Ihre aktuelle Position:
  1. wien.at
  2. Video

Mitschrift

Daniel Löcker: Einen schönen guten Abend, sehr geehrte Damen und Herren! Im Namen des Wiener Bürgermeisters und der Stadträtin für Kultur und Wissenschaft begrüße ich Sie sehr herzlich zu einer weiteren Ausgabe der Wiener Vorlesungen online. Nach einer intensiven Betrachtung von Aspekten der Covid-19-Pandemie im April haben die Wiener Vorlesungen mit Mai ihr ursprünglich geplantes Programm wieder aufgenommen, allerdings derzeit noch ausschließlich online. Im Mittelpunkt unseres Vortrags- und Diskussionsformates steht eine verständliche Wissenschaftsvermittlung, die komplexe Zusammenhänge in nachvollziehbarer Form ohne die Notwendigkeit von einschlägigem Vorwissen darlegt.
In diesem Sinne ist es uns eine außerordentlich große Freude, Ihnen heute den Wissenschaftler des Jahres 2018 anzukündigen, Nuno Maulide. Dieser ist als Mitarbeiter der Universität Wien nicht nur ein herausragender Chemiker, sondern auch Pianist. Er zeigt uns heute die Besonderheiten auf, wenn Wissenschaft und Kunst sich miteinander verweben, sich miteinander verbinden. Die Improvisationsmöglichkeit, die Musik in sich trägt, steigert die Fähigkeit, sich in neuen Umständen leichter zurechtzufinden. Eine Fähigkeit, die vor allem die Wissenschaft verlangt, die immer wieder mit Ungewissheiten und Vorläufigkeiten konfrontiert ist. In den letzten Wochen haben wir alle erlebt, was das bedeutet. Ich freue mich, dass sich Herr Professor Maulide bereiterklärt hat, seine Vorlesung auch im reinen Online-Format zu halten. Das Gespräch wird Andreas Jäger mit ihm führen. Ich wünsche Ihnen einen abwechslungsreichen und anregenden Abend und übergebe nun an Sonja Kato.
00:02:07
Sonja Kato: Danke, Daniel Löcker. Ihnen allen ein herzliches Willkommen zur heutigen Ausgabe der Wiener Vorlesungen online. Mein Name ist Sonja Kato, und ich freue mich sehr, dass Sie eingeschaltet haben. Unter dem Titel „Die Kunst der Wissenschaft“ erwartet Sie, glaube ich, heute ein ganz besonderer Abend. Im Gespräch sind Andreas Jäger, Meteorologe, Buchautor, Fernsehmoderator und Klima-Top-Speaker unseres Landes, und Nuno Maulide. Der Chemiker und Wissenschaftler des Jahres 2018 forscht im Bereich der Synthese von bioaktiven Substanzen und der Entwicklung von ressourcenschonenden chemischen Verfahren. Aber er ist zudem Pianist und wird im Rahmen der heutigen Wiener Vorlesungen anhand von ausgewählten Beispielen die Zusammenhänge und Parallelen zwischen Chemie und Musik darstellen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Klavierhaus Förstl, das uns für diese besondere Begegnung seine Türen geöffnet hat. Und ich darf jetzt übergeben an Andreas Jäger.
00:03:18
Andreas Jäger: Liebe Sonja Kato, herzlichen Dank für die freundliche Einführung. Ich habe heute das Vergnügen, erste Reihe fußfrei hier am Flügel Professor Nuno Maulide lauschen zu dürfen und mit ihm zu sprechen. Ich habe den Herrn Professor kennengelernt anlässlich seiner Ernennung zum Wissenschaftler des Jahres. Das war für eine Quantensprungsendung auf ORF III. Und falls Sie den Herrn Professor noch nicht kennen, ich kann Ihnen versprechen, es wird das größte Vergnügen ihn kennenzulernen. Und vor allem: Chemie macht richtig Spaß und ist spannend, Sie werden sehen.
Ja, lieber Nuno, danke, dass du da bist. Ganz, ganz toll. Du, ich habe auch etwas mitgebracht. Dein neues Buch „Die Chemie stimmt“. Und da gibt es einen großen Aufreger, weil du erklärst da drinnen zum Beispiel so, dass eigentlich unsere Nahrung, was wir essen, das ist ja reine Chemie, wovon wir wirklich jedes Molekül ganz, ganz genau kennen. Wieso regt das die Leute so auf?
00:04:10
Prof. Maulide: Zuerst Danke für die tolle Einführung. Wie man hier sehen kann, ist ganz klar auch bei einer 100 Prozent natürlichen Banane zu beweisen, welche Einzelkomponenten in dieser Banane sind. Und wenn man sich die Liste anschaut nebenbei, ist Wasser zu 75 Prozent die Hauptkomponente.  steht natürlich eine unendliche, fast unendliche Reihe an verschiedenen Substanzen davor. Und das macht den Menschen vielleicht ein bisschen unruhig oder unsicher, weil wir sind schon daran gewohnt, dass Chemikalien per se was sehr Schlechtes sind. Und das Letzte, was wir uns wünschen, ist, in unserem Essen Chemikalien zu sehen. Das ist sicher die erste Barriere, weil für die Menschheit allgemein, vielleicht für die Öffentlichkeit hier in Österreich noch diese Idee besteht, dass Chemie per se etwas Schlechtes ist. Wir wollen unser Essen chemikalienfrei. Mit diesem Bild eigentlich aus der Webseite von James Kennedy Monash kann man aber eindeutig sehen, dass unser Essen so wie wir, so wie alles rund um uns nichts anderes als Chemie ist, das ist die erste Barriere, die man [überwinden sollte].
00:05:21
Andreas Jäger: Aber ich hätte so das Gefühl, ich habe immer so subjektiv das Gefühl: „Ja, ja, die Chemiker und die Chemie, die können ein paar Substanzen von der Banane extrahieren. Die wissen das, und deswegen riecht es so, und das ist ja ganz gut. Aber ist da wirklich, Hand aufs Herz, alles drin, was die Banane ausmacht, was die Banane ist?“
00:05:39
Prof. Maulide: Das ist die zweite Barriere. Natürlich ist da prinzipiell alles, was wir analysieren können. Man sieht, wenn man die Farben genau anschaut, dass gewisse Substanzen, weniger als 1 Prozent des Gesamten ausmachen. Das ist schon sehr, sehr kleine Menge. Die zweite Barriere ist, sich vorzustellen, dass wir das wirklich essen, wenn wir eine Banane genießen. Und vielleicht kommt eine zweite Schwierigkeit daraus, dass man sich nicht vorstellen kann, die Erfahrung, das Erlebnis, eine Banane zu essen, hätte was mit dieser unendlichen Liste von Chemikalien zu tun. Unser Ziel, wenn wir so etwas darstellen und so etwas diskutieren, ist sicher nicht, den Leuten zu sagen: „Hey, wir können eure Banane eins zu eins reproduzieren“, weil das würden wir uns nicht wünschen. Die Chemie hat, später werden wir sicher in dieser Vorlesung dazu kommen, aber in dem, was Lebensmittel betrifft, ist sicher nicht das Ziel, von der Chemie das Lebensmittel neu zu generieren aus einzelnen Bestandteilen. Es ist aber deutlich wichtiger zu verstehen, was da drinnen steckt, um auch zu verstehen, welche Wirkungen es auf unsere Ernährung und auf unseren Körper hat.
