1921), die Komödie "Die schöne Seele" (1925) und der Roman "Das Gnadenbrot" (1927). Von seinen Filmen sind "Puppenheim" (1923), "Abenteuer eines Zehnmarkscheines" (1927), "Man Trouble" (1930), "Man from Yesterday" (1932) und "Little Friends" (1934) zu nennen.

Berthold-Viertel-Gasse.

Literatur

  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Werner Röder / Herbert A. Strauss: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International biographical dictionary of Central European émigrés 1933-1945. Hg. vom Institut für Zeitgeschichte München und von der Research Foundation for Jewish Immigration. München [u.a.]: Saur 1980-1999
  • Richard Bamberger [Hg.]: Österreich-Lexikon in zwei Bänden. Wien: Verlags-Gemeinschaft Österreich-Lexikon 1995
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Herwig Rischbieter [Hg.]: Theater-Lexikon. Zürich: Orell Füssli 1983
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Salka Viertel: Das unbelehrbare Herz. Ein Leben in der Welt des Theaters, der Literatur und des Films. Hamburg: Claassen 1970
  • Josef Mayerhöfer [Hg.]: Berthold Viertel - Regisseur und Dichter. Wien: Österreichische Nationalbibliothek 1975
  • Fred Hennings: Heimat Burgtheater. Band 3: Des Hauses und meine Wandlungen. Wien [u.a.]: Herold 1974 , S. 102 ff.
  • Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich. Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus. [Zusammenstellung der Ausstellung: Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Katalog: Gabriele Koller ... Für den Inhalt verantwortlich: Oswald Oberhuber]. Wien: Zentralsparkasse 1982, S. 66 f.
  • Harry Zohn: "...ich bin ein Sohn der deutschen Sprache nur...". Jüdisches Erbe in der österreichischen Literatur. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1986
  • Konstantin Kaiser [Hg.]: Berthold Viertel-Studienausgabe in vier Bänden. Band 1: Die Überwindung des Übermenschen. Exilschriften. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik 1991
  • Rathaus-Korrespondenz. Wien: Presse- und Informationsdienst, 21.09.1963