Ragweed (Ambrosia artemisiifolia)

Sowohl die Pollen, als auch der Hautkontakt mit der Pflanze können beim Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen.

Ragweedpflanze in der Wiese

Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wird auch Beifußblättriges Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder Fetzenkraut genannt.

Sie ist in Nordamerika heimisch und wurde nach dem ersten Weltkrieg nach Südosteuropa eingeschleppt, von wo sie sich sehr rasch ausbreitete.

Ragweed ist eine einjährige, krautige Pflanze, die sich durch Samen ausbreitet und nach dem ersten Frost abstirbt.

Standort

Die Pflanze bevorzugt lichte und warme, jedoch nicht zu trockene Standorte. Daher fehlt sie im sommertrockenen Mittelmeerraum und in den Alpen. Für die Keimung benötigt die konkurrenzschwache Ruderalpflanze offene Flächen.

Ihre bevorzugten Standorte sind Straßenränder, bodenoffene Ruderalstandorte, Schutthalden, Industriegelände, Hausgärten, Vogelfutterplätze sowie Äcker.

Höhe

Unter optimalen Wachstumsbedingungen kann Ragweed bis zu zwei Meter hoch werden. Unter weniger guten Bedingungen bleibt die Pflanze deutlich kleiner und wird teilweise nur zehn Zentimeter hoch.

Blätter

Die Laubblätter sind doppelt gefiedert, beiderseits grün und behaart. Generell ist die Blattform jedoch sehr variabel.

Blüten

Ragweed Blütenköpfe

Die Blüten sind getrennt geschlechtlich. Die männlichen Blütenköpfchen entwickeln sich an den Enden der Sprossachse sowie der Seitentriebe. Sie sind in einer Traube angeordnet.

Weibliche Blüten sind einblütig, sitzend und befinden sich am Grund des männlichen Blütenstandes oder in den Achseln der oberen Blätter.

Die Einzelblüten sind sehr klein, der Gesamtblütenstand kann bis zu 20 Zentimeter lang werden. Die gelbe Farbe der Blüten ergibt sich aus den Pollen beziehungsweise den Pollensäcken.

Stängel

Der Stängel der Pflanze ist mehrfach verzweigt, deutlich abstehend behaart und kann sich rot verfärben.

Samen

Der Samen ist etwa 2,5 Millimeter breit, 3,5 Millimeter lang und besitzt im oberen Bereich etwa zwei Millimeter lange Dornen. Eine durchschnittliche Pflanze produziert 3.000 bis 4.000 Samen. Die Samen sind im Boden sehr lange lebensfähig und können auch nach bis zu 40 Jahren noch keimen.

Entwicklung

Meist keimt Ragweed relativ spät, etwa ab Anfang Juni, und entwickelt sich im Frühsommer sehr rasch. Die Hauptblütezeit ist von Juli bis Oktober. Die Samen überwintern im Boden. Die Pflanze selbst stirbt beim ersten Frost ab.

Verbreitung

Die Pflanze besiedelt neue Lebensräume oftmals entlang von Hauptverkehrsrouten wie zum Beispiel Eisenbahnstrecken oder entlang des höherrangigen Straßennetzes. Die wichtigsten Ausbreitungsvektoren in Österreich sind verunreinigtes Saatgut oder Futtermittel, landwirtschaftliche Erntegeräte und Straßenpflegemaschinen sowie Überschwemmungen.

Allergische Reaktionen

Die Pollen des Ragweed gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Sie können allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und in schlimmen Fällen zu Asthma führen.

Der späte Blütezeitpunkt verlängert die Pollensaison und bedeutet für Pollenallergiker eine zusätzliche Belastung. Außerdem kann eine Allergie auf Ragweed eine höhere Sensibilität beziehungsweise eine Kreuzreaktion gegenüber anderen Korbblütlern wie Goldrute, Sonnenblume, Kamille und Arnika auslösen.

Maßnahmen

Kleine Pflanzenbestände können am Effektivsten durch Ausreißen reduziert werden. Die Pflanze sollte dabei nur mit Handschuhen angefasst werden, da auch eine Berührung allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Nur einmaliges Mähen vor der Blüte ist nicht effektiv, da geschnittene Pflanzen rasch neue blütentragende Zweige bilden können. In der Hauptwachstumsphase von Juli bis September kann durch mehrmaliges, tiefes Abmähen im Abstand von drei bis vier Wochen die Pflanze so geschwächt werden, dass sie es nicht mehr schafft, neue Triebe und Blütenstände zu bilden. Diese Methode eignet sich am besten, wenn die manuelle Entfernung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten oder der Größe der Bestände nicht möglich ist.

Des Weiteren sollten offene Flächen bepflanzt werden, da Ragweed heimischen Pflanzen in direkter Konkurrenz unterlegen ist.

Eine chemische Bekämpfung ist schwierig, da die Pflanzen sehr widerstandsfähig sind. Zusätzlich werden so vegetationsfreie Flächen geschaffen, die von Ragweed leicht wieder besiedelt werden können.

Beratung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats Pflanzenschutz der Wiener Stadtgärten (MA 42) informieren und beraten zum Thema Schadorganismen und Schädlingsbekämpfung: Pflanzenschutz- und Gartenberatungen

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