1., Neugestaltung Stephansplatz - aktuelles Großbauprojekt der MA 28

Auftraggeber: Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28)
Bauabschnitt: Neugestaltung des Stephansplatzes

Video: Neugestaltung Stephansplatz


Beginn und Dauer

  • Generalsanierung der Oberfläche: 13. März bis 10. November 2017
  • Erneuerung von Gas-, Strom- und Wasserrohren: Sommer 2016 bis Frühjahr 2017

Ausgangslage

Der Stephansplatz war Bestandteil eines im Jahr 2007 durchgeführten EU-weiten Gestaltungswettbewerbs zur Neugestaltung der FußgängerInnen-Zone City Wien. Dieser umfasste auch den Graben, die Kärntner Straße sowie den Stock-im-Eisen-Platz.

Als Sieger dieses Wettbewerbs, der von der Abteilung Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) und der MA 28 durchgeführt wurde, ist der Architekt Clemens Kirsch hervorgegangen. Dieser wurde mit den weiteren Planungen beauftragt. Aufgrund der geplanten, aber dann nicht umgesetzten Verlegung der Dombauhütte wurde die Neugestaltung des Stephansplatzes im Jahr 2009 zurückgestellt. Zuletzt wurde der Stephansplatz vor mehr als 30 Jahren mit dem U-Bahn-Bau neu gestaltet. Aufgrund des Alters und des Lieferverkehrs sind erhebliche Zeitschäden entstanden. Eine Sanierung ist notwendig geworden.

Projektbeschreibung

Nachdem im Sommer des Vorjahres mit einem Spatenstich die Erneuerung von Gas-, Strom- und Wasserrohren am Stephansplatz begangen wurde, erfolgte am 13. März 2017 der Baustart zur Neugestaltung der Platzoberfläche seitens der MA 28. Die Oberfläche des Stephansplatzes wurde zwischen 13. März und 10. November 2017 generalsaniert. Der Baubereich umfasste den kompletten Stephansplatz inklusive der angrenzenden Einmündungen der Rotenturmstraße, der Brandstätte und der Schulerstraße sowie die komplette Churhausgasse.

Die Straßenoberfläche des Stephansplatzes wird dem Siegerkonzept von Architekt Clemens Kirsch entsprechend ausgeführt. Sie fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der im Jahr 2009 errichteten FußgängerInnen-Zone City Wien im Bereich Kärntner Straße, Stock-im-Eisen-Platz und Graben ein.

So werden die aus der Kärntner Straße bekannten großformatigen Waldviertler Granitplatten in verschiedenen Grautönen auch bei der Neugestaltung des Stephansplatzes eingesetzt. Die wesentlichen gestalterischen Elemente umfassen auch eine neue Straßenbeleuchtung und neue Sitzgelegenheiten ohne Konsumationszwang.

Visualisierung: Neuer Bodenbelag vor dem Tor des Stephansdoms

Visualisierung des neu gestalteten Stephansplatzes mit Blick zum Domtor

Visualisierung: Stephansplatz von oben mit neuem Bodenbelag

Visualisierung des neu gestalteten Stephansplatzes von oben


Gestalterische Details

Graue Steinplatten, rechteckig oder quadratisch, unterschiedlich groß

Beispiel Verlegemuster

Das Verlegeprinzip der Steinplatten nennt sich "Römischer Verband". Diese traditionsreiche Verlegeart ist für offene Platzräume ideal, da keine Richtung bevorzugt wird. Somit entsteht eine homogene, flexibel anpassbare Oberfläche. Auch technisch bietet dieser Verband Vorteile: Die Stabilität des Tragsystems kann in beide Richtungen sichergestellt werden.


Grundriss mit Ausschnitt des Verlegeplanes

Lageplan mit Verlegemuster

Während die Kärntner Straße und der Graben "gerichtete" Straßenräume sind, zeichnet den Stephansplatz seine Offenheit nach allen Seiten aus. Das (Wettbewerbs-) Konzept sah daher auf diesem "ungerichteten" Platz die Überlagerung der beiden Straßenrichtungen vor. Die linearen Strukturen der dunklen "Schmucksteine" treffen einander am Stephansplatz zu einer abstrakten Kreuzform.


