Bürgerschule zu St. Stephan

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Art der Organisation Institution
Jahr von 1237
Jahr bis 1740
Benannt nach
Prominente Personen
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtStephansplatz3

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Bürgerschule zu St. Stephan (1, Stephansplatz 3; Gedenktafel). Bedeutendste österreichische Pfarrschule des Mittelalters, die bereits im Privilegium Herzog Friedrichs II. (1237) erwähnt wird und dem Landesfürsten unterstand.

1296 verzichtete Herzog Albrecht I. auf das landesfürstliche Patronat, worauf die Schule ihren Typus änderte und seither eine städtische Bürgerschule war. Ernennung und Besoldung des Schulmeisters (Schulrektors) und seines Personals wurden der Stadtgemeinde übertragen und seither von Bürgermeister und Rat besorgt.

Die Bürgerschule zu St. Stephan (von der erst eine Schulordnung aus dem Jahr 1446 erhalten ist und an der auch Wolfgang Schmeltzl gelehrt hat) war bis ins 14. Jahrhundert die bedeutendste Lehranstalt der Stadt.

Seit Gründung der Universität durch Herzog Rudolf IV. 1365 war die Bürgerschule eine Art Mittelschule, deren Aufgaben im Lauf des 16. Jahrhunderts von den Jesuiten übernommen wurden (worauf bei St. Stephan nur eine deutsche Normalschule erhalten blieb).

Die Errichtung anderer Schulen in Wien war an die Zustimmung des Schulmeisters von St. Stephan gebunden (1352 St. Michael, 1384 Bürgerspital, 1446 Schottenstift).

Seit 1740 steht an ihrer Stelle das Churhaus. Während an den anderen Schulen nur das Trivium gelehrt werden durfte, wurde bei St. Stephan auch das Quadrivium vorgetragen.

Das Personal bestand aus dem Schulmeister, drei Hauptlehrern (Magister der freien Künste), drei Hilfslehrern (Lokalen, Baccalaureaten), einem Kantor und einem Subkantor.


Literatur

  • Otto Brunner: Die Finanzen der Stadt Wien. Von den Anfängen bis ins 16. Jahrhundert. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1929 (Studien aus dem Archiv der Stadt Wien, 1/2 ), S. 218 ff.
  • Anton Mayer: Die Bürgerschule zu St. Stephan in Wien. 1880
  • Anton Mayer: Über die Schulen der Stadt Wien im Mittelalter mit besonderer Berücksichtigung der Bürgerschule von St. Stephan. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien (1902), S. 9 ff.
  • Albert Camesina: Die Bürgerschule. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien 11 (1904-1906), S. 276 ff.
  • J. A. Tomaschek: Die Rechte und Freiheiten der Stadt Wien. Band 2: 1879, S. 53 ff. (Ordnung 1446)
  • Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien 103 (Musik im mittelalterlichen Wien), S. 66
  • Felix Czeike: Das Wiener Schulwesen bis 1365. In: Stadt Wien. Offizielles Organ der Bundeshauptstadt 39 (1965), S. 9 f.; 50 (1965), S. 5 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 1: Geschichte, historische Hilfswissenschaften, Festungswerke und Kriegswesen, Rechtswesen, Kulturgeschichte, Sittengeschischte. Wien: Touristik-Verlag 1947, S. 258