Garagenstrategie für Wien

parkende Auto in einer Garage

Mit dem Anwachsen der Bevölkerung Wiens steigen die Anforderungen an die Erhaltung der hohen Lebensqualität der Stadt. Die Wiener Stadtregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass der Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsmittel am Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 80 Prozent steigen soll. Diese Entwicklung macht eine Neuorientierung im Umgang mit dem öffentlichen Straßenraum notwendig. Dazu gehört auch eine nachhaltige Strategie im geförderten Wiener Garagenbau.

Eine auf dem Regierungsübereinkommen 2010 beruhende Strategie ist Grundlage für die Entscheidung über künftige Garagenstandorte und die Prüfung entsprechender Anträge. Im Regierungsübereinkommen ist ein klares Bekenntnis zur Errichtung neuer Garagen festgeschrieben:

Die Errichtung von Wohnsammelgaragen wird besonders auf die Gründerzeitviertel und die dicht bebauten Stadtgebiete mit einer großen Nachfrage nach Abstellmöglichkeiten fokussiert. Dieser Bau von zusätzlichen Abstellplätzen soll eine Verlagerung von Pkw-Dauerstellplätzen in Garagen und substanziell mehr Platz an der Oberfläche für die Menschen, den Radverkehr und den Öffentlichen Verkehr schaffen. Weiters soll der Bau von Wohnsammelgaragen vornehmlich an Standorten geschehen, die bereits versiegelt sind. Dazu sollen entsprechende Konzepte erarbeitet werden.

Grundsätzliche Zielsetzung

Die Subventionierung von Garagenplätzen für die anwohnende Bevölkerung zielt auf die sukzessive Rückgewinnung und Umgestaltung des Straßenraums für höherwertige Nutzungen, wie attraktive Gehwege, Radwege, Aufenthaltsbereiche und Begrünung, ab.

Die Reduktion des Parkplatzsuchverkehrs verhilft zur Emissionsreduktion und zur Verkehrsberuhigung in den Nebenstraßen.

Grafische Darstellung des Prozesses bei einem Garagenprojekt

Prozess- und Ablauforganisation (Großansicht: 153 KB JPG)

Wien-Plan mit Gebieten, in denen vorzugsweise Garagen gebaut werden sollen

Räumliche Priorisierung zur Subventionierung von Wohnsammelgaragen (Großansicht: 270 KB JPG)


Rahmenbedingungen

  • Die Subventionierung des Garagenbaus erfolgt in erster Linie dort, wo trotz verkehrspolitischer Lenkungsmaßnahmen wie etwa der Parkraumbewirtschaftung noch immer eine sehr große Stellplatznachfrage besteht.
  • Es sollen keine neuen Garagen unter Parkanlagen und Grünflächen entstehen.
  • Stellplätze sollen in Wohnsammelgaragen im Zuge privater Bauvorhaben geschaffen und gefördert werden, etwa bei der Schließung von Baulücken oder innerstädtischen Entwicklungsgebieten.
  • An der Oberfläche erfolgt weiterhin ein Stellplatzrückbau im Verhältnis 1 zu 3 außerhalb des Gürtels und 1 zu 1 in innerstädtischen Bezirken.
    • Die Bezirksförderung für den Stellplatzrückbau wird räumlich und zeitlich flexibilisiert: Die Förderung für den Stellplatzrückbau kann von den Bezirken statt im ersten Jahr ab Realisierung der Garage nun in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren lukriert werden.
    • An Garagenstandorten mit einer sehr hohen Stellplatznachfrage kann je nach Ermessen ein Teil der zu reduzierenden Stellplätze an der Oberfläche auch durch Stellplatzreduktionen bei Straßenumgestaltungen in anderen Teilen des Bezirks kompensiert werden.
  • Für Park-and-Ride-Garagen gilt: keine Sekundärnutzungen bei künftigen Park-and-Ride-Anlagen (zum Beispiel KundInnen-Parkplätze für Nahversorger, Fitnesseinrichtungen oder Ähnliches).

Kriterien

  • Dichte der Einwohnerinnen und Einwohner
  • Grünflächen-Anteil: Ein niedriger Anteil erhöht den Bedarf.
  • Anzahl der vorhandenen, verfügbaren, öffentlich zugänglichen Garagen-Stellplätze
  • Baualter der Gebäude (vor 1960)
  • Vorhandene Wohnfläche

Geschichte

  • Seit circa 1960 wurden in Wien Garagen im Sinn von "Großgaragen" gebaut.
  • 1975 hat der Wiener Gemeinderat die erste Garagenförderungsaktion beschlossen.
  • Ab 1990 wurde die Errichtung von Hoch- und Tiefgaragen im dicht bebauten Stadtgebiet mittels Zuschüssen zu den Herstellungskosten gefördert.
  • 1993 wurde die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung eingeführt und das Wiener Garagenprogramm umgesetzt.
  • 1999 ist das wienweite Sonderprogramm zur Garagenförderung der sogenannten Volksgaragen ins Leben gerufen worden.
  • 2010 ist das Volksgaragen-Programm durch die neue Strategie der Wohnsammelgaragen ersetzt worden.
  • Am 25. Juni 2014 wurde erstmals ein umfassendes Garagenprogramm vom Wiener Gemeinderat beschlossen.

Download

Das Strategiepapier, das Garagenprogramm 2014, das Diagramm zur Prozess- und Ablauforganisation sowie die Karte zur räumlichen Priorisierung stehen im Wissensmanagement der Stadtentwicklung zur Verfügung.

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