Neuer Lösungsvorschlag für Heumarkt-Projekt

Bezüglich der Umgestaltung des Areals Wiener Eislaufverein hat die Stadt Wien Vorschläge zum Erhalt des Status Weltkulturerbe vorgelegt. Ziel ist, ein mit dem Welterbe kompatibles Projekt zu entwickeln, wobei unter anderem die Höhenfrage zu lösen ist.

Im März 2019 forderten UNESCO und ICOMOS "mildernde, abschwächende Maßnahmen" in Bezug auf das Projekt. In intensiven Verhandlungen mit den beiden Organisationen sowie mit dem Projektentwickler wurde nun die Bereitschaft für einen alternativen Lösungsansatz signalisiert.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Der Erhalt des Welterbestatus für das historische Zentrum Wiens hat oberste Priorität für die Stadt. Gleichzeitig - ebenso unbestritten - ist es notwendig, dass der Bereich um den Heumarkt saniert und entwickelt wird, um insbesondere die Existenz des Eislaufvereins, aber auch das Konzerthaus, nachhaltig abzusichern."

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein: "Mit dem Verzicht auf die Realisierung des Turmes ist uns ein wichtiger Schritt gelungen. Jetzt ist die UNESCO am Zug."

Alternativer Lösungsvorschlag

Gegenüber dem ursprünglichen Projekt sind folgende wesentliche Änderungen vorgesehen:

  • Der Hochhausturm von 66,3 Metern soll nicht umgesetzt werden. Er war der Hauptgrund dafür, dass die Welterbestätte "Historisches Zentrum Wien" als "gefährdet" gelistet wurde.
  • Für das neue Hotel- und Kongressgebäude, das das bestehende Gebäude aus den 1960er Jahren ersetzen soll, wird eine Erhöhung gegenüber dem derzeitigen Gebäude nicht ausgeschlossen. Sämtliche technische Aufbauten wie Aufzugsschächte, Stiegenhäuser oder Be- und Entlüftungsanlagen sollen in die Gebäudestruktur integriert werden. Damit soll eine einheitliche, harmonische Silhouette der Dachlandschaft und eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand (niedrigeres Gebäude, jedoch mit zahlreichen Aufbauten) erreicht werden.
  • Der Eislaufplatz bleibt in seinem vollen Umfang erhalten. Ebenso werden die Maßnahmen zur Aufwertung der öffentlichen Räume wie im ursprünglichen Projekt großteils umgesetzt.
  • Im Sinne des Klimaschutzes und der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen soll in der Detailplanung der Fokus auf die Ausführung eines "Green Building" gelegt werden.

Der alternative Lösungsansatz wurde an das UNESCO-Welterbezentrum weitergeleitet. Auf Basis einer positiven Entscheidung seitens der UNESCO und ICOMOS zu dieser Kompromisslösung könnten ein Alternativprojekt ausgearbeitet und die notwendigen Verfahrensschritte gesetzt werden.

Managementplan für die Welterbestätte

Basierend auf den Empfehlungen der UNESCO und ICOMOS wurde außerdem mit der Entwicklung des Managementplans für die Welterbestätte "Historisches Zentrum Wien" begonnen.

In den Entwicklungsprozess werden neben ICOMOS Österreich und dem Bundeskanzleramt weitere internationale Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie in weiterer Folge auch das UNESCO-Welterbezentrum und ICOMOS International eingebunden.

Der Managementplan selbst soll nach Fertigstellung zur politischen Beschlussfassung dem Wiener Gemeinderat vorgelegt werden.

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