Adolf Bäuerle

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Personenname Bäuerle, Adolf
Abweichende Namensform Bäuerle, Johann Andreas, Bäuerle, Adolph, Horn, Otto, Fels, J. H.
Titel
Geschlecht männlich
GND 119560038
Geburtsdatum 09.04.1786
Geburtsort Wien
Sterbedatum 20.09.1859
Sterbeort Basel
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Journalist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Bäuerlegasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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NameVerwandtschaftsgrad
Thaddäus Simon Ledóchowski-HalkaSchwiegersohn
Leopoldine BäuerleTochter
Maria Antonia Egger1. Gattin
Katharina Ennöckl2. Gattin

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Adolf Bäuerle (eigentlich Johann Andreas, Pseudonyme Otto Hörn, J. H. Fels), * 9. April 1786 Wien, † 20. September 1859 Basel, Schriftsteller, Journalist, Sohn des Kaspar Bäuerle (* 7. Februar 1752, Essingen an der Rems, † 19. Mai 1816 Leopoldstadt) und der Margaretha Barbara Traeg (* 17. Juli 1757 Gochsheim, Bayern, † 11. Mai 1816 Leopoldstadt), erste Gattin (10. Februar 1807) Maria Antonia Egger (* um 1782, † 8. November 1828), zweite Gattin (3. Mai 1829) Katharina Ennöckl (* 1786, † 21. Juni 1869 Schloß Erlaa; Schauspielerin am Leopoldstädter Theater).

Ursprünglich als Beamter tätig, bekam Bäuerle 1804 (weil man sein Gesuch für das seines Vaters hielt) die Bewilligung zur Herausgabe einer "Theaterzeitung", die 1806 erstmals als "Wiener allgemeine Theaterzeitung" erschien; er leitete die unter wechselndem Titel erscheinende Zeitung bis zu seinem Tod und beherrschte durch mehr als ein halbes Jahrhundert mit seinen Kritiken die Wiener Bühnen. 1820-1848 war sie das am meisten verbreitete Blatt der Monarchie. 1809-1828 als Sekretär des Leopoldstädter Theaters tätig, entwickelte sich Bäuerle zum beliebtesten Theaterdichter des Wiener Volksstücks und zum Meister der Lokalposse (Vorläufer Raimunds). Er war Stammgast im Gasthof "Zum schwarzen Adler" (2, Taborstraße 11), der zu den ältesten der Leopoldstadt gehörte. 1813 schuf er in "Die Bürger in Wien" die beliebte Figur des Parapluiemachers Staberl (als Nachfolger von Hanswurst und Kasperl).

Seine Stücke standen auch auf den Programmen tschechischer und ungarischer Bühnen ("Der Leopoldstag", 1818; "Dr. Fausts Mantel", 1820; "Aline", 1826). Bäuerle schrieb für Raimund, Schuster, Krones und Korntheuer ihrer Individualität angepaßte Rollen und gab in seinen Stücken ein Spiegelbild des Wiener Lebens seiner Zeit. Bäuerle ist auch der Schöpfer der Wienerlieder "'s gibt nur a Kaiserstadt" und "Kommt ein Vogerl geflogen" sowie des zwischen Ernst und Scherz schwankenden Wiener Lokalromans, als dessen Begründer er zu betrachten ist. Besonders zu erwähnen sind die unter seinem Pseudonym erschienenen Romane "Therese Krones" (fünf Bände, 1851) und "Ferdinand Raimund" (drei Bände, 1855) sowie seine Memoiren (1858). Bäuerle, der große Sammlungen für wohltätige Zwecke veranstaltete, besaß das Haus 2, Große Mohrengasse 11, starb jedoch völlig mittellos in der Schweiz, in die ihn seine Schulden 1859 getrieben hatten. Siehe auch Bäuerlegasse.

Literatur

  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 17. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1968
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Herwig Rischbieter [Hg.]: Theater-Lexikon. Zürich: Orell Füssli 1983
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. Band 1: A - Blumenthal. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856
  • Fritz Schobloch: Wiener Theater, Wiener Leben, Wiener Mode in den Bilderfolgen Adolf Bäuerles (1806-1858). Ein beschreibendes Verzeichnis. Wien: Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs 1974
  • Anton Mantler: Adolf Bäuerle und das Alt-Wiener Volkstheater. Katalog zur Ausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek im Wiener Rathaus von Juli - Oktober 1984. Wien: Wiener Stadt- und Landesbibliothek 1984 (Wechselausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 201)
  • Anton Mantler: Zwischen Restauration und Revolution. Der Journalist und Possendichter Adolf Bäuerle. In: Wien aktuell magazin 5 (1984), S. XXVIII ff.
  • Franz Gräffer: Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke. In Auswahl hg. von Anton Schlossar unter Mitwirkung von Gustav Gugitz. Band 1. München: G. Müller 1918 (Denkwürdigkeiten aus Alt-Österreich, 13), S. 319 f., 475
  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949, S. 158 f., 161, 185
  • Hans Pemmer / Nini Lackner: Der Prater einst und jetzt. Leipzig / Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1935, Register
  • Alexander Weinmann: Zur Familiengeschichte der Musker- und Verlegerfamilie Johann Traeg. In: Wiener Geschichtsblätter 22 (1967), S. 105 ff. (Stammtafel: 108 f.)
  • Hietzing. Ein Heimatbuch für den 13. Wiener Gemeindebezirkes. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Hietzing. Wien: Österr. Bundesverlag 1925, S. 330
  • Währing. Ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirks. Band 3. Wien: Selbstverlag Währinger Heimatkunde 1925, S. 570
  • Adolf Bäuerle: Ausgewählte Werke. Hg. und mit Einleitung versehen von Otto Rommel. 2 Bände. Wien [u.a.]: Prochaska 1909-1911 (Deutsch-Österreichische Klassiker-Bibliothek, 14 und 23)
  • Adolf Bäuerle: Komisches Theater. 6 Bände. Pesth: Hartleben 1820-1826

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