1., Neugestaltung Stephansplatz - aktuelles Großbauprojekt der MA 28

Auftraggeber: Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28)
Bauabschnitt: Neugestaltung des Stephansplatzes

Video: Neugestaltung Stephansplatz


Beginn und Dauer

  • Generalsanierung der Oberfläche: 13. März bis Mitte November 2017
  • Erneuerung von Gas-, Strom- und Wasserrohren: Sommer 2016 bis Frühjahr 2017
  • Gesamtfertigstellung: November 2017 beziehungsweise Frühjahr 2018

Ausgangslage

Der Stephansplatz war Bestandteil eines im Jahr 2007 durchgeführten EU-weiten Gestaltungswettbewerbs zur Neugestaltung der FußgängerInnen-Zone City Wien. Dieser umfasste auch den Graben, die Kärntner Straße sowie den Stock-im-Eisen-Platz.

Als Sieger dieses Wettbewerbs, der von der Abteilung Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) und der MA 28 durchgeführt wurde, ist der Architekt Clemens Kirsch hervorgegangen. Dieser wurde mit den weiteren Planungen beauftragt. Aufgrund der geplanten, aber dann nicht umgesetzten Verlegung der Dombauhütte wurde die Neugestaltung des Stephansplatzes im Jahre 2009 zurückgestellt. Zuletzt wurde der Stephansplatz vor mehr als 30 Jahren mit dem U-Bahn-Bau neu gestaltet. Aufgrund des Alters und des Lieferverkehrs sind erhebliche Zeitschäden entstanden. Eine Sanierung ist notwendig geworden.

Projektbeschreibung

Nachdem im Sommer des Vorjahres mit einem Spatenstich die Erneuerung von Gas-, Strom- und Wasserrohren am Stephansplatz begangen wurde, erfolgt am 13. März 2017 der Baustart zur Neugestaltung der Platzoberfläche seitens der MA 28. Die wesentlichen Straßenbauarbeiten werden zwischen Frühjahr und November 2017 durchgeführt. Sollten aufgrund von vermuteten Gräberfeldern archäologische Arbeiten notwendig werden, ist mit einer Baufertigstellung im Frühjahr 2018 zu rechnen.

Seit Juni 2016 laufen Leitungserneuerungen durch die Wiener Netze und die Abteilung Wiener Wasser (MA 31), die nach der witterungsbedingten Winterpause im Jänner 2017 wieder aufgenommen wurden. Der Baubereich umfasst den kompletten Stephansplatz inklusive der angrenzenden Einmündungen der Rotenturmstraße, der Brandstätte und der Schulerstraße sowie die komplette Churhausgasse.

Die Straßenoberfläche des Stephansplatzes wird dem Siegerkonzept von Architekt Clemens Kirsch entsprechend ausgeführt. Sie fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der im Jahr 2009 errichteten FußgängerInnen-Zone City Wien im Bereich Kärntner Straße, Stock-im-Eisen-Platz und Graben.

So werden die aus der Kärntner Straße bekannten großformatigen Waldviertler Granitplatten in verschiedenen Grautönen auch bei der Neugestaltung des Stephansplatzes eingesetzt. Die wesentlichen gestalterischen Elemente umfassen auch eine neue Straßenbeleuchtung und neue Sitzgelegenheiten ohne Konsumationszwang.

Visualisierung: Neuer Bodenbelag vor dem Tor des Stephansdoms

Visualisierung des neu gestalteten Stephansplatzes mit Blick zum Domtor

Visualisierung: Stephansplatz von oben mit neuem Bodenbelag

Visualisierung des neu gestalteten Stephansplatzes von oben


Gestalterische Details

Graue Steinplatten, rechteckig oder quadratisch, unterschiedlich groß

Beispiel Verlegemuster

Das Verlegeprinzip der Steinplatten nennt sich "Römischer Verband". Diese traditionsreiche Verlegeart ist für offene Platzräume ideal, da keine Richtung bevorzugt wird. Somit entsteht eine homogene, flexibel anpassbare Oberfläche. Auch technisch bietet dieser Verband Vorteile: Die Stabilität des Tragsystems kann in beide Richtungen sichergestellt werden.


Grundriss mit Ausschnitt des Verlegeplanes

Lageplan mit Verlegemuster

Während die Kärntner Straße und der Graben "gerichtete" Straßenräume sind, zeichnet den Stephansplatz seine Offenheit nach allen Seiten aus. Das (Wettbewerbs-) Konzept sieht daher auf diesem "ungerichteten" Platz die Überlagerung der beiden Straßenrichtungen vor. Die linearen Strukturen der dunklen "Schmucksteine" treffen einander am Stephansplatz zu einer abstrakten Kreuzform.


