Neugestaltung des Naschmarkt-Parkplatzes

Die Bürger*innen-Beteiligung zur Neugestaltung des Naschmarktparkplatzes "Zwischen den Wienzeilen" ist erfolgreich abgeschlossen.

Nach der breiten Beteiligung sucht die Stadt nun die besten Konzepte zur Umsetzung der inhaltlichen Vorgaben der Bürger*innen. Der heutige Parkplatz, einer der größten innerstädtischen Hitzeinseln, soll begrünt werden, Es soll aber auch ein attraktiver Ort mit Platz für den Flohmarkt, Kultur, einen regionalen Bio-Markt und konsumfreie Räume entstehen.

Das konkrete Nutzungskonzept des Platzes wird im Rahmen eines kooperativen Verfahrens inklusive Ideenwettbewerb erarbeitet. Danach kann über notwendige Infrastruktur wie Witterungsschutz oder Beschattungselemente entschieden werden.

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, Planungsstadträtin Ulli Sima und Architekt Albert Wimmer

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, Planungsstadträtin Ulli Sima und Architekt Albert Wimmer (v.l.n.r.)

Planungsstadträtin Ulli Sima: "Ich bedanke mich für das große Interesse an der Bürger*innen-Beteiligung, bei der über 5.000 Menschen mitgemacht haben. Die Anliegen der Bürger*innen teilen wir vollkommen: Wir müssen die 12.000 Quadratmeter große Asphaltwüste aufbrechen, abkühlen und begrünen. Wir legen heute bewusst keine konkreten Pläne vor, sondern ziehen mit dem Ideenwettbewerb noch einen Zwischenschritt ein, um die Vorgaben aus der Bürger*innen-Beteiligung umzusetzen, sie also mit Leben zu erfüllen. Mir ist wichtig, gemeinsam mit den Bürger*innen aus der leblosen Hitzeinsel einen lebendigen Grätzltreffpunkt für alle zu schaffen."

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart: "Das Areal zwischen den beiden Wienzeilen ist für die Menschen und für ihre Lebensqualität eine riesige Ressource mitten in Wien. Wir wollen diese Fläche maximal begrünen, den Flohmarkt erhalten und konsumfreie Räume schaffen. Viele Kreative werden uns mit Sicherheit interessante Ideen und Vorstellungen liefern."

Forderung nach Begrünung und Kühlung

Im Rahmen des im April 2021 gestarteten Beteiligungsprozesses wurden unterschiedliche Themen zur Neugestaltung abgefragt: von Begrünung und Wasser-Elementen über Anforderungen an einen regionalen Markt bis hin zu kulturellem Angebot, dem Flohmarkt, Raum für Bewegung oder natürlicher und baulicher Beschattung, zum Beispiel mit Solarpaneelen. Insgesamt haben sich 5.169 interessierte Personen aus ganz Wien mit knapp 30.000 Vorschlägen mit ihrem Feedback beteiligt.

Einige Wünsche der Bevölkerung sind sehr einheitlich:

  • Die überwiegende Mehrheit ist für eine klimabewusste Umgestaltung des Platzes und wünscht sich Raum für den konsumfreien Aufenthalt, Begrünung, Wasserelemente und Schatten.
  • Die Architektur des Platzes soll sich respektvoll in die umliegenden historischen Bauwerke einfügen, der Flohmarkt soll erhalten bleiben.
  • Einem generellen (Floh-)-Markt-Angebot und überdachten Bereichen stehen viele Teilnehmer*innen der Befragung offen gegenüber, sofern folgende Bedingungen eingehalten werden: maximale Begrünung des Areals, ausreichend konsumfreie Zonen und ein qualitativ hochwertiges Angebot aus regionalen und Bio-Lebensmitteln, das sich vom bestehenden Angebot am Naschmarkt unterscheidet.

Bei den insgesamt 30.000 Anmerkungen herrscht aber nicht überall Einigkeit. In vielen Bereichen sind die Anforderungen der Bürger*innen diverser und stehen teilweise auch im Widerspruch zueinander. Einige wünschen sich eine komplette Begrünung des Platzes, andere wollen die Parkplätze oder den Flohmarkt – und damit eine große versiegelte Fläche – erhalten. Viele wünschen sich ein regionales Produktsortiment, andere wollen lieber Spielplätze, Sport- oder Kulturangebot.

Ideenwettbewerb für beste Konzepte

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Vorstellungen will die Stadt Wien im Zuge eines sogenannten "kooperativen Prozesses" auf Basis des Bürger*innen-Beteiligungsverfahren die besten Konzepte für die Umgestaltung des Platzes suchen. Zeitnah startet dazu ein EU-weiter Ideenwettbewerb:

Bewerbungen können in "3 Töpfen" eingereicht werden:

  1. Planungsteams können Referenzprojekte einreichen.
  2. Mit skizzenhaft dargestellten Ideen zur Gestaltung können sich alle Menschen - auch ohne konkretes Fachwissen – bewerben.
  3. Ein konkretes Nutzungskonzept – also welche Angebote der Platz umfassen soll – kann textlich oder grafisch eingereicht werden.

Öffentliche Ausstellung der Ideen aus dem Wettbewerb

Zunächst sichtet eine Jury aus unabhängigen Expert*innen die Ideen der Bevölkerung und wählt die besten Konzepte aus. Unter der Leitung von Architekt Albert Wimmer werden neben Stadtplaner*innen auch eine lokale Lebensmittelproduzentin und ein*e Repräsentant*in aus der Bevölkerung in dieser Jury vertreten sein. Im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung können Bürger*innen diese Sammlung der Ideen dann bewerten.

Nach Abschluss des kooperativen Verfahrens im Herbst 2022 startet der Realisierungswettbewerb. Anfang 2023 soll dann das Siegerprojekt vorliegen.

Rahmenbedingungen für Ideenwettbewerb

Der Ideenwettbewerb ist ergebnisoffen, unterliegt allerdings einigen Rahmenbedingungen. Basis sind neben den Ergebnissen aus der Bürger*innen-Beteiligung auch die technischen und statischen Rahmenbedingungen wie Überplattungen, aber auch klimatologische Grundlagen. Denn die Stadt hat die Phase der Beteiligung genutzt, um Klima, Statik und baukulturelles Umfeld am Standort detailliert zu untersuchen.

  • Begrünte und konsumfreie Aufenthaltsflächen müssen Kernbestandteil des Konzepts sein.
  • Das Konzept muss den wöchentlichen Samstags-Flohmarkt miteinbeziehen.
  • Statik: Baumbepflanzungen sind aufgrund des teilweise nur 70 Zentimeter dünnen Gewölbes nur an Randbereichen möglich.
  • Stadtmorphologie: Das baukulturelle Erbe der Umgebung ist bei der Gestaltung zu berücksichtigen.
  • Stadtklima: Der Parkplatz ist derzeit eine der derzeit größten innerstädtischen Hitzeinseln, Abkühlung und Schatten gelten als zentrale Voraussetzung für das Konzept.
  • Es soll auch Platz geben, um kleinen, regionalen Lebensmittel-Produzent*innen den Verkauf ihrer Produkte zu ermöglichen.
  • Auf Wunsch der Bürger*innen wird zusätzlich zum Parkplatz eine Fläche entlang der rechten Wienzeile zwischen Heumühlgasse und Pressgasse in den Wettbewerb aufgenommen. Hier gilt eine zusätzliche technische Rahmenbedingung: Auf dieser U-Bahn-Überplattung sind keine permanenten Bauten möglich, da im Notfall der Zugang zu den Gleisen gegeben sein muss.

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