00:06:56
Andreas Jäger: Das ist wahrscheinlich der wunde Punkt der Chemie. Also man versteht die einzelnen Ingredienzien, man weiß genau, dieses Molekül ist eben dieses, aber die Summe ist mehr als die einzelnen Teile, also die genaue Wirkung. Also kann man dann auf gut Deutsch, weil es gibt zum Beispiel Medikamente, wo man sagt: „Ja, das ist natürlich. Das ist nur ein Extrakt von irgendwas und das andere ist eben nicht natürlich.“ Das ist diese Geschichte bei Medikamenten. Hat es dann noch für dich einen Sinn, dass man sagt: „Ich habe lieber ein Naturprodukt als eines, das eben chemisch hergestellt wurde.“
00:07:24
Prof. Maulide: Eigentlich. Wenn man zum Beispiel Glucose aus der Natur extrahiert und Glucose im Labor produziert, sind die zwei Substanzen eins zu eins identisch. Man kann sie sogar nicht unterscheiden. Wichtig wäre auch noch, dazuzukommen, dass man versteht … Ich als Kind hatte schon mehrmals davon geträumt, und ich denke, jedes Kind auf diesem Planeten hat dasselbe gehabt. Wenn man als Kind seine ganzen Bohnen essen muss oder wenn man als Kind von einem Papa hört: „Wenn du nicht die Erbsen bis zur letzten Erbse isst, dann darfst du nicht raus spielen, oder kannst du das Dessert nicht nehmen. Wenn du deine Brokkoli oder deine Kohl… also Brussels Sprout…“ Wie heißt das noch auf Deutsch?
00:08:05
Andreas Jäger: Vielleicht Spinat?
00:08:06
Prof. Maulide: Nein, nein, diese Art von Blu… Blu…?
00:08:08
Andreas Jäger: Blumenkohl.
00:08:08
Prof. Maulide: Blumenkohl oder so was?
00:08:10
Andreas Jäger: Ja. Vielleicht.
00:08:11
Prof. Maulide: Wie heißt eigentlich Brussels Sprout auf Deutsch?
00:08:15
Andreas Jäger: Keine Ahnung. Ich werde jetzt nicht das Handy rausziehen.
00:08:18
Prof. Maulide: Aber wenn solche Sachen, die vielleicht für Kinder nicht immer so schmackhaft sind… Dann habe ich schon als Kind immer davon geträumt, wie cool es wäre, wenn das alles als Pille gäbe, weil dann müsste ich nur eine Pille schlucken, und kriege ich alle Ingredienzien von Erbsen, Blumenkohl, und was weiß ich, und müsste nicht diese schrecklichen Sachen essen.
00:08:40
Andreas Jäger: An dieser Stelle, lieber Nuno, muss ich sagen, du unterscheidest dich sehr stark von einem normalen Kind, weil ein normales Kind hat noch nie davon geträumt, Astronautennahrung zu essen. Die Idee ist cool. „Okay, Papa, ich sehe ein, es ist gesund. Aber kann man das nicht als Pille schlucken? Oder muss ich diesen graus…“
00:08:57
Prof. Maulide: Habe ich sogar die Frage gestellt. Leider von meinen Eltern kam die Antwort …
00:08:59
Andreas Jäger: … wurde negativ beschieden.
00:09:00
Prof. Maulide: … das ist Schwachsinn.
00:09:01
Andreas Jäger: Und da hast du gemeint, da muss was machen. Also in die Richtung muss ich gehen.
00:09:07
Prof. Maulide: Aber jetzt als Erwachsener merkt man, kein Mensch würde das wirklich wollen, weil die Erfahrung und das Erlebnis vom Essen ist so was Wunderbares. Und dieses Erlebnis kann man natürlich nicht mit den Chemikalien reproduzieren. Und vielleicht da steckt diese Unsicherheit oder Unzufriedenheit von Menschen, wenn sie das so sehen und bloß damit konfrontiert sind, eine Banane ist eigentlich eine Liste von Substanzen, die ich nicht einmal verstehe.
00:09:33
Andreas Jäger: Wie ist es eigentlich mit deinem Buch? Weil das ist ein populärwissenschaftliches Buch. Also für Menschen ist es wirklich super spannend zu lesen. Es sind total eingängige Geschichten. Ich habe endlich verstanden, was ungesättigte Fettsäuren sind und warum das eben ungesund ist. Oder wenn sie zu gesättigt sind, sind sie ungesund, ja, genau. Habe ich endlich verstanden, also großartig. Aber das Problem, das man immer hat, wenn man Wissenschaft erklärt: Wie einfach darf man werden? Kann man so etwas Kompliziertes, wie Chemie teilweise ist, so vereinfachen, dass sie immer noch stimmt?
00:10:05
Prof. Maulide: Einstein hat dazu einen sehr tollen Spruch. Das heißt, man darf die Sachen so einfach wie möglich machen, aber nicht eine Spur einfacher. Und ich finde, das ist ein spannender Spruch, weil es auch etwas zweideutig ist. Aber das bringt uns schon zum Punkt. Die komplizierte Wissenschaft und die Spitzenwissenschaftsforschung heutzutage ist nicht was Leichtes, muss man irgendwie vereinfachen. Aber immerhin mit dem Versuch, die Genauigkeit nicht unbedingt zu opfern. Das ist dieses schwierige …
00:10:44
Andreas Jäger: Das ist ein Balanceakt, ja.
00:10:45
Prof. Maulide: ...Spagat zwischen… Wie genau muss ich sein, um doch meine Botschaft beim normalen Bürger beibringen zu können. Und ich finde, das ist zwischen den beiden doch wichtiger, die Botschaft beizubringen, als 100 Prozent genau zu sein. Das wird vielleicht manchen Puristen nicht gefallen. Aber so ist das Leben. Man kann nicht allen gefallen.
00:11:06
Andreas Jäger: Ja, so ist es wahrscheinlich. Nuno, ich habe schon gelernt von dir, dass du, wenn du Bohnen essen musstest, daran gedacht hast, du möchtest mal Pillen erzeugen. Jetzt sind wir heute nicht zufällig in diesem Klavierhaus hier. Erzähle mal, was das Klavierspielen - und wir haben schon gehört, was du kannst und werden noch viel mehr von dir hören. Was hat das mit dir zu tun? Und wo gibt es irgendwo eine Schnittmenge zwischen Kunst, die du so gerne betreibst, und Wissenschaft?
