6. und 7., FußgängerInnen-Zone Mariahilfer Straße - realisiertes Bauvorhaben- Archivmeldung

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Realisierung: 19. Mai 2014 bis 31. Juli 2015

Blick in die Begegnungszone Mariahilfer Straße Neu

Auf der Mariahilfer Straße selbst wird hauptsächlich zu Fuß gegangen. Abhängig vom Wochentag und Abschnitt sind täglich zwischen 25.000 und 70.000 Passantinnen und Passanten auf der Straße unterwegs. Um auch weiterhin eine positive Entwicklung dieses Boulevards zu gewährleisten, wurde die Mariahilfer Straße zwischen Kaiserstraße und Getreidemarkt umgestaltet und für den Radverkehr geöffnet.


Am 1. August 2015 wurde die Mariahilfer Straße Neu mit einem großen Straßenfest für Jung und Alt eröffnet.

Ausgangslage

Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung der Mariahilfer Straße im 6. und 7. Bezirk - sie hat sich zu einem Einkaufs- und Flanierboulevard mit einer Bedeutung weit über die Stadtgrenzen Wiens hinaus entwickelt - wurden die Kapazitätsgrenzen für Fußgängerinnen und Fußgänger erreicht. Seit dem Jahr 1996 ist die PassantInnenfrequenz in der Straße stark angestiegen. Grund hierfür ist, neben der Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten, die Eröffnung neuer und die Attraktivierung bestehender Betriebe. Das Museumsquartier kommt als Frequenzbringer hinzu.

Es ist im Sinne einer gesamtstädtischen Planungsstrategie, diese positive Entwicklung weiterhin sicherzustellen, denn die Mariahilfer Straße ist verkehrsmäßig hervorragend erschlossen, insbesondere durch die drei U-Bahn-Linien und die vielen Garagen. Sie ist ein Gegenpol zu autoorientierten Einkaufszentren, sichert städtische Kaufkraft und bindet Arbeitsplätze im dicht bebauten Gebiet. Es mussten daher entsprechende Maßnahmen gesetzt werden.

Hinzu kommt, dass der (ruhende) motorisierte Individualverkehr ein prägendes Element der Mariahilfer Straße ist. Ein großer Teil der Straße ist für parkende Autos reserviert, obwohl nur ein geringer Anteil der Besucherinnen und Besucher mit dem Pkw in die Mariahilfer Straße kommt. Der Großteil der Besucherinnen und Besucher nützt die öffentlichen Verkehrsmittel am Weg zur Mariahilfer Straße. Viele sind auch unmotorisiert unterwegs - sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Eckpunkte der Umgestaltung der Mariahilfer Straße

Die Mariahilfer Straße bietet einen Mehrwert für ihre unmittelbaren Anwohnerinnen und Anwohner: Grünflächen, Wassertische, Sitzgelegenheiten, Schanigärten - eben ein Mehr an Freiraum zum Leben und mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger. Die Städte von morgen sind Orte mit Lebensqualität, mit öffentlichen Plätzen und Flächen, auf denen man seine eigene Stadt genießen kann. Dafür steht die neue Mariahilfer Straße.

Blick in die FußgängerInnen-Zone Mariahilfer Straße Neu

FußgängerInnen-Zone Mariahilfer Straße Neu

Blick in die Begegnungszone Mariahilfer Straße Neu

Begegnungszone Mariahilfer Straße Neu


Highlights und Vorteile der Neugestaltung

  • Verbreiterung der Gehsteigbereiche - Schanigärten werden Richtung Straßenmitte verschoben, das bedeutet mehr Platz vor den Geschäften
  • Mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger durch Wegfall der Parkplätze
  • Neues Schanigartenkonzept - bessere, modulartige, flexiblere Aufteilung für die Betriebe
  • Mehr Platz für Kinder
  • Mehr konsumfreie Zonen und neue Aufenthaltsbereiche mit Wassertischen
  • Neue, zusätzliche Gehsteigbeleuchtung - hellere Bereiche entlang der Geschäfte
  • WLAN wurde beim Umbau der Beleuchtung in der FußgängerInnen-Zone installiert
  • Hohe Aufenthaltsqualität im Zentralbereich durch die Verordnung einer FußgängerInnen-Zone
  • Weniger Lärm in der Mariahilfer Straße durch die Einrichtung der FußgängerInnen-Zone, aber auch durch die Begegnungszone
  • Neue wasser- und luftdurchlässige Oberfläche für die Baumscheiben
  • Neue Sitzgelegenheiten (konsumfrei) mit teilweise integrierter Bepflanzung
  • Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße inklusive der angrenzenden Bereiche des 6. und 7. Bezirks
  • Neues Ladezonenkonzept - weniger Verkehrszeichen, einheitliche Zeiten
  • Neuer Anziehungspunkt nach dem Umbau als Chance für Geschäftstreibende
  • FußgängerInnen-Zone: komplette Neupflasterung auf die gesamte Breite
  • Begegnungszone: Verbreiterung der Gehsteige - neue Pflasterung der "Fahrbahnbereiche"
  • Begegnungszone: gleichwertige Nutzung der "Fahrbahnbereiche" möglich
  • Barrierefreie Nutzung der gesamten Mariahilfer Straße durch ebene Ausführung
  • Neues Blindenleitsystem
  • Gegenüber der Probephase klare Gestaltung - bessere Klarheit der "neuen" Regeln
  • Straße wirkt nach dem Umbau "aufgeräumter" - durchgängiges Konzept und weniger Schilder
  • In regelmäßigen Abständen aufgestellte Fahrradabstellanlagen - Einkaufen mit dem Fahrrad besser möglich

