Gebäudebrüter

Der Nachwuchs der Mehlschwalbe, wenige Tage vor ihrem großen Moment, dem ersten Ausflug.

Der Nachwuchs der Mehlschwalbe, wenige Tage vor ihrem großen Moment, dem ersten Ausflug.

Die Bestände von Vogelarten und Fledermäusen, die Gebäude als Lebensraum und zur Brut nutzen, sind regional teils drastisch zurückgegangen. Einzelne Arten wie die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) und die Dohle (Corvus monedula) werden in den roten Listen Österreichs bereits als "potenziell gefährdet" geführt und drohen langfristig weiter in ihrem Bestand abzunehmen. Viele der in Österreich vorkommenden Fledermausarten gelten bereits als "gefährdet". Dementsprechend sind in Wien alle Vogel- und Fledermausarten durch das Wiener Naturschutzgesetz, sowie die Vogelschutzrichtlinie und die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union streng geschützt.

Im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogrammes Netzwerk Natur der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) werden Ziele und Maßnahmen festgelegt und umgesetzt, um den Erhaltungszustand dieser Arten langfristig zu sichern. Zahlreiche Pilotprojekte und Aktivitäten an öffentlichen und privaten Gebäuden sollen Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen für die betroffenen Arten aufzeigen und zugleich erste Impulse zum Schutz dieser Arten setzen.

Folgende Arten stehen besonders im Fokus: Mauersegler, Mehlschwalbe, Dohle, Haubenlerche, Turmfalke und Fledermäuse.

Fassadensanierung oder Dachausbau

Die Ursachen für den Bestandsrückgang der einzelnen Arten sind vielfältig. Eines aber verbindet die als "Gebäudebrüter" bezeichneten Arten: Sie sind aufgrund ihrer Lebensweise besonders auf Brutplätze und Rückzugsräume an Gebäuden angewiesen. Im Zuge von Bautätigkeiten, insbesondere bei Fassadensanierungen und Dachausbauten, gehen diese existenziellen Lebensräume oft endgültig verloren. Auch Gerüste, die für die Sanierung aufgestellt werden, gefährden die Tiere, da diese häufig den Zugang zu Brutplätzen und Rückzugsräumen versperren.

Diese Beeinträchtigungen können durch eine zeitliche Abstimmung auf die Brutzeit der Arten und rechtzeitige Montage von Ersatznistkästen allerdings weitgehend vermieden werden. In Einzelfällen kann so eine Bewilligungspflicht nach dem Wiener Naturschutzgesetz entfallen. Es ist deshalb hilfreich, wenn bereits in der Planungsphase mit dem Bereich Räumliche Entwicklung der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) Kontakt aufgenommen wird.

Ausnahmebewilligung von den Artenschutzbestimmungen - Antrag

Mauersegler melden

Die Erhebung der Brutplätze von Mauerseglern in Wien ist wesentlich, um die Brutplätze der streng geschützten Tiere erhalten und das Brutplatzangebot durch geeignete Maßnahmen wie das "Wiener Modell" verbessern zu können.

Bitte helfen Sie uns mit ihren Beobachtungen und melden Sie uns Mauersegler-Brutplätze.

Wenn Sie Mauersegler beobachten, die in Löcher, Spalten oder Stuckelemente an einer Fassade hineinschlüpfen oder diese anfliegen, dann geben Sie uns bitte die genaue Adresse des Hauses bekannt, an dem Sie das beobachtet haben.

Mauersegler melden - Formular

Die von Ihnen im Formular eingegebenen Daten werden ausschließlich für unsere Brutbestandserhebung und den Schutz der Wiener Mauersegler-Population verwendet.

Weitere Naturbeobachtungen melden

Alle anderen Naturbeobachtungen können Sie uns über die Plattform naturgucker.at melden (auch ohne Registrierung möglich). Zur Vereinfachung der Meldung und Verortung der Beobachtungen kann auch eine App genutzt werden, über die Beobachtungen direkt an naturgucker.at gemeldet werden:

Beide Apps sind über die jeweiligen App-Stores erhältlich. Wir empfehlen die Apps inhaltlich, können aber keine Garantie für deren Sicherheit übernehmen und verweisen hier auf die jeweiligen Anbieter.

Alternativ nimmt die MA 22 Ihre Meldungen auch gerne per Mail: service@ma22.wien.gv.at oder per Post entgegen. Bitte vergessen Sie nicht Ihre Beobachtungen zu verorten, das heißt GPS-Koordinaten bzw. die genaue Adresse und Hausnummer anzugeben.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Gebäudebrüter im Stadtplan

Standorte und Details zu bereits umgesetzten Projekten und Maßnahmen für Gebäudebrüter im Rahmen des Netzwerks Natur können im Themenstadtplan "Wien Umweltgut" nachgelesen werden:


Die Lagen der bekannten Mehlschwalbenkolonien in Wien wurden zudem in eigenen Karten aufbereitet:

Folder - Download oder bestellen

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Wiener Umweltschutzabteilung (Magistratsabteilung 22)
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