00:11:30
Prof. Maulide: Also zuerst muss ich sagen, ich habe Klavierlernen angefangen mit neun Jahren. Und das hat mich immer in meinem Leben begleitet. Ich wollte auch Profi-Pianist werden. Das war leider für mich nicht wirklich das Einfachste. Und deswegen habe ich dann relativ schnell nach einem Jahr auf der Musikhochschule zurück zur Naturwissenschaft. Aber ich habe immer die Musik nebenbei behalten. Ich finde schon, dass bei der Kunst, bei der Musik gibt es viele Parallelen mit der Wissenschaft. Ich bin vielleicht in einer privilegierten Position, weil ich beide Welten relativ gut kenne, auch von der Perspektive eines Studenten. Dazu gibt es vielleicht die nächste Folie, wo ich immer der Meinung bin, dass Kunst und Wissenschaft nichts anderes als verschiedene Wege für Kommunikation in unserer Welt sind. Also es gibt die Welt von den konkreten Sachen, das ist dieses Klavier, dieses Hemd, dieses iPad, sorry für die Werbung. Aber es gibt eine Welt von abstrakten Sachen, unsere Gedanken, die können wir nicht anfassen. Unsere Emotionen und Gefühle, die können wir auch nicht anfassen, aber die sind irgendwie da. Das Interessante ist, wenn man merkt, dass die Kunst nimmt diese unfassbaren Dinge und macht daraus Kunstwerke. Also ein Musiker erlebt Trauer und schreibt ein Musikstück. Die Wissenschaft macht genau das Umgekehrte. Die nimmt die konkreten Beobachtungen aus dem Alltag, dass der Himmel blau ist, dass dieses Hemd weiß ist, und baut daraus abstrakte Theorien, die nicht wirklich greifbar sind, aber die uns zumindest erlauben, dass die Welt einfach verständlicher wird. Und deswegen sage ich immer, dass die wirklich in verschiedenen Richtungen zwischen konkret und abstrakt sich bewegen. Die Wissenschaft vom Konkreten zum Abstrakten, die Kunst umgekehrt, vom Abstrakten zum Konkreten. Und beide benötigen dafür unglaublich viel Kreativität. Wenn ich so ein Beispiel aus der Chemie nennen darf, dann würde ich dieses Bild, ein Bild von Orangen, welches für uns alle sofort einen Geschmack, ein Aroma erweckt, diesen Geschmack, dieses Aroma formalisieren wie abstrakt als Chemiker in einem Molekül. Das ist das Limonin. Das Molekül sehen wir nicht, können wir nicht angreifen. Aber irgendwie, theoretisch und abstrakt gesehen, ist sie da, um uns diese Erklärung, warum schmeckt eine Orange so, warum riecht eine Orange so, irgendwie beizubringen.
00:14:13
Andreas Jäger: Sehr, sehr spannend. Ist das der Grund, wieso Naturwissenschaftler oft so begeisterte Musiker auch sind? Es gibt viele Wissenschaftler, die nebenbei auch ein Instrument spielen, so wie du.
00:14:22
Prof. Maulide: Ich denke, das ist wirklich genau, weil du so viel Kreativität brauchst, um von abstrakt zu konkret als Künstler als auch von konkret zu abstrakt zu gehen. Es braucht unglaublich viel Kreativität, um diese beiden Welten zu verbinden. Weil jedes Mal, wenn du vom Konkreten zum Abstrakten und umgekehrt gehst, ist es fast wie diese Twilight-Zone. Du gehst in eine andere Dimension. Dafür brauchst du schon ein Gehirn mit dieser Fähigkeit, aus zum Beispiel solchen Sachen, solchen Molekülen, eine gewisse Schönheit zu sehen.
00:14:54
Andreas Jäger: Ja, lieber Nuno, du sagst ja auch, was ich von dir gehört habe, du sagst: „Seit Corona lernt doch die Öffentlichkeit, der wissenschaftlichen Expertise mehr Gewicht zu geben.“ Darüber wollen wir später reden. Aber jetzt wollen wir dich endgültig mal, du hast uns schon neugierig gemacht, wir wollen dich als Künstler kennenlernen. Was spielst du uns als Erstes?
00:15:11
Prof. Maulide: Eigentlich, ich hatte gedacht, zuerst spiele ich was, was eigentlich mit unserer Diskussion über die Banane zu tun hat. Eine Chopin-Etüde, wo wir eigentlich sehen, dass eine Melodie sehr, sehr langweilig sein kann. [MUSIK] Viele, viele wiederholte Noten. [MUSIK] Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Nicht wirklich das Spannendste, was man sich an Melodie vorstellen kann. Auch der Begleitungsteil ist alles andere als toll. [MUSIK] Sehr langweilig, so wie eine Drehorgel, wo man wirklich so drehen muss. Aber wenn du das Gesamte hörst, dann hört sich fast an, als würde Wasser raus aus dem Klavier sprudeln. [MUSIK] Es ist sogar spannend, weil man mit der gesamten Sache nicht mehr einmal merkt, dass die Melodie zum Beispiel so langweilig war. Die wiederholten Noten, die kommen nicht mehr so als wiederholte Noten, sondern es bildet sich eine Gesamtatmosphäre. Und das kann man nur, weil das Ganze mehr als die Summe der einzelnen Teile ist, genauso wie eine Banane, die viel, viel mehr ist als die Summe von einzelnen Komponenten. Und das spiel ich jetzt
00:18:56
Andreas Jäger: Wir freuen uns schon.
00:18:57
Prof. Maulide: [MUSIK]
00:18:57
Andreas Jäger: [Applaus] Wenn wir im Saal wären, Nuno, ich schwöre dir, du würdest einen Sturm kriegen, einen richtigen Applaus. Ganz toll! Wir wollten darüber sprechen eben, wieso die Menschen jetzt mehr auf Wissenschaft hören oder gelernt haben, mehr auf deren Expertisen und wieso das wichtig ist. Was sind so deine Erkenntnisse aus Corona, aus dieser Zeit?
00:19:11
Prof. Maulide: Genau! Eine der interessanten Erkenntnisse, wie du gesagt hast, ist auch was, was der Physiker Neil DeGrasse Tyson schon gemerkt hat: Endlich werden die Menschen mehr auf die wissenschaftlichen Personen oder die Wissenschaftler zuhören. Das ist schon eine interessante Änderung oder Wechsel von einer Perspektive, wo viele Personen weltweit mehrmals gesagt haben, wir brauchen Experten nicht. Experten, die sagen viel, aber eigentlich, jeder von uns sollte für sich selbst entscheiden. Es ist schon ein Paradigmenwechsel, wenn wir jetzt merken, ohne diese Erkenntnisse von der Wissenschaft… Welche Medikamente sind dazu gut? Welche Maßnahmen sind dazu wichtig? Wie häufig muss man sich die Hände waschen? Was soll man insgesamt machen? Das kommt alles aus der Wissenschaft, und das ist schon sehr, sehr wichtig.
Zum Zweiten kommt aber auch dieses Verständnis. Wir wissen sehr wenig über Corona, unser Wissen vermehrt sich. Aber wir sind immer noch nicht in einem Zustand, wo wir sagen können: „Jetzt ist es 100 Prozent klar, worum das Ganze geht.“ Und man merkt auch, Wissenschaft braucht Zeit.
00:20:17
Andreas Jäger: Die Vermittlung.
00:20:18
Prof. Maulide: Die Vermittlung, aber auch die
00:20:20
Andreas Jäger: der Prozess.