Technische Details

Die neue Mariahilfer Straße ist:

fußgängerInnen-freundlich
Täglich bewegen sich auf Wiens Einkaufsmeile Nr. 1 zehntausende Menschen. Die bestehenden Gehsteige stießen an den Rand ihrer Kapazitäten. Mit der Umgestaltung der Straße erhielten Fußgängerinnen und Fußgänger mehr Platz zum Flanieren, Gehen und Verweilen. Fußgängerinnen und Fußgänger haben überall auf der Mariahilfer Straße Vorrang. Das Queren der Straße wurde erleichtert und die Verkehrssicherheit erhöht.
verkehrsberuhigt
Der Autoverkehr auf der Mariahilfer Straße wurde entschleunigt, die beiden derzeit durch die Fahrbahn getrennten Straßenseiten miteinander verbunden. Die Belastungen durch Lärm und Abgase nahmen spürbar ab. In den beiden angrenzenden Bezirken Mariahilf und Neubau konnte der Autoverkehr auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Der Durchzugsverkehr wurde verringert, der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad wurde gefördert. Begleitmaßnahmen - wie Tempo 30, das Unterbinden von Durchzugsverkehr - verhindern Verkehrsverlagerungen von der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße in die angrenzenden Bezirke.
barrierefrei
Eine Oberfläche ohne hohe Randsteine erleichtert ab sofort das Vorankommen für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung oder Personen mit Kinderwagen. Menschen mit Sehbeeinträchtigung erhielten ein eigenes Blindenleitsystem sowie Querungshilfen und profitieren von mehr Platz zum Gehen.
lebenswert
Im dicht bebauten Stadtgebiet von Mariahilf und Neubau sind öffentliche Freiräume ein knappes Gut. Mit der Neugestaltung der Mariahilfer Straße entstand ein neuer, nutzbarer und urbaner Freiraum. Sitzplätze bieten Platz zum Ausruhen und Verweilen. Attraktiv gestaltete Aufenthalts- und Verweilbereiche auch ohne Konsumzwang erhöhen die Lebensqualität für Anwohnerinnen und Anwohner, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Besucherinnen und Besucher der Mariahilfer Straße und ihrer Umgebung.
erreichbar
Begegnungszonen ermöglichen für Autos das Zu- und Abfahren. Behindertenparkplätze gewährleisten weiterhin, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen die Möglichkeit haben, die Mariahilfer Straße zu nutzen. Die umliegenden Parkgaragen bleiben gut erreichbar. Haltemöglichkeiten für das Ein- und Aussteigen beziehungsweise Einladen der Einkäufe sowie Lieferzonen sind sichergestellt. Neue AnwohnerInnenparkplätze in Nebengassen erleichtern zusätzlich die Parkplatzsuche in den Bezirken Mariahilf und Neubau.
fahrradfreundlich
In regelmäßigen Abständen wurden beziehungsweise werden Fahrradabstellanlagen aufgestellt. Einkaufen mit dem Fahrrad wird so besser möglich. In der Begegnungszone ist Radfahren mit maximal 20 km/h möglich, in der FUZO mit Schrittgeschwindigkeit.
geschäftstüchtig
Die Neugestaltung macht das Einkaufen in der Mariahilfer Straße zum Erlebnis. Ein Flanieren ohne Autolärm und Abgase erhöht die Verweildauer der Kundinnen und Kunden. Die größte Einkaufsstraße Wiens bleibt durch die Umgestaltung konkurrenzfähig gegenüber den Einkaufszentren am Stadtrand und dem Online-Handel.
modern
Ein neues Gesicht für eine moderne gemütliche Stadt: Die neue Mariahilfer Straße ist Anziehungspunkt und Chance für Geschäftstreibende. Die Straße wirkt nach dem Umbau durch ein durchgängiges Konzept und weniger Schilder "aufgeräumter". Gratis-WLAN wurde eingerichtet, weil freies Surfen einfach dazugehört zum neuen Leben auf der Mariahilfer Straße.

