Denkwerkstatt und Mobilitätslabor für smarte City Logistik

Beim "thinkport VIENNA" arbeiten Hafen Wien und BOKU zusammen, um logistische Innovationen zu entwickeln, zu testen und umzusetzen.

Containerhafen im Hafen Wien

Der innerstädtische Wirtschaftsverkehr soll bis 2030 weitgehend Kohlendioxid-neutral gestaltet werden. So wurde es in der Smart City Strategie der Stadt Wien festgelegt. Der Logistikbereich und vor allem die Logistik in der Stadt spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die BOKU hat Vorschläge zu Themen wie E-Mobilität und E-Logistik sowie Management biogener Stoffkreisläufe eingebracht. Sie ging mit dem "thinkport VIENNA" mit dem Hafen Wien als zentraler Logistik-Hub der Stadt eine intensive Kooperation ein. Im Oktober 2017 konnte das erste Wiener Innovationslabor für urbane Güterlogistik am Gelände des Freudenauer Hafens seine Türen öffnen.

Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner: "Als Denkwerkstatt und Mobilitätslabor ist es das Ziel der Initiative, gemeinsam mit PartnerInnen praxisorientierte und gesellschaftlich getragene Lösungen für eine ressourcen- und umweltschonende Logistik für die Stadt zu entwickeln, zu bündeln, für die Praxis tauglich zu machen und im Alltag zu erproben."

Beispiele für innovativen urbanen Transport

Lastenräder und tom tom-Fahrzeug

Am 17. Oktober 2017 wurde am Testgelände des thinkport VIENNA erstmals das "e leicht-Kfz tom-tom" vorgestellt. Das leicht-Kfz tom tom ist aufgrund seiner individuell gestaltbaren Plattform vom Lieferfahrzeug bis zum Pkw umrüstbar. Die Leistungsdaten für den tom tom, der in einer 45 km/h- und einer 80 km/h-Variante erhältlich ist, sind mit einer Tonne Zuladung und einer Reichweite bis zu 150 Kilometer ideal für urbane Betriebe.

Zusätzlich wurden unterschiedliche Varianten und Bauformen von Lastenrädern, die für den innerstädtischen Transport geeignet sind, sowie die neueste Generation einer Lkw-Zugmaschine präsentiert.

Ideen in der Praxis testen und umsetzen

Video: "Thinkport" am Hafen Wien erforscht Logistik der Zukunft

Der thinkport VIENNA ist eine Denk- und Innovationswerkstatt sowie ein offenes Mobilitätslabor, das sich mit den Herausforderungen der Logistik in urbanen Ballungsräumen auseinandersetzt. Die Initiative will neue Technologien, Prozesse, Dienstleistungen entwickeln, um güterlogistische Innovationen zu unterstützen.

Der Hafen Wien dient dabei als reale Testumgebung, um mit Partnerinnen und Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Stadtverwaltung innovative, komplexe Konzepte, Prozesse und Technologien methodisch zu entwickeln, zu testen und in Form von Pilotprojekten in der Praxis auszuprobieren.

In Österreich werden derzeit fünf Mobilitätslabore aufgebaut. Jenes in Wien ist das einzige, das sich ausschließlich auf Güterverkehr und Logistik fokussiert.

Die Initiative thinkport VIENNA wird im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Mobilität der Zukunft" durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) gefördert.

Neue Technologien und umweltfreundliche Energie

Eines der zentralen Themen, um die sich mögliche Pilotprojekte drehen, ist der Transport, das Umschlagen, Lagern und Liefern auf möglichst kurzen Wegen und auf eine ressourcenschonende Art und Weise. Neue Technologien wie die zunehmende Digitalisierung und die Umstellung auf umweltfreundliche Energieträger spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Die Palette möglicher Projekte reicht von der Logistik für Biolebensmittel und deren umweltfreundlicher Auslieferung an Endkundinnen und -kunden über die computerunterstützte Lager-Logistik bis hin zum Test von selbstfahrenden Lkw im Hafenareal. Dazu kommen Initiativen, um das Problembewusstsein für das Thema Logistik bei der Bevölkerung zu schärfen. So wird zum Beispiel der Weg von der Online-Bestellung eines Produktes bis zur Lieferung des Pakets veranschaulicht. Zudem soll sich der Hafen Wien verstärkt als Standort für Start-ups aus dem Logistikbereich positionieren.

Offene Plattform für PartnerInnen

Der thinkport VIENNA versteht sich als offene und breite Plattform, die sich an Unternehmen und Organisationen wendet, die an Innovationen im Bereich nachhaltiger urbaner Logistik interessiert sind. Dazu zählen neben der gesamten Verkehrs- und Logistikbranche auch alle Wirtschaftstreibenden, für die eine funktionierende Logistik eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, vom Handelskonzern bis zum Handwerksbetrieb. Eine besonders wichtige Zielgruppe sind auch entsprechende Start-up-Unternehmen als Innovationsmotoren sowie die Stadtverwaltung mit ihren logistikrelevanten Organisationseinheiten.

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