00:20:21
Prof. Maulide: Der Prozess ist wirklich ein Prozess. Du kannst nicht mit den Fingern schnipsen und sagen: „Jetzt weiß ich alles über Corona oder jetzt gebe ich eine Milliarde Euro aus und nächste Woche wissen wir schon alles.“
00:20:31
Andreas Jäger: Wie kann man gewährleisten, dass die Menschen diesem wissenschaftlichen Diskurs folgen können? Für Wissenschaftler ist es ganz normal. Der erste geht her, schaut sich das an, stellt eine Theorie auf. Der nächste kommt, klopft noch mal richtig fest drauf, und sehen wir etwas Neues. Das ist ein ganz normaler Prozess. Jeder weiß, wir sind jetzt so weit, wie wir sind, und wir werden dann weiter sein. Und wie kann man das den Menschen verständlich machen, dass man jetzt zwar sagt, vor zwei Monaten hat man noch das und das gesagt, und jetzt weiß man es einfach besser? Ist es gerade… Lernen das die Menschen gerade, und wie kann man es ihnen am besten beibringen?
00:21:01
Prof. Maulide: Denke, ist auch einer der Unterschiede zwischen Kunst und Wissenschaft: Die Wissenschaft elaboriert oder formuliert Theorien, aber Theorien sind da, um gefälscht oder unterlegt zu werden. Man kann nie eine Theorie beweisen, sondern man kann viel besser eine Theorie …
00:21:17
Andreas Jäger: … zerstören oder widerlegen …
00:21:18
Prof. Maulide: Oder widerlegen. Und das ist genau, was jetzt in diesem Zusammenhang passiert. Wie du gesagt hast: Vor zwei Monaten sagt man was, einen Monat später wissen wir vielleicht ein bisschen besser, dass es nicht so genau ist, wie wir damals gesagt haben. Ich denke, es braucht zwei verschiedene Maßnahmen. Die erste ist: Alles, was man in der Öffentlichkeit lässt, muss man schon sehr genau anpassen, damit wir uns vor dogmatischen Formulierungen schützen, und eher sagen: Es scheint so zu sein, aber weitere Forschungsergebnisse werden noch nötig. Und da ist vielleicht ein bisschen die Öffentlichkeit schuldig, weil die Öffentlichkeit nimmt diese Botschaft und sagt: Es ist alles schon bekannt. Wir wissen klarerweise das und das und das. Zum Beispiel wir arbeiten an einer Substanz, einem Wirkstoff, das könnte Krebs heilen. Die eine Linie, die erste Meldung ist: Wissenschaftler der Uni Wien heilen Krebs. Und zwischen eins und das andere gibt es wirklich eine Welt Unterschiede. Es ist dann nicht spannend oder nicht überraschend, dass die Gesellschaft ein bisschen enttäuscht manchmal ist. Weil oh, ihr hattet uns gesagt, das war schon alles gelöst, und eigentlich war das nicht. Ich denke, das ist der erste Punkt. Und der zweite Punkt ist, wir müssen irgendwie an der Gesellschaft diesen Diskurs der Wissenschaft noch klarer machen, ohne damit unsere Glaubwürdigkeit als Wissenschaftler zu verlieren. Das ist nicht, weil ich heute glaube, dass A gleich B, aber vielleicht morgen A gleich B plus C entdecke, dass meine vorherige Aussage einfach Mist war. Das ist alles ein Prozess, und ohne das erste A gleich B hätte ich nicht finden können, dass A gleich B plus C.
00:23:03
Andreas Jäger: Ist das vielleicht auch ein Weg gegen diese grassierenden Fake News? Das ist im Moment in der Kommunikation das größte Problem: Fake News. Die Menschen glauben die verrücktesten Sachen, wo teilweise Wahrheiten genommen werden und dann neu verdreht. Und dann kommt etwas komplett Falsches raus. Ist das ein Weg gegen Fake News, das Leben kommuniziert und die Menschen mitnimmt auf die Reise?
00:23:24
Prof. Maulide: Unbedingt! Und auch, dass man immer versteht, woher die Menschen kommen, weil, wie auch im Buch erwähnt, das ist auch ein ganzes Forschungsgebiet. Fake News, was ist dieses Phänomen? Und man versteht, es hat auch vieles damit zu tun, dass Menschen an gewissen Sachen sehr fest dran glauben. Und wenn man gewisse Sachen im Glaubensspektrum hat, dann ist es wirklich sehr, sehr schwierig, sich von diesen Sachen zu verabschieden und was Neues eventuell zu akzeptieren oder überhaupt als möglich zu betrachten. Und das muss man auch verstehen, wenn man mit diesen Personen kommuniziert, die vielleicht an sogenannte Fake News noch glauben. Es ist nicht die Fake News, das sie glauben. Es ist nur, weil die Fake News ihr internes System von Glauben verstärkt und bestätigt. Es ist für sie viel bequemer, als jetzt was Neues zu sehen, was eigentlich infrage alles stellt, was man. Dieser Prozess, Sachen infrage zu stellen, sollte prinzipiell etwas, was der Mensch vielleicht häufiger für sich selbst auch praktiziert.
00:24:42
Andreas Jäger: Ja, sogar sehr, sehr wichtig im Zuge von Social Media, wo viele Dinge unkommentiert kommen, und jemand muss das redigieren. Da müssen die Menschen in Zukunft sozusagen ihren eigenen Redakteur spielen und schauen, was passt.
Ich möchte auf deine Arbeit zu sprechen kommen. Du spielst wunderbar am Flügel. Aber du bist auch Institutsvorstand vom Institut für organische Chemie. Und jetzt einmal so ganz grob gesagt: Was macht jetzt eigentlich der organische Chemiker? Was tut der so den ganzen Tag?
00:25:08
Prof. Maulide: Also, der organische Chemiker ist dafür verantwortlich, dass man die Moleküle entwickelt, die für unsere Gesellschaft nötig sind. Du kannst vielleicht jetzt sagen, wofür brauch ich Moleküle? Na ja, wenn du heute in der Früh eine Dusche genommen hast.
00:25:22
Andreas Jäger: Ja, habe ich gemacht.
00:25:24
Prof. Maulide: Was ich sehr hoffe. Ja, es scheint der Fall zu sein.
00:25:28
Andreas Jäger: Ja, es ist der Fall.
00:25:34
Prof. Maulide: Die Stoffe, die du auf deinen Körper geschmiert hast, damit du besser riechst, das sind alles nur organische Moleküle. Duftstoffe, Aromastoffe, auch Seifen sind alles organische Substanzen. Wenn du einen Kopfschmerz hast und dir eine Tablette nimmst. Diese Tablette enthält meistens organische Substanzen, die auch irgendwann irgendwie von der organischen Chemie gekommen sind. Selbst die Stoffe, die du trägst. Eigentlich sehr schönes Hemd und deine Jacke. Man würde fast sagen, ist dein Geburtstag. Du siehst so schön aus.
00:26:09
Andreas Jäger: Ach, hör auf. Weil ich dich treffe.
00:26:15
Prof. Maulide: Für so ein Vergnügen muss man schon.
00:26:18
Andreas Jäger: Da muss man schon gut angezogen sein.
00:26:20
Prof. Maulide: Ich habe nur dasselbe wie im Buch.
00:26:22
Andreas Jäger: Aber das kleidet dich sehr gut.