Verkehrsorganisation

Mariahilfer Straße - FußgängerInnen-Zone

Blick in die FußgängerInnen-Zone Mariahilfer Straße Neu

Reges Treiben entlang der FußgängerInnen-Zone Mariahilfer Straße Neu

Die beiden zentralen Abschnitte Kirchengasse bis Neubaugasse und Neubaugasse bis Andreasgasse wurden durch Aufstellung von Verkehrszeichen als FußgängerInnen-Zone kundgemacht. In der Mitte der Mariahilfer Straße verblieb eine 6,5 Meter breite Verkehrsfläche für die Führung des Radverkehrs und des Lieferverkehrs als Einbahn in Fahrtrichtung Zweierlinie. Die Länge des als FußgängerInnen-Zone umzugestaltenden Kernbereiches beträgt 432 Meter.


Mariahilfer Straße - Begegnungszonen

Begegnungszone vor dem Getreidemarkt

Blick in die neue Begegnungszone vor dem Getreidemarkt

Die beiden Abschnitte Getreidemarkt bis Kirchengasse und Andreasgasse bis Kaiserstraße wurden als Begegnungszonen eingerichtet. Diese wurden von Getreidemarkt bis und in Fahrtrichtung Kirchengasse sowie von Kaiserstraße bis und in Fahrtrichtung Zieglergasse als 6,5 Meter breite Einbahn (Radfahren gegen die Einbahn gestattet) kundgemacht. Im Abschnitt Andreasgasse bis Zieglergasse, welcher in beiden Richtungen befahrbar ist, wurde eine 7,50 Meter breite Fahrfläche hergestellt. Die vorstehenden Breiten beinhalten jeweils die beiden seitlichen, fahrbahneben gepflasterten Begrenzungsstreifen.

In den Begegnungszonen konnten entsprechend dem derzeitigen Bestand örtlich Ladezonen, Behindertenstellplätze und Taxistandplätze kundgemacht werden. Die Länge der Begegnungszone im Abschnitt zwischen Zweierlinie und Kirchengasse beträgt 739 Meter, im Abschnitt zwischen Andreasgasse und Kaiserstraße 459 Meter.

Mit dem Auto auf die Mariahilfer Straße

In der Begegnungszone vom Getreidemarkt bis zur Kirchengasse ist seit 9. Juli 2014 in den bestehenden Ladezonen das Ein- und Ausladen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Einkäuferinnen und Einkäufer erlaubt. Die Ladezonen wurden in diesem Bereich ausgeweitet, die entsprechende Beschilderung ist seit 9. Juli 2014 aufgestellt.

Diese Regelung erlaubt es Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher, Einkäufe, Koffer oder Kinderwägen ein- beziehungsweise auszuladen und zur Wohnung zu bringen. Dauerhaftes Parken ist nicht möglich, auch nicht während der Nacht. Diese Regelung gilt generell in den Begegnungszonen der Mariahilfer Straße. Auch in der Begegnungszone zwischen Kaiserstraße und Andreasgasse wurde diese Regelung umgesetzt.


Videos

Der Umbau der Mariahilfer Straße - eine Zäsur für die Stadt, die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für den Umgang mit der urbanen Struktur Wiens im Allgemeinen. Urbanität ist Kommunikation und ständiger Dialog. In acht Video-Episoden werden Anwohnerinnen und Anwohner, Politikerinnen und Politiker, Planerinnen und Planer, Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, Passantinnen und Passanten sowie Geschäftsleute zum Umbau der Mariahilfer Straße befragt.

Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 1

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 1


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 2

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 2


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 3

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 3


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 4

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 4


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 5

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 5


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 6

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 6


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 7

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 7


Querstadt im Detail - Mariahilfer Straße Teil 8

Video: Querstadt im Detail - MAHÜ 8


Gesamtkosten des Projekts

Rund 25 Millionen Euro

Beteiligte Dienststellen und externe Partnerinnen und Partner

Neben den Straßenbauarbeiten wurden Begleitmaßnahmen anderer Dienststellen und externer Partnerinnen und Partner koordiniert. Die Abstimmung der Arbeiten erfolgte durch die Abteilung Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28). Die optimale Koordination der Arbeiten trug zu einem zügigen Bauablauf bei möglichst geringer Beeinträchtigung der Anrainerinnen und Anrainer bei.

  • Bezirksvorstehung für den 6. und 7. Bezirk: Vertretung der Interessen der Bürgerinnen und Bürger
  • MA 19: Architektur und Stadtgestaltung
  • MA 28: Projektentwicklung, Straßenbau, Fahrbahnmarkierung, Verkehrszeichen
  • MA 33: Öffentliche Beleuchtung, Verkehrslichtsignalanlage
  • MA 34: Bau- und Gebäudemanagement
  • MA 41: Vermessung
  • MA 42: Grünausgestaltung
  • MA 46: Ampelanlagen, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen
  • Arbeiterkammer: Vertretung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Wirtschaftskammer: Vertretung der Interessen der Wirtschaftstreibenden
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straßen wien (Magistratsabteilung 28)
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