Technische Details

Die wesentlichen Merkmale des Umbaus:

  • Der Baubereich umfasste den kompletten Stephansplatz inklusive der angrenzenden Einmündungen der Rotenturmstraße, der Brandstätte und der Schulergasse sowie die komplette Churhausgasse von Stephansplatz bis Singerstraße.
  • Für die Pflasterung der Oberfläche wurden 36.400 Granitplatten und Granitsteine (10.700 Quadratmeter, 14 Zentimeter stark) verwendet. Der Granit, der bei der Pflasterung des Stephansplatzes zum Einsatz kam, stammt großteils aus dem Waldviertel - wie auch schon bei den Projekten auf der Ottakringer beziehungsweise Mariahilfer Straße. Lediglich zwei Spezialsorten wurden aus Schweden und Italien angeliefert.
  • Zur Abdichtung der Katakomben kamen 1.500 Tonnen Asphaltbeton (6.700 Quadratmeter, 10 Zentimeter stark) zum Einsatz. Zur Erhaltung der denkmalgeschützten Katakomben wurde neben der Abdichtung eine einzigartige Straßenentwässerungskonstruktion eingesetzt. Dafür wurde die TU Wien von der MA 28 mit einem Gutachten beauftragt.
  • Weiters wurden 5.500 Tonnen Pflasterdrainbeton (10.700 Quadratmeter, 20 bis 25 Zentimeter stark) als wasserdurchlässige Schicht verbaut. Durch die Verwendung von Pflasterdrainbeton kann Wasser leichter in den Boden einsickern, was die Eisbildung direkt unter der Pflasterung verhindert. Dadurch können Schäden an der Oberfläche vermieden werden.
  • Die Wiener Netze nutzten die Umbauarbeiten zur Erneuerung ihrer Erdgas- und Stromleitungen. Insgesamt wurden 200 Meter Erdgasleitungen und 4.500 Meter Stromkabel getauscht. Der Tausch der Erdgasleitungen erfolgte mittels Relining. Bei diesem Verfahren wird lediglich punktuell aufgegraben. Die neuen Gasrohre wurden in die bestehenden eingebracht.
  • Die MA 31 konnte im Zuge der Neugestaltung 400 Meter Wasserleitungen austauschen. Im Zuge der Arbeiten wurden am Stephansplatz zwei neue Trinkhydranten installiert, an denen durstige Besucher und auch die Fiakerpferde, an heißen Sommertagen - natürlich getrennt voneinander - ihren Durst löschen können.
  • Auch das Dom Museum Wien erstrahlt seit wenigen Wochen in neuem Glanz. Die Sammlungen umfassen mehr als 4.000 Objekte von der Gotik über das Mittelalter, den Jugendstil und die Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst.

Baubereich

Der Baubereich umfasste den kompletten Stephansplatz inklusive der angrenzenden Einmündungen

  • der Rotenturmstraße,
  • der Brandstätte
  • und der Schulerstraße
  • sowie die komplette Churhausgasse vom Stephansplatz bis zur Singerstraße.

Gesamtkosten des Projekts

Rund 11,5 Millionen Euro

Beteiligte Dienststellen und externe Partnerinnen und Partner

Neben den Straßenbauarbeiten wurden Begleitmaßnahmen anderer Dienststellen und externer Partnerinnen und Partner koordiniert. Die Abstimmung der Arbeiten erfolgte durch die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28). Die optimale Koordination der Arbeiten trug zu einem zügigen Bauablauf bei möglichst geringer Beeinträchtigung der Anrainerinnen und Anrainer bei.

  • Bezirksvorstehung für den 1. Bezirk: Vertretung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger
  • MA 19: Gestaltungskonzept
  • MA 28: Projektentwicklung, Straßenbau, Fahrbahnmarkierung, Verkehrszeichen
  • MA 31: Rohrauswechslungsarbeiten
  • MA 33: Erneuerung von Lichtsignalanlagen und der Fahrbahnbeleuchtung
  • MA 41: Vermessung
  • MA 46: Ampelanlagen, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen
  • Wiener Netze: Arbeiten am Leitungsnetz
  • Arbeiterkammer: Vertretung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Wirtschaftskammer: Vertretung der Interessen der Wirtschaftstreibenden

Kontakt

E-Mail: web-redaktion@ma28.wien.gv.at

Servicestellen

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straßen wien (Magistratsabteilung 28)
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