00:26:24
Prof. Maulide: Genau! Danke, danke. Und selbst diese Kleidung, diese Stoffe, sind nichts anderes als organische Polymere, organische Substanzen, die auch aus der organischen Chemie kommen. Also der organische Chemiker bei uns im Institut für organische Chemie forscht daran, wie kann man die nächsten Medikamente der Zukunft entdecken? Welche Struktur werden sie haben? Die nächsten Materialien der Zukunft? Die nächste Solarzelle? Die nächsten Stoffe? Weil jeder träumt zum Beispiel von intelligenter Kleidung. Wäre es nicht cool, wenn dein Hemd direkt spüren könnte: „Aha, da ist was mit dem Herzschlag nicht in Ordnung oder es erhöht sich die Temperatur? Vielleicht hat er Fieber? Und sofort ein Alert.“
00:27:05
Andreas Jäger: Nein, es sollte die Farbe wechseln können. Das wäre super. Jetzt bitte rot, das passt gerade.
00:27:10
Prof. Maulide: Du würdest aufstehen und sagen: „Heute will ich Rot tragen.“ Und dann am nächsten Tag: „Hmm, passt mir vielleicht besser schwarz.“ Ja, ihr träumt von gewissen Sachen. Die sind aber nur möglich, wenn die Grundlagenforschung weiter liefern kann. Und das ist genau, was wir am Institut für organische Chemie machen. Das kann man in diesem Plakat sehen. Verschiedene Moleküle, man sieht diese Moleküle mit diesen komischen Zahlen. Die sind da, damit man ihren Weg auf dem Körper verfolgen kann. Man sieht aber diese Moleküle mit vielen von diesen sechs Ringen. Das sind Moleküle, die prinzipiell eine Farbe haben und sogar manchmal fluoreszierend sind. Das sind die fluoreszierenden Farbstoffe, oder vielleicht die Solarzellen der Zukunft. Weil solche Substanzen können auch viel besser das Licht von der Sonne absorbieren. Und man sieht andere Substanzen wie z.B. dieses hier. Das ist ein Derivat von Chinin. Chinin findet man, das haben wir schon im Quantensprung erzählt, im Tonic.
00:28:06
Andreas Jäger: Jaja, das ist das Malaria…
00:28:07
Prof. Maulide: Jedes Mal, wenn man Gin Tonic trinkt, trinkt man eine Menge…
00:28:11
Andreas Jäger: Ist gesund in dem Fall.
00:28:13
Prof. Maulide: Chinin ist sehr gesund und ist auch ein Anti-Malaria-Wirkstoff. Was wir gemacht haben… Man könnte sich das so als Forschungsgegenstand der organischen Chemie vorstellen. Was wir gemacht haben, ist, wir haben die Struktur von Chinin… Chinin ist nicht so. Chinin hat hier nur diese Doppelbindung und nichts anderes. Wir haben aber das Chinin neu im Labor synthetisiert. Und bei der Synthese können wir immer etwas an der Struktur modifizieren. Was wir modifiziert haben, ist, statt nur diese zwei Atome, dieser Doppelbindung, einen ganzen Sechs-Ring draufzuhängen.
00:28:46
Andreas Jäger: Mit Fluor oder was?
00:28:47
Prof. Maulide: Mit Fluor. Aber wir haben hier mehrere Substituenten angehängt und es stellt sich so heraus, dass diese Variante mit F3C an dieser Stelle sogar dreimal potenter gegen Malaria in Mäusen, welche mit dem Parasiten infiziert wurden, wirkt als Chinin selbst.
00:29:04
Andreas Jäger: Als das Originalmittel.
00:29:06
Prof. Maulide: Das zeigt genau, was die organische Chemie zu tun hat. Die nimmt Sachen aus der Natur und versucht, sie zu verbessern oder zu modifizieren, um gewisse Wirkungen gezielt auch zu erreichen.
00:29:15
Andreas Jäger: Also du designst da. Du hast hier uns auch ein anderes Beispiel mitgebracht aus deiner aktuellen Forschung. Olivenöl?
00:29:23
Prof. Maulide: Das wird vielleicht manchen schmunzeln machen. Wir haben aus der Natur, aus Olivenöl, aus Oliven… Wir können in großen Mengen eine Substanz – Oleanolsäure -extrahieren. Die Substanz sieht so aus. Oleanolsäure hat sehr interessante Wirkungen, antiba…
00:29:42
Andreas Jäger: …bakteriell
00:29:44
Prof. Maulide: antibakteriell, aber auch teilweise anti-Krebs und so weiter. Es sind mehrere Publikationen erschienen, die sagen Oleanolsäure ist super. Aber man kann etwas schon merken an der Struktur von Oleanolsäure, auch an der Tatsache, dass es von Oliven extrahiert wird. Es gibt viele schwarze Kugeln in dieser Struktur. Also viele weiße, aber auch viele schwarze, und nur zwei rote. Und ich erkläre jetzt – organische Chemie Vorlesung – die schwarzen Kügelchen sind Kohlenstoff.
00:30:12
Andreas Jäger: Kohlenstoff, deswegen schwarz. Kohle.
00:30:15
Prof. Maulide: Die weißen sind Wasserstoff, und die roten sind Sauerstoff. Und wenn man das mit Wasser... Das ist hier, Molekül Wasser, H2O, das wird jeder aus der Schule kennen. Bei der Struktur von Wasser gibt’s nur rot und weiß, also kein schwarz. Und das ist genau der Grund, warum Oleanolsäure und andere Sachen, die im Olivenöl enthalten sind, sich nicht mit Wasser vermischen können. Weil die eigentlich wirklich sehr unterschiedlich in ihrer Struktur sind.
00:30:43
Andreas Jäger: Deswegen löst sich das im Wasser nicht auf?
00:30:45
Prof. Maulide: Wir machen das Experiment hier nicht, weil das Klavierhaus würde es vielleicht nicht mögen, wenn man auf einem Klavier so mit Olivenöl und…
00:30:50
Andreas Jäger: Aber wir können es uns vorstellen. Es schwimmt oben auf und vermischt sich mehr oder weniger nicht.
00:30:54
Prof. Maulide: Genau. Weil eigentlich die Ölmoleküle lieber mit sich selbst zusammenhängen und die Wassermoleküle sagen: „Mit denen wollen wir sicher nicht, und wir bleiben eh zusammen in unserem coolen Konstrukt.“ Schade, weil wenn das Dings eine gute Wirkung - medizinisch gedacht oder pharmakologisch gedacht - haben müsste, dann müsste es sich auch lösen können. Weil wie können wir etwas schlucken und auf den Körper wirken lassen, wenn es nicht wasserlöslich ist?
00:31:22
Andreas Jäger: Aha, wenn es sich nicht gut löst, geht es einfach nur durch, und dann ist sozusagen die Wirkung…
00:31:25
Prof. Maulide: Genau. Was wir im Labor gemacht haben, ist, wir haben uns auf die Literatur auch inspiriert, wo es steht, wenn man gewisse Positionen, z.B. diese Stelle hier, einen Wasserstoff H wegnimmt, und eine OH-Gruppe hat - das kann die Natur auch - dann ist die Substanz schon ein bisschen wasserlöslicher. Wenn man dasselbe z.B. hier tut, dann erhöht sich noch weiter die Wasserlöslichkeit.
