Öko-Check zur Bewertung von Stadterweiterungsprojekten

Baukräne in der Dämmerung

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) hat zusammen mit der BOKU, Dr. Gernot Stöglehner und Emrich Consulting ZT-GmbH einen Öko-Check für die strategische Vorprüfung für städtebauliche Projekte aus Umweltsicht (SVPU) entwickelt. In der derzeitigen Fassung liegt der Schwerpunkt auf dem Wohnungsbau.

Mit dem Öko-Check können Einschätzungen der Umweltauswirkungen geplanter (Wohn-)Bauprojekte getroffen werden. Bei einer rechtzeitigen Anwendung des Öko-Checks im Planungsprozess werden Hinweise gegeben, wie ein Projekt aus Umweltsicht optimiert werden kann, bevor mit der Detailplanung begonnen wird. Im Speziellen können die Standortwahl von Projekten oder die Planungs- und Gestaltungsprinzipien von Projekten an einen Standort im Hinblick auf die Umweltauswirkungen frühzeitig untersucht und auch entsprechend angepasst werden.


Konkret lassen sich vergleichen:

  • verschiedene Planungsvorhaben in ein und demselben Gebiet
  • ein konkretes Planungsvorhaben an unterschiedlichen Standorten

Das Bewertungsmodell bietet die Möglichkeit durch objektive Kriterien, verschiedene Projekte bzw. Projektvarianten zu vergleichen. Die Bewertungsergebnisse werden in fünf Stufen dargestellt: A - aus Umweltsicht unbedenklich - bis E - aus Umweltsicht sehr bedenklich (d.h. Optimierungsmaßnahmen sollten gesucht werden). Auf eine "ökologische Gesamtnote" wurde bewusst verzichtet, die Bewertungen der einzelnen Schutzgüter stehen nebeneinander.

Kriterien für die Beurteilung

Folgende Kriterien werden für die Beurteilung berücksichtigt:

  • Boden: ökologische und landwirtschaftliche Bodenqualität, Versiegelungsgrad
  • Bauen: Arten der Energieversorgung und -effizienz, Einsatz erneuerbarer Energieträger
  • Verkehr: Versorgung mit Radverkehrsanlagen und öffentliche Verkehrsanbindung, Distanz zu Hauptversorgungszentren und Nahversorgung
  • Biotopverbund: Schutzwürdigkeit des Biotops und Lage in einem Biotopverbund
  • Stadtklima: Berücksichtigung von Maßnahmen gegen den "Urban Heat Islands-Effekt"
  • Luft: Stickstoffoxide (NOx) und Feinstaub (PM10)-Emissionen durch Verkehr und Heizung
  • Lärm: bedingt durch Verkehr und Gewerbe (IPPC-Anlagen)
  • Wasser: Berücksichtigung bzw. Beeinflussung des Wasserkreislaufs (Regenwassermanagement) und der Oberflächengewässer inklusive deren Uferzonen
  • Freizeit und Erholung: Grünraumversorgung der Bevölkerung: Distanzen zu Grünflächen und deren Nutzungsdruck

Viele Daten für den Öko-Check können auch im Stadtplan "Wien Umweltgut" erhoben werden.

Zielgruppen

Der Öko-Check soll Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Stadtplanung, Projektentwicklung und Planung eine Unterstützung bieten, städtebauliche Entwürfe in einem frühen Planungsstadium (Städtebau) zu prüfen, miteinander zu vergleichen sowie aus Umweltsicht zu optimieren.

Öko-Check und Handbuch zum SVPU

Kontakt

Bei Fragen zur SVPU wenden Sie sich bitte an Herrn Dipl.-Ing. Michael Bailer oder Herrn Dipl.-Ing. Christian Härtel unter der E-Mail: raum@ma22.wien.gv.at oder der Tel.Nr. + 43 1 4000 73540.

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Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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