Fotografische Erfassung öffentlicher Flächen

Im September 2017 startete die Stadt Wien das Programm "Wien gibt Raum" zur Erfassung von Objekten im öffentlichen Raum und vereinfacht Bewilligungsverfahren.

Video: Street View auf Wienerisch

Die Stadt Wien begann Anfang September mit der Erfassung von Bilddaten des öffentlichen Raumes. Vermessungsfahrzeuge befahren dabei das gesamte Stadtgebiet, um genaue und georeferenzierte Bilddaten öffentlicher Flächen anzufertigen.

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou: "Das Ziel der Befahrung, die bis November abgeschlossen sein wird und periodisch wiederholt werden soll, ist die flächendeckende fotografische Erfassung aller Objekte im öffentlichen Raum - von Bodenmarkierungen und Verkehrsschildern, über Werbetafeln bis hin zu Schanigärten und Kiosken. Am Ende wird eine entscheidende Verwaltungsvereinfachung stehen."

Einfachere Verfahren

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und zwei Mitarbeiter des Programms "Wien gibt Raum"

Die Bilddaten liefern einen Beitrag für eine europaweit bisher einzigartige Software. Mit dieser wird die Nutzung des öffentlichen Raums für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen einfacher gestaltet. So wird die Zuständigkeit für die Bewilligung und Verwaltung von Objekten und Aktivitäten im öffentlichen Raum neu organisiert.

Außerdem werden die rechtlichen Vorgaben für solche Bewilligungen evaluiert und modernisiert. Zudem spart die Nutzung der Bilddaten durch beteiligte Dienststellen in Zukunft Ortsaugenscheine und damit Kosten in der Verwaltung ein. Die Daten werden nur magistratsintern verwendet.

Zeitplan

Bis Ende November 2017 werden die Daten erfasst. Anfang Jänner 2018 folgen die Installation und Inbetriebnahme des Bilddienstes sowie des zugehörigen Software-Systems. Bis Ende April 2018 soll der Dienst bereitgestellt werden.

Höchste Maßstäbe beim Datenschutz

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Datenschutz. Die Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger übertreffen dabei sogar die gesetzlichen Vorgaben. Das betrifft unter anderem die Höhe der Kamera und die gänzliche Unkenntlichmachung aller abgebildeten Personen und Kfz-Kennzeichen. Zudem wurde das Datenschutzkonzept für die Vermessung im Vorfeld intensiv mit der zuständigen Behörde sowie in einem Workshop mit namhaften Datenschützerinnen und - schützern abgestimmt.

Öffentlichen Raum nutzen

Der öffentliche Raum ist das Aushängeschild der Stadt. Die Aufgabe des Magistrats der Stadt Wien ist es, einen rechtlichen und organisatorischen Rahmen für die faire Nutzung dieser Flächen zu schaffen. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können zukünftig über einen digitalen One-Stop-Shop alle Informationen, Anträge und Bewilligungen für Aktivitäten im öffentlichen Raum aus einer Hand erhalten.

Allein die Abteilung Straßenverwaltung (MA 28) verwaltet mehr als 41 Quadratkilometer des öffentlichen Grundes. Das entspricht ungefähr der Größe des Attersees.

Die Stadt geht von mehr als 300.000 Objekten aus, die im öffentlichen Raum zu finden sind. Insgesamt müssen circa 6.100 Straßen befahren werden. Das sind rund 3.000 Kilometer, die in etwa der Entfernung Wien-Helsinki, hin und zurück, entsprechen.

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