00:31:53
Andreas Jäger: Da hängt sich dann immer ein Wassermolekül dran?
00:31:55
Prof. Maulide: Genau, weil das sind Positionen oder Stellen, wo ein Wassermolekül sagen kann: Den Rest interessiert mich nicht, aber das sieht schon sehr familiär aus.
00:32:05
Andreas Jäger: Da komme ich rein.
00:32:06
Prof. Maulide: Da komme ich rein. Nur, die Natur macht es nicht so leicht, wie ich hier gemacht habe. Deswegen kann man viel mehr Oleanolsäure finden als diese Substanzen. Die sind nur in weniger als null, Komma null, Komma null.
00:32:19
Andreas Jäger: Die gibt es auch. Die gibt es sehr wohl in der Natur.
00:32:21
Prof. Maulide: Aber in kleinen, kleinen Mengen
00:32:22
Andreas Jäger: Ihr versucht sie synthetisch, dass das öfter drin ist.
00:32:24
Prof. Maulide: Genau, so wie es in der Natur nicht so leicht ist, diesen Ersatz von Hs durch OHs zu tun, ist es auch im Labor nicht der Fall. Was wir entwickelt haben, ist eine Art 'relay', wie sagt man das auf Deutsch, Andreas?
00:32:37
Andreas Jäger: …relay?
00:32:37
Prof. Maulide: Staffel, oder?
00:32:38
Andreas Jäger: Was?
00:32:38
Prof. Maulide: Staffel, oder?
00:32:39
Andreas Jäger: Ja, eine Staffel, genau.
00:32:40
Prof. Maulide: Eine Staffel, indem wir uns gedacht haben … Wo ist das H eigentlich? Ich dachte, du hattest hier ein Wasserstoffatom geklaut.
00:32:45
Andreas Jäger: Nein, würde ich nie tun.
00:32:46
Prof. Maulide: Was wir uns gedacht haben, ist, wenn wir diese OH-Gruppe hier haben, dann können wir die verwenden, um diesen Ersatz zu dirigieren. Weil so was kann man schon gut in der organischen Chemie. Diese Arten der Direktion, also wenn ein Substituent irgendwo ist, kann er die nächste Position in eine gewisse Nachbarschaft dirigieren. Und wenn man die OH-Gruppe hier hat, dann kann man die verwenden, um die nächste Substitution zu dirigieren. Und so haben wir eine Art Staffel-Substitution entwickelt und gerade publiziert.
00:33:18
Andreas Jäger: Gerade publiziert?
00:33:19
Prof. Maulide: Die es uns eigentlich ermöglicht hat, diese Substanzen sogar eine mit noch einer OH-Gruppe zu machen in Mengen, die jetzt uns erlauben, die biologische Wirkung gescheiter zu untersuchen. Weil mit ein paar Milligramm aus Bäumen und so weiter kann man nicht viel machen.
00:33:34
Andreas Jäger: Ach so. Und wenn ihr große Menge macht, dann kann man auch mal vernünftig schauen, wie das wirklich wirkt.
00:33:38
Prof. Maulide: Natürlich.
00:33:39
Andreas Jäger: Also, ich sehe schon, du arbeitest… Mit deiner Arbeit, du hilfst da den Menschen, du hilfst der Welt. Es ist irgendwie auch die Aufgabe der Wissenschaft im Moment, gerade sowieso mit dem Virus, die Welt zu retten. Das, sagst du, kann auch die organische Chemie. Darüber wollen wir später sprechen. Aber jetzt würden wir gerne noch etwas von dir hören. Was hast du denn vorbereitet?
00:33:56
Prof. Maulide: Ich habe was vorbereitet, wo wir weiterhin auf diese Idee aufbauen sollen, die Wissenschaft braucht Zeit. Es ist ein Prozess, und man kann sich kaum vorstellen, heute, was die größeren Durchbrüche in 20 Jahren später werden oder sein werden. Daraus kommt zum Beispiel diese lustige Geschichte, die auch im Buch erwähnt ist, von dem Pferdemistproblem. Ende des 19. Jahrhunderts war es wirklich ein großes Problem weltweit. Was macht man mit dem Pferdemist? Und man muss sich vorstellen, das war der einzige Öffentlichkeitsverkehr… Die einzige Möglichkeit von dem Öffentlichkeitsverkehr für die Menschen von A bis B zu gehen, außer zu Fuß, war es mit einem Pferd oder sogar mit diesem Pferdewagen transportiert zu werden. Aber das hat das Problem, diese Kutsche, dass natürlich die Pferde sehr viel Mist generieren. So, dass zum Beispiel im Portugiesischen, ich werde es jetzt nicht übersetzen… Wenn man eine Show am Theater oder sogar am Klavier hat, vor der Show wünscht man viel Mist.
00:35:02
Andreas Jäger: Wünscht man sich viel Pferdemist, weil?
00:35:04
Prof. Maulide: Weil das war damals ein Zeichen, dass deine Show ein großer Erfolg gewesen ist.
00:35:08
Andreas Jäger: Ah, weil viele Menschen mit dem Pferd kommen.
00:35:10
Prof. Maulide: Weil viele mit dem Pferd gekommen sind und vor dem Theater gab es dann einen Berg. Da gab es sogar um 1900 oder sowas eine Konferenz weltweit. Die World Conference on das Pferdemistproblem. Das Ziel war, alle Stadtplaner der Welt zusammenzubringen und zu sagen…
00:35:26
Andreas Jäger: Was kann man machen?
00:35:27
Prof. Maulide: Was kann man machen? Welche Ideen hätten wir? Die Konferenz war für vier oder fünf Tage gedacht. Nach zwei Tagen haben die aufgehört, weil es gab de facto keine Lösung.
00:35:34
Andreas Jäger: Keine Lösung für das Mistproblem.
00:35:36
Prof. Maulide: Und dann 10 oder 20 Jahre später gab es das Auto.
00:35:39
Andreas Jäger: An das natürlich zu dem Moment keiner denken konnte.
00:35:43
Prof. Maulide: Genau, und genau das Gleiche passiert, wenn man sich dieses Stück von Johann Sebastian Bach… Das ist schon sehr gut bekannt. Ich habe es auch in der ZiB 24, damals als Wissenschaftler des Jahres gekrönt, gespielt, wo man sieht, Bach musste eigentlich die Musik für den Gottesdienst in Leipzig komponieren. Das heißt, jede Woche musste er etwas Neues komponieren. Das ist nicht so leicht, 60 Minuten Musik jede Woche, nicht so leicht.
00:36:06
Andreas Jäger: 60 Minuten.
