Lkw der Stadt Wien bekommen Abbiegeassistenten

  • Alle 500 Lkw der Stadt Wien bekommen Abbiegeassistenten.
  • Das elektronische Kamera-System verringert den "Toten Winkel" für die LenkerInnen.
  • Die Sicherheit im Straßenverkehr wird erhöht.
  • Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien stellen für die Umrüstung privater Lkw eine Million Euro zur Verfügung. Zuerst ist allerdings eine bundesweite Lösung erforderlich.

Video: Eine Million Euro für Lkw-Abbiegeassistenten

Die Stadt Wien rüstet die Lkw ihres Fuhrparks mit Abbiegeassistenten aus und stellt gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien eine Million Euro für Private bereit. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es eine österreichweite Regelung gibt. In Wien sind zurzeit rund 8.000 Lkw über 3,5 Tonnen angemeldet, davon 3.000 Lkw über 12,5 Tonnen.

Finanzstadtrat Peter Hanke: "Uns geht es um die Erhöhung der Sicherheit. Wien hat bereits den ersten Schritt getan und stattet den eigenen Fuhrpark mit Abbiegeassistenten aus. Jetzt ist der Bund gefordert, eine österreichweite Lösung zu präsentieren, denn nur ein solche macht Sinn. Dann ist Wien auch hier bereit, einen Teil zu übernehmen."

Kamera-System verringert Unfälle

Der Abbiegeassistent ist ein elektronisches System, das Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrern dabei hilft, rechtzeitig andere Personen zu erkennen, die sich in der Nähe des Fahrzeugs befinden. So können sie bei Bedarf schnell reagieren und eine Notbremsung machen.

Stadträtin Ulli Sima: "Wird der Blinker betätigt, wird eine Kamera aktiviert. Befindet sich etwas in diesem Blickfeld, ertönt ein Signal."

300 Müllfahrzeuge und 37 Lkw der Verkehrsabteilungen

Unter anderem sollen die rund 300 Müllfahrzeuge der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) mit Abbiegeassistenten ausgerüstet werden.

Zuerst wird das System in ein Testfahrzeug eingebaut. Nach wenigen Tagen der Austestung soll dann feststehen, ob das System den gewünschten Nutzen bringt. Wenn das der Fall ist, wird dieser anschließend in die Lkw der Stadt Wien eingebaut.

Wenn die MA 48 künftig neue Lkw kauft, soll der Abbiegeassistent in diesen bereits eingebaut sein.

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou veranlasste den Einbau des Abbiegeassistenten in die Lkw der Verkehrsabteilungen. Insgesamt werden 37 Lastwägen mit über 3,5 Tonnen der Abteilungen Straßenbau (MA 28), Brückenbau (MA 29) und Licht (MA 33) umgerüstet.

Tödlicher Unfall in Wien

Die Debatte um Abbiegeassistenten für Lkw war nach einem tödlichen Unfall in Wien aufgekommen. Ein 9-jähriger Bub war Ende Jänner 2019 am Schulweg auf einem Schutzweg von einem abbiegenden Lastwagen niedergefahren und getötet worden.

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