Technische Details

Die wesentlichen Merkmale des Umbaus:

  • Der Baubereich umfasst den kompletten Stephansplatz inklusive der angrenzenden Einmündungen der Rotenturmstraße, der Brandstätte und der Schulergasse sowie die komplette Churhausgasse von Stephansplatz bis Singerstraße.
  • Für die Pflasterung der Oberfläche werden 36.400 Granitplatten und Granitsteine (10.700 Quadratmeter, 14 Zentimeter stark) verwendet. Der Granit, der bei der Pflasterung des Stephansplatzes zum Einsatz kommt, stammt großteils aus dem Waldviertel - wie auch schon bei den Projekten auf der Ottakringer beziehungsweise Mariahilfer Straße. Lediglich zwei Spezialsorten werden aus Schweden und Italien angeliefert.
  • Zur Abdichtung der Katakomben kommen 1.500 Tonnen Asphaltbeton (6.700 Quadratmeter, 10 Zentimeter stark) zum Einsatz. Zur Erhaltung der denkmalgeschützten Katakomben wird neben der Abdichtung eine einzigartige Straßenentwässerungskonstruktion eingesetzt. Dafür wurde die TU Wien von der MA 28 mit einem Gutachten beauftragt.
  • Weiters werden 5.500 Tonnen Pflasterdrainbeton (10.700 Quadratmeter, 20 bis 25 Zentimeter stark) als wasserdurchlässige Schicht verbaut. Durch die Verwendung von Pflasterdrainbeton kann Wasser leichter in den Boden einsickern, was die Eisbildung direkt unter der Pflasterung verhindert. Dadurch können Schäden an der Oberfläche vermieden werden.
  • Die Wiener Netze nutzten die geplanten Umbauarbeiten zur Erneuerung ihrer Erdgas- und Stromleitungen. Insgesamt wurden 200 Meter Erdgasleitungen und 4.500 Meter Stromkabel getauscht. Der Tausch der Erdgasleitungen erfolgte mittels Relining. Bei diesem Verfahren wird lediglich punktuell aufgegraben. Die neuen Gasrohre werden in die bestehenden eingebracht.
  • Die MA 31 konnte im Zuge der Neugestaltung 400 Meter Wasserleitungen austauschen. So können am Stephansplatz zwei neue Trinkhydranten installiert werden, an denen durstige Besucherinnen und Besucher sowie Fiakerpferde - natürlich getrennt voneinander - an heißen Sommertagen ihren Durst löschen können.

Bauphasen

Grafische Darstellung der Verkehrsmaßnahmen rund um den Stephansplatz zwischen 13. März bis Mitte November 2017

Verkehrsmaßnahmen während der fünf Bauphasen am Stephansplatz

Die Arbeiten werden in unterschiedlichen Phasen durchgeführt. Die Bauphasen wechseln - beginnend mit der Bauphase eins - im Fünf- bis Acht-Wochenrhythmus.


Während der Bauarbeiten kommt es zu folgenden Verkehrsmaßnahmen:

  • Die Anlieferung und Zu- beziehungsweise Abfahrt sowie der Zugang zu Geschäften werden auf Baudauer aufrechterhalten.
  • Zwischen 13. März und etwa Ende Mai 2017 ist kein Fiakerbetrieb möglich.
  • Zwischen 20. März und etwa Ende Juni 2017 ist kein Busbetrieb möglich.
  • Die FußgängerInnen-Verkehr wird während der gesamten Bauzeit grundsätzlich aufrechterhalten.

Gesamtkosten des Projekts

Rund 11,5 Millionen Euro

Beteiligte Dienststellen und externe Partnerinnen und Partner

Neben den Straßenbauarbeiten werden Begleitmaßnahmen anderer Dienststellen und externer Partnerinnen und Partner koordiniert. Die Abstimmung der Arbeiten erfolgt durch die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28). Die optimale Koordination der Arbeiten trägt zu einem zügigen Bauablauf bei möglichst geringer Beeinträchtigung der Anrainerinnen und Anrainer bei.

  • Bezirksvorstehung für den 1. Bezirk: Vertretung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger
  • MA 19: Gestaltungskonzept
  • MA 28: Projektentwicklung, Straßenbau, Fahrbahnmarkierung, Verkehrszeichen
  • MA 31: Rohrauswechslungsarbeiten
  • MA 33: Erneuerung von Lichtsignalanlagen und der Fahrbahnbeleuchtung
  • MA 41: Vermessung
  • MA 46: Ampelanlagen, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen
  • Wiener Netze: Arbeiten am Leitungsnetz
  • Arbeiterkammer: Vertretung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Wirtschaftskammer: Vertretung der Interessen der Wirtschaftstreibenden

Kontakt

E-Mail: web-redaktion@ma28.wien.gv.at

Servicestellen

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straßen wien (Magistratsabteilung 28)
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