00:36:07
Prof. Maulide: Und er musste sich natürlich an Hymnen orientieren, die für alle bekannt war. Eine von diesen Hymnen ist „Jesus, bleibe meine Freude“. Das ist mehr oder weniger so. [MUSIK] Man muss sich vorstellen, das war eine Melodie, welche damals jeder erwachsene Mensch aufstehen konnte und singen auswendig, ohne Probleme. Und Bach hat es musiziert. [MUSIK] Klingt gut, oder? [MUSIK] Klingt gut! War natürlich für ein Genie wie Bach nicht genug. Hatte sich gedacht, das ist ein bisschen leer, das mit den langen Noten, da passiert nicht viel. Und hat sich gedacht, ich komponiere eine zweite Melodie, die als Begleitungsmelodie komponiert ist, aber die diese Leerstände irgendwie ausfüllt. Und die Begleitungsmelodie geht mehr oder weniger so. [MUSIK] Ich finde es wirklich lustig. Was er damals als Begleitungsmelodie komponiert hat, ist heute für uns alle weltweit bekannt. Das hört man sogar im Handyklingelton. Die Hauptmelodie, die jeder Mensch damals kannte, ist heute für uns völlig unbekannt. Und das ist genauso in der Grundlagenforschung. Du kannst nie wissen, was in 20 oder 30 Jahren nobelpreiswürdig wird oder sogar total vergessen. Deswegen spiele ich für dich jetzt, für euch eigentlich. [MUSIK]
00:40:52
Andreas Jäger: Nuno, spürst du es, den tosenden Applaus zu Hause an den Computern.
00:41:00
Prof. Maulide: Ich dachte, das war die Straßenbahn.
00:41:03
Andreas Jäger: Nein, da wird geklatscht, da wird geklatscht. Es ist ganz, ganz toll. Obwohl du jetzt so schön gespielt hast, muss ich jetzt wieder ernst werden. Es geht darum, die Welt zu retten. Jetzt waren ja eigentlich, wenn man ganz ehrlich ist, im vergangenen halben Jahrhundert mindestens die Chemiker die Bösen, die die Flüsse zum Schäumen bringen, die Gewässer zum Kippen, die Fische schwimmen mit dem Bauch nach oben. Und wenn man heute sagt, es ist die reinste Chemie, ist es nicht immer positiv gemeint, muss man dazusagen. Wie kann die Chemie die Welt retten derzeit?
00:41:33
Prof. Maulide: Also, es gibt mehrere Ansätze, wo meiner Meinung nach die Chemie wirklich einen entscheidenden Beitrag liefern wird. Zum ersten fällt mir natürlich die Energie ein, weil zum Teil schon gesehen, die Solarzellen der Zukunft. Es gibt schon heute Hochrechnungen, die sagen: Wenn man drei Prozent der Gesamtfläche der Erde mit Solarzellen, Solarpanelen abdecken könnte, dann hätte man genug Energie, um das ganze Leben für uns alle zu ermöglichen. Aber das hilft uns nicht, weil es gibt sowieso Sonne nur die Hälfte des Tages. Wenn es dunkel ist, was macht man damit? Wir müssen Energie speichern. Diese Solarpanele wirst du sicher auch nicht hier neben dem Museumsquartier haben. Das ist nicht unbedingt die wertvollste Lage. Das wird man vielleicht in Wüsten oder Lagen, wo es viel Sonne gibt, aber auch wo niemand wohnt, platzieren. Wie transportierst du dann die Energie von dort? Das sind alles Probleme, für welche die Chemie eine entscheidende Lösung liefern wird.
Natürlich kommt noch dazu, wir hören jetzt eine Ambulanz: die Gesundheit, also die Medikamente der Zukunft. Es gibt zurzeit große Kämpfe, zum Beispiel im Bereich Antibiotika. Unsere Antibiotika werden progressiv weniger und weniger wirksam. Man weiß nicht, was man in 10 oder 20 Jahren als Antibiotika verwenden wird. Das ist wieder ein Bereich, wo nur die Chemie eine Lösung eventuell hat. Krankheiten wie Corona, neben dem, dass man natürlich eine Impfung dringend sucht, gibt es auch eine Notwendigkeit für Medikamente, spezifische Medikamente, Wirkstoffe, die zumindest die Symptome irgendwie mindern…
00:43:19
Andreas Jäger: Und geht es nicht noch fast direkter? Den Corona-Virus bekämpfen ohne Plastik wäre eigentlich gar nicht möglich gewesen, also "Flatten the Curve" ohne Kunststoffe geht nicht.
00:43:27
Prof. Maulide: Woraus kommen dann die Masken, die Handschuhe, alles 'protective equipment'? Und was Pharmazeuten, wie meine Frau, verwenden, das Plexiglas. Plexiglas ist nichts anderes als ein chemisches Polymer. Besonders gut, weil es durchsichtig ist und trotzdem …
00:43:44
Andreas Jäger: … Wasser.
00:43:45
Prof. Maulide: Ein Schutz. Genau. Ohne Chemie hätten wir natürlich keine von diesen Möglichkeiten, um "Flatten the Curve" zu erreichen.
00:43:55
Andreas Jäger: Wie siehst du es beim Klimawandel? Kannst du dir auch Möglichkeiten vorstellen, da zu helfen?
00:43:58
Prof. Maulide: Natürlich. Wir reden, und es wird auch im Buch viel darüber geschrieben. Das Plastik ist ja böse. Ohne Plastik gab es natürlich nicht alles, was wir gerade besprochen haben, Kunststoffe. Die Chemie wird auch meiner Meinung nach die entscheidende Lösung liefern können, wie man aus Plastikmüll de facto hochwertige Materialien extrahiert oder generiert, um sie neu als Bausteine für die Produktion von Materialien und Substanzen einsetzen zu können. Das ist eigentlich da, wo meiner Meinung nach die organische Chemie in den nächsten 20, 30 Jahren vieles zu liefern hat. Als Organiker können wir eines sehr gut machen, haben wir gesehen. Wir können Bindungen knüpfen, um aus etwas Einfachem etwas Komplexes zu machen.
00:44:49
Andreas Jäger: Was Komplexes, ja.
00:44:50
Prof. Maulide: Aber jetzt sind wir in einer Position, wo unsere Welt uns gewisse Substanzen liefert, die schon an sich sehr komplex sind. Ich denke nur an Lignin oder Zellulose. Es gibt Unmengen an Zellulose weltweit, es gibt Unmengen an Lignin. Lignin ist, was man aus den Bäumen extrahiert. Wie toll wäre es, wenn wir aus diesen sehr komplexen Substanzen gezielt durch Abbau kleinere verbindungsreife Bausteine generieren könnten. Das erfordert aber ein anderes Denken in der organischen Chemie. Statt Konstruktion eigentlich Dekonstruktion. Statt Aufbau Abbau.
00:45:31
Andreas Jäger: Statt zusammenstecken auseinanderlösen.
00:45:33
Prof. Maulide: Es ist, als würdest du als Architekt jetzt die Herausforderungen haben: Ich muss aus bestehenden Häusern ein Zimmer schneiden können und es hier woanders neu aufbauen - als Baustein.
00:45:50
Andreas Jäger: Aber für die Entwicklung bis jetzt hat die Chemie, weiß nicht, 200 Jahre gebraucht. Wo ist da der Horizont, bis man das ein bisschen so beherrscht, dass was rauskommt? 200 Jahre ist zu lange, das können wir uns nicht leisten.
00:46:01
Prof. Maulide: Ich denke schon, dass in 30 bis 40 Jahren realistisch sich was erwarten lässt, weil wir sehen schon den ersten Durchbruch in der Verwendung, Wiederverwendung von Plastik. Plastik ist nichts anderes als ein sehr komplexes, sehr langes Molekül. Wenn du Plastik in seine Bestandmolekülen gezielt und kontrollierbar schneiden kannst, dann hast du schon gewonnen. Dann wärst du sogar Millionär, weil dann könntest du jeden Plastikmüll nehmen und mit einem einfachen chemischen Verfahren die Bausteine neu extrahieren, um etwas anderes Wertvolles daraus zu machen.
