Das Smart Public Procurement Lab - "ÖkoKauf Wien" feierte 15 Jahre

Gruppenfoto "Smart Public Procurement Lab"

Gruppenfoto "Smart Public Procurement Lab"

Das 15-jährige Bestehen von "ÖkoKauf Wien" wurde am 15. Oktober 2014 gebührend im Festsaal des Wiener Rathauses gefeiert. An die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich und ganz Europa haben sich dazu eingefunden. Die Veranstaltung bot mit dem "Smart Public Procurement Lab" vor allem ein interaktives Forum für die teilnehmenden Personen, um Erfahrungen auszutauschen und die umweltfreundliche öffentliche Beschaffung weiter zu entwickeln.


Im Rahmen der Eröffnung der Veranstaltung leistete die Abteilungsleiterin der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), Karin Büchl-Krammerstätter, einen Überblick über 15 Jahre bewegte und bewegende Geschichte von "Ökokauf Wien". Magistratsdirektor Erich Hechtner überbrachte seinen Dank an das gesamte Team des "ÖkoKauf Wien"-Programms und machte auf die internationale Beachtung aufmerksam, an der die Bedeutung von "ÖkoKauf Wien" sichtbar werde.

Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)

Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)

Magistratsdirektor Erich Hechtner

Magistratsdirektor Erich Hechtner


Vorträge

Der fachliche Teil der Veranstaltung begann mit drei Vorträgen zum Thema ökologische Beschaffung.

Robert Kaukewitsch, Delegierter der Europäischen Kommission, Green Public Procurement (GPP), referierte über die Neuauflage der EU-Beschaffungsrichtlinie sowie die gezielte Verbreitung von nachhaltiger öffentlicher Beschaffung (Green Public Procurement) innerhalb der Europäischen Union. Mit der neuen Beschaffungsrichtlinie werden EU-weit Auflagen implementiert, die im "ÖkoKauf Wien"-Programm bereits teilweise Standard sind und die internationale Voreiterrolle des Programms bestätigen.

Renate Hübner von der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt beleuchtete den Zusammenhang zwischen der in Produkten enthaltenen grauen Energie und deren optimaler Nutzungsdauer. Der Vortrag zeigte, dass für viele Produkte (Produktgruppen) noch großes Potential besteht, um durch eine verlängerte Nutzungsdauer Energie einzusparen bzw. auch durch Reparaturen alter Geräte keine "neue" graue Energie in Anspruch zu nehmen.

Thomas Mosor, Programmleiter von "ÖkoKauf Wien", präsentierte in seinem Vortrag die Ergebnisse der "ÖkoKauf Wien"-Wirkungsanalyse, aus der die Bedeutung und Vorteile von "ÖkoKauf Wien" für die Wiener Bevölkerung deutlich werden. So werden durch "ÖkoKauf Wien" derzeit jährlich an die 15000 Tonnen an CO2-Emissionen reduziert und gleichzeitig zirka 1,5 Millionen Euro an öffentlichen Geldern eingespart.

Wirkungsanalyse der ökologischen Beschaffung in der Stadt Wien - Zusammenfassung vom 30. April 2014:

Die Fachvorträge machten deutlich, was viele der Anwesenden in ihrer Arbeit motiviert: Nachhaltige Vergaberichtlinien sind nicht nur gut für die Umwelt, sie schaffen auch einen Mehrwert für die Gesellschaft, zum Beispiel durch die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit oder der Entlastung von Budgets. Damit wird ökologische Beschaffung zum Smart Public Procurement und trägt auf diese Weise zur Entwicklung Wiens zur Smart City bei.

24 Thementische bildeten den Kern der Veranstaltung

Tagung im Festsaal des Wiener Rathauses

Tagung im Festsaal des Wiener Rathauses

Den Kern der Veranstaltung bildete ein innovatives, diskursives Format: Insgesamt wurden 24 Thementische angeboten, an denen jeweils eine Gastgeberin oder ein Gastgeber ("Tischhosts") die Diskussion zu einem vergabespezifischen Thema leitete.

Diese Tischthemen ordneten sich nach den vier Hauptthemen des Smart Public Procurement Labs:


  • Neue Rahmenbedingungen für die nachhaltige öffentliche Beschaffung
  • Wirkungen und Monitoring umweltorientierter Beschaffungssysteme
  • Lebenszyklusbetrachtungen und optimale Nutzungsdauer von Produkten
  • Nachhaltiges Bauen und kosteneffizienter Hochbau

Die einzelnen Tischthemen wurden im Vorfeld der Veranstaltung bereits auf der online-Plattform Smart Public Procurement Lab-Dialog vorbereitet und durch die fachliche Kompetenz der Tischhosts unterstützt. So wurde unter anderem diskutiert, wie sich die aktuell verhandelten transatlantischen Abkommen TISA und TTIP auf die ökologische Vergabe auswirken würden oder überlegt, wie Lebensmittelabfälle durch kluge Ansätze in der Vergabe reduziert werden könnten.

So wurden in insgesamt zwei Diskussionsblöcken aktuelle Tendenzen, Herausforderungen und neue Fragestellungen besprochen, wie die öffentliche Beschaffung nachhaltig, ökologisch und smart für Bevölkerung und Umwelt organisiert werden kann. Die Ergebnisse der Diskussionsrunden wurden anschließend im Plenum, gegliedert nach den vier Themenblöcken, präsentiert und durch parallel erstellte Begriffswolken ("Tag Clouds") ergänzt.

Produktiver Abschluss mit Ausstellung in der Volkshalle

Die Diskussionen im Smart Public Procurement Lab wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als durchwegs produktiv und positiv empfunden. Dadurch hat das Smart Public Procurement Lab dazu beigetragen, eine noch breitere Palette an Menschen aus Verwaltung, Handel und Industrie von der Notwendigkeit und den Vorteilen ökologischer Vergaberichtlinien zu überzeugen. Auf der online-Plattform Smart Public Procurement Lab-Dialog können die Ergebnisse der Diskussionen eingesehen werden.

Zum Abschluss des Tages wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem Empfang in die Volkshalle des Wiener Rathauses geladen. Dabei wurde eine von der Universität für bildende Kunst gestaltete Ausstellung eröffnet, die Zusammenhänge zwischen öffentlicher Beschaffung, Konsumverhalten und Themen wie dem ökologischen Fußabdruck oder der CO2-Bilanz erlebbar macht. Das Team von "ÖkoKauf Wien" dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmerinnen des Smart Public Procurement Lab 2014.

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