00:46:33

Andreas Jäger: Also, das machst du heimlich im Keller im Labor.
00:46:35
Prof. Maulide: Ganz versteckt! Das sage ich niemandem. Selbst der Uni Wien kann ich das nicht sagen, sonst verdient sie das ganze Geld.
00:46:41
Andreas Jäger: Ja, ist ja klar. Du, jetzt ernsthaft, weil du eben an Medikamenten auch quasi arbeitest, an besseren Wirkstoffen, jetzt noch mal ganz kurz zu Corona. Wie lange dauert so eine Entwicklung von so einem Wirkstoff? Ist das ähnlich wie bei einer Impfung, dass man da zwei Jahre warten muss, bis man etwas Vernünftiges hat?
00:47:02
Prof. Maulide: Das dauert leider viel länger. Das kann schon jahrzehntelang gehen. Natürlich für gewisse Krankheiten, wenn die regulatorischen Behörden irgendetwas beschleunigen wollen, dann können sie auf gewisse Voraussetzungen schon verzichten. Und damit beschleunigt sich der ganze Prozess. Aber das dauert immer viele Jahre, weil es kommt erst die Synthese im Labor, dann kommt die Biologie. Die Biologie ist immer in vitro. Dann muss die Biologie auch vieles mehr in vitro liefern, bevor man in vivo gehen kann, wirklich auf Tiere. Und von Tieren zu Menschen gibt es noch eine Barriere.
00:47:41
Andreas Jäger: Ist noch ein großer Schritt.
00:47:41
Prof. Maulide: Du willst auch nicht, dass man wie 1900 alles sofort auf sich selbst testet. Haben die Chemiker im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhundert. Man liest es in der alten Literatur. Die Beschreibung von einer neuen Substanz ist Flüssigkeit, gelb und schmeckt nach und riecht nach. Das waren die Haupt… der Beschreibungsparameter für eine neue Substanz. Das heißt, der Chemiker hat selbst …
00:48:19
Andreas Jäger: … gerochen.
00:48:24
Andreas Jäger: gerochen. Und geschmeckt. Und das ist etwas, was wir uns heute natürlich nicht wirklich wünschen. Deswegen braucht es wirklich eine lange Zeit, bevor du auf Testen mit Menschen kommen kannst. Und dann musst du eine gewisse Anzahl an Patienten haben, bevor du wirklich zusammenfasst und extrahieren kannst. Es ist nicht, weil eine Person, das ist genau, was wir jetzt mit dieser Hydroxychloroquin-Problematik sehen. Es ist nicht, weil eine Person sagt oder ein Arzt sagt: „Ich habe zwei Patienten dadurch gerettet von Corona“, dass es sofort jetzt für alle gilt: Wir können Hydroxychloroquin nehmen, wenn wir Corona haben. Das ist eigentlich „Misinformation“. Und es braucht etwas mehr, mindestens ein bisschen strukturierte Studien, bevor man so etwas als Aussage durch …
00:49:48
Andreas Jäger: Und unterm Strich sieht man, dass die Staaten, die sozusagen der wissenschaftlichen Expertise konsequent gefolgt sind, bis jetzt auf jeden Fall viel, viel besser gefahren sind.
00:50:16
Prof. Maulide: Da muss auch sagen: Österreich ist sicher als Vorbild weltweit zu sehen, weil wie die Regierung hier agiert, das zeigt sich auch in den Ergebnissen, ist wirklich ein vorbildliches Bild.
00:50:40
Andreas Jäger: Lieber Nuno, bevor wir uns verabschieden müssen, darf ich dich so ganz schüchtern bitten, kannst du uns noch was spielen? Ich habe keine Ahnung, was du vorhast, aber ich lasse mich gerne überraschen.
00:51:04
Prof. Maulide: Na ja, weil du so schüchtern fragst, dann geht doch noch ein Stück. Ich habe mir als abschließendes Stück gedacht, wir könnten wieder auf diesen Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Kunst gehen, indem eigentlich der Wissenschaftler, wenn er solche Strukturen sieht, auch Muster erkennen muss. Ich wollte dann ein Stück spielen, welches doch etwas für ein Muster in der rechten Hand [MUSIK] ein dauerndes Muster, welches dann mit einer Melodie in der linken Hand fast unbemerkt begleitet wird. Und diese Melodie wirkt eigentlich als das bindende Element im gesamten Stück, währenddessen vielleicht unsere Aufmerksamkeit auf diese [MUSIK] geht, ist die Melodie sehr lang. Und auch sehr schön. Und das, hoffe ich, passt als abschließendes Stück für unser Gespräch heute.
00:54:04
Andreas Jäger: Sicher. Wir sind schon sehr neugierig.
00:54:05
Prof. Maulide: Das ist eigentlich ein Prélude von Sergej Rachmaninow, auch bekannt, weil er sehr, sehr große Hände, weitaus größer als meine, hatte. Und viele Pianisten haben schon über ihn geschimpft beim Üben, weil er so große Hände und solche Sachen manchmal schreibt, was nicht immer so das Bequemste zum Spielen ist. Ich hoffe, es gefällt dir. Und als Schluss für unser Gespräch.
00:54:17
Prof. Maulide: [MUSIK]
00:54:18
Andreas Jäger: Ich höre schon wieder, ich spüre es, alle ganz begeistert. Großartig. Lieber Professor Nuno Maulide, herzlichen Dank! Es macht so viel Spaß, mit dir zu sprechen, dir zuzuhören. Man möchte eigentlich gar nicht aufhören, aber leider müssen wir. Also danke, dass du Zeit hattest.
00:54:25
Prof. Maulide: Ich bedanke mich.
00:54:25
Andreas Jäger: Es war ganz, ganz großartig und damit zurück zur Sonja Kato.
00:54:28
Sonja Kato: Herzlichen Dank, Andreas Jäger, und danke auch natürlich an Nuno Maulide. Mit den Wiener Vorlesungen online geht es weiter am 18. Juni 2020 um 18 Uhr auf den gewohnten Kanälen, und zwar das nächste Mal unter dem Titel „Wer braucht Superhelden? Heldenbilder im Wandel der Zeit.“ Im Gespräch ist Anna-Maria Wallner von „Die Presse“ mit der Philosophin Lisz Hirn. Wir freuen uns auf Ihr Interesse. Ich darf Ihnen noch einen schönen Abend wünschen. Und bleiben Sie gesund!
 

Wiener Vorlesung online: Die Kunst der Wissenschaft

Wiener Vorlesung online zum Thema " Die Kunst der Wissenschaft. Eine Chemie, die wirklich stimmt" mit dem Chemiker, Pianisten und Wissenschaftler des Jahres 2018 Nuno Maulide. Im Gespräch mit dem Moderator Andreas Jäger, mit Klavierbegleitung von Nuno Maulide.

Produktionsdatum: 2020
Copyright: W24

Aktuelle Videos

wien